Franz Küberl wird nicht mehr für eine neuerliche Funktionsperiode als Caritas-Präsident zur Verfügung stehen. Er bleibt weiterhin Caritas-Direktor der Diözese Graz-Seckau und Mitglied im ORF-Stiftungsrat.
Die Caritas trage wesentlich dazu bei, dass die Kirche zumindest ansatzweise dem Auftrag Jesu nachkommen könne, sich den Bedürftigen zuzuwenden und für Gerechtigkeit sich einzusetzen, so Küberl. Er habe sich den Entschluss, nicht mehr für das Amt zu kandidieren, reiflich und lange überlegt, es sei nun der richtige Schritt. „Wenn man 18 Jahre eine solche verantwortungsvolle Tätigkeit ausgeübt hat, dann ist es auch ein guter Zeitpunkt zu sagen: Jetzt soll ein anderer mit frischer Kraft und neuen Akzenten diese Funktion übernehmen.“ In seiner Amtszeit seien einige große Erfolge gelungen wie die bedarfsorientierte Mindestsicherung oder die Grundversorgung für Asylwerber. Ein Trauerspiel sei unverändert die staatliche Entwicklungshilfe. Große Sorgen bereite Küberl weiterhin die Obdachlosigkeit.
Als eine Stimme der Notleidenden in Österreich und weit darüber hinaus hat Kardinal Christoph Schönborn Franz Küberl gewürdigt. „Die Caritas hat es mit den Armen, mit den Notleidenden, mit Menschen in Lebensschwierigkeiten zu tun. Daran zu erinnern, ist meist nicht beliebt. Franz Küberl hat das in sehr konsequenter und sehr ausdauernder Weise getan. Er ist manchen damit auf die Nerven gegangen, aber er hat das sicherlich für die Nöte der Menschen in Österreich und im Ausland Richtige gemacht. Denn ein streichelweicher Caritas-Präsident wäre ein schlechter Caritas-Präsident“, so der Erzbischof. „Ohne Caritas wäre die Kirche nicht die Kirche, denn die biblische Aussage ist: ,Gott ist die Liebe.’ Nächstenliebe und Gottesliebe gehören im Wesentlichen zusammen."
ml