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Finanzierung flächendeckender Hospizversorgung klären

(07.10.2011) Der "Dachverband Hospiz" fordert die Aufnahme von Hospiz- und Palliativteams in Regelfinanzierung des Gesundheitssystems. 3.055 freiwillige Helfer leisteten 2010 knapp 340.000 Stunden unbezahlte Arbeit.

Der Dachverband "Hospiz Österreich" fordert die Aufnahme aller Hospiz- und Palliativeinrichtungen in die Regelfinanzierung des Gesundheitssystems. Dies wäre ein "Meilenstein" auf dem Weg zu einer abgestuften, österreichweit flächendeckenden Hospiz- und Palliativversorgung, betont Präsidentin Waltraud Klasnic aus Anlass des Welthospiztages am Samstag, 8. Oktober 2011. Notwendig sei zudem die Klärung der "klaren Zuständigkeit" für die Finanzierung der flächendeckenden Versorgung zwischen den Gesundheits- und Sozialressorts und dem Hauptverband der Sozialversicherungen, so Klasnic.

 

Bedarf steigt

Österreichweit gibt es derzeit 252 Hospiz- und Palliativeinrichtungen. Dazu zählten laut einer jetzt publizierten Datenerhebung des Dachverbands "Hospiz Österreich" am Jahresende 2010 exakt 143 Hospizteams, 36 mobile Palliativteams, 35 Palliativkonsiliardienste, 27 Palliativstationen, acht stationäre Hospize und drei Tageshospize.

 

In den Einrichtungen standen 2010 für Schwerkranke und Sterbende insgesamt 315 stationäre Hospiz- und Palliativbetten zur Verfügung. Im Fünf-Jahres-Vergleich wurden damit insgesamt 138 Hospiz- und Palliativbetten neu geschaffen, von 2009 auf 2010 kamen aber nur acht Betten hinzu.

 

Ehrenamtliche stützen System

1.466 hauptamtlich Beschäftigte arbeiteten zum Jahreswechsel 2010/2011 in den Hospiz- und Palliativeinrichtungen, unter ihnen Pflegekräfte, Ärzte, Sozialarbeiter und Seelsorger sowie Physio- und Psychotherapeuten. Ausgedrückt in Vollzeitäquivalenten im Beschäftigungsausmaß von 40 Stunden waren das 817 Beschäftige.

Der Bericht hält zudem fest, dass ein wesentlicher Teil der Hospizarbeit von Ehrenamtlichen, und dabei Großteils von Frauen, getragen wird. Laut dem "Dachverband Hospiz" arbeiteten Ende 2010 3.055 ausgebildete Ehrenamtliche im Hospizbereich; mehr als 88 Prozent von ihnen waren Frauen. Insgesamt haben die freiwilligen Helfer knapp 340.000 Stunden unbezahlte Arbeit geleistet, zwei Drittel davon direkt in der Begleitung Schwerkranker, Sterbender und von deren Angehörigen.

 

Ziel ist flächendeckende Versorgung

"Hospiz Österreich" führt die bundesweite Datenerhebung seit 2005 regelmäßig durch. Mit dem jährlichen Bericht sollen zum einen die Leistungen der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sichtbar gemacht werden. Gleichzeitig wird mit Hilfe des Datenmaterials auch die angestrebte Verwirklichung einer abgestuften, österreichweit flächendeckenden Hospiz- und Palliativversorgung bis 2013 verfolgt.

Der Dachverband sieht hier auch noch deutliche Lücken. "Wirkliches Wachstum fand in den letzten Jahren fast nur bei den ehrenamtlichen Hospizteams statt", hält etwa "Hospiz Österreich"-Geschäftsführerin Leena Pelttari fest. "Bei den anderen Einrichtungen besteht nach wie vor großer Aufholbedarf, besonders bei den Stationären Hospizen." Im Bericht noch gar nicht berücksichtigt seien auch Zahlen zu Hospiz- und Palliativeinrichtungen für Kinder und Jugendliche sowie Daten aus dem Bereich der Alten- und Pflegeheime. "Hier gibt es bis jetzt weder verlässliche Zahlen noch gesamtösterreichische Erhebungen", so Pelttari.

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