Die Leiterin des Instituts für Benediktinische Studien in Salzburg, Schwester Michaela Puzicha OSB, stellte die Regel Benedikts als "Original-Programm" für mönchisches Leben vor, das nur durch tägliche Updates in der heutigen Zeit umgesetzt werden kann. Darin liege das Geheimnis, dass diese 1500 Jahre alte Regel bis heute nicht nur gelesen, sondern auch gelebt werde. Zur "Beständigkeit" des Mönchtums gehöre das "tägliche neue Bemühen im Hören auf Gottes Wort". Wie die Regel selbst ein Update der ihr vorausgehenden monastischen Weisheit darstelle, so müssten sich heutige Updates am Grundprogramm der Regel ausrichten. Das Zweite Vatikanische Konzil sprach vom "Aggiornamento". Updates müssten jedoch jeweils vom Hersteller autorisiert und legalisiert werden; das Generalkapitel habe den Auftrag, dies für die Kongregation wahrzunehmen, erklärte Schwester Michaela Puzicha OSB.
Benediktinische Werte seien seit alters her Gebet, Lesung und Arbeit. Der Mönch preise Gott zusammen mit seinen Brüdern mehrmals am Tage, schenke seine volle Aufmerksamkeit dem Wort der Schrift und stelle Gott in den Mittelpunkt seiner täglichen Arbeit, so Schwester Michaela Puzicha OSB. Äbte und Obere müssten auch Sorge tragen, dass die benediktinischen Standards glaubwürdig gelebt werden. "Das menschliche und geistliche Wachstum des einzelnen, aber auch der Gemeinschaft müssen stets im Auge behalten werden", betonte die Schwester.

