Sehr gebräuchlich ist die Redewendung „jemandem die Leviten lesen“, wenn es einer ordentlichen Zurechtweisung bedarf. Was viele nicht wissen: Auch diese Redensart geht letztlich auf die Bibel zurück.
Die Leviten waren einer der zwölf Stämme des Volkes Israels. Sie waren für den Tempeldienst verantwortlich und somit auch dafür, dass dabei alle möglichen religiösen Vorschriften eingehalten wurden.
Im Buch „Levitikus“ (Altes Testament) sind diese zahlreichen Vorschriften aufgezeichnet. Das Buch enthält beispielsweise Ausführungen über Opferhandlungen, wann diese wie von wem zu vollziehen sind. Aber auch moralische und soziale Gebote, die grundlegend für die israelitische Gesellschaft waren, sind in dem Buch ausführlich enthalten.
Im Mittelalter kam in den Klöstern der Brauch auf, ungehorsamen Mönchen zur Hebung der Disziplin lange Passagen aus der Bibel vorzulesen. Das Buch Levitikus galt dabei als besonders langweilig. Aus dem Brauch im Mönchstum leitete sich bald die obige Redewendung ab und so kommen die Leviten bis heute zu zweifelhaften Ehren.
Dabei hat das Buch Levitikus dies gar nicht verdient. Denn hinter den Ausführungen wird ganz stark das Bemühen der Menschen deutlich, Gott zu suchen und eine stabile positive Beziehung mit ihm einzugehen, auf individueller wie gesamtgesellschaftlicher Ebene.