Schon im jüdischen Tempel in Jerusalem brannte Tag und Nacht ein Leuchter, um an die Gegenwart Gottes zu erinnern – das ist auch heute noch in den Synagogen so, wo eine Lampe vor dem Schrein mit den Schriftrollen brennt.
In den Kirchen vieler christlicher Glaubensrichtungen ist es ähnlich. So sieht das katholische Kirchenrecht vor, dass „vor dem Tabernakel, in dem die heiligste Eucharistie aufbewahrt wird, ununterbrochen ein besonderes Licht brennen muss, durch das Christi Gegenwart angezeigt und verehrt wird“ (Canon 940).
Das römische Messbuch ergänzt, dass es ein Wachs- oder Öllicht sein soll. Dass es in einem roten Gefäß ist, ist Gewohnheit, aber nicht vorgeschrieben.
Die Bezeichnung „Ewiges Licht“ rührt nicht nur daher, dass es ständig brennen soll (nur wenn der Tabernakel über den Karfreitag und -samstag leer steht, wird es gelöscht), sondern auch, weil die biblischen Himmels-Prophezeiungen von Gott als dem ewigen Licht sprechen:
„...denn der Herr ist dein ewiges Licht, zu Ende sind deine Tage der Trauer“ (Jes 60,20). Man findet diesen Ausdruck auch in der Liturgie der Totenfeier. Während der Kommunion wird gesungen: „Requiem aeternam dona eis, Domine: et lux perpetua luceat eis. – Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen.“