Schwere Unfälle geschehen im heutigen Schisport "nicht zufällig, sondern sind systemimmanent vorprogrammiert": Kritik an zu leichtfertig in Kauf genommenen Risiken im alpinen Schilauf hat der langjährige Olympia-Seelsorger Pater Bernhard Maier nach dem dramatischen Unfall des Österreichers Hans Grugger beim Training für die Abfahrt auf der Kitzbüheler Streif geäußert. In einem Interview für Radio Stephansdom am Montag, 24. Januar 2011, sagte Pater Maier, Sportler und Betreuer sollten endlich den Mut aufbringen, Änderungen zugunsten von mehr Sicherheit zu verlangen "und nicht einfach fatalistisch sagen: Damit muss man rechnen".
Maier bezeichnete es als "nicht gerechtfertigt, seine Gesundheit zu opfern, nur damit die Leute eine Show haben". Schon im Training würden immer wieder schwere Unfälle passieren, Betreuer würden im persönlichen Gespräch mit ihm zugestehen, dass die Risiken durch zu hohe Geschwindigkeiten und beinhart präparierte Pisten nicht mehr steuerbar und tragbar seien, so Pater Bernhard Maier.
Der Seelsorger ermunterte die Sportler, ihre Haut nicht zu Markte zu tragen, sondern sich gemeinsam mit ihren Trainern dafür stark zu machen, dass die gefährlichsten Stellen der Rennstrecken entschärft und die Geschwindigkeit durch mehr Tore reduziert wird, auch wenn dies zu weniger spektakulären TV-Übertragungen führe. Bei entsprechendem Druck könne auch der Internationale Schiverband nicht mehr anders als nachzuziehen.
Den derzeit im künstlichen Tiefschlaf befindlichen Hans Grugger, der nach vielen Verletzungen ohnehin schon einen langen Leidensweg hinter sich hatte, kenne er von Gottesdiensten während der Olympischen Spiele in Vancouver in Kanada. Pater Maier zeigte sich bestürzt über den schweren Sturz Gruggers und versicherte, er bete für dessen schnelle und vollständige Genesung.