Samstag 21. Februar 2026

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Apostel Simon mit Säge in der Kirche St. Jakob in Dachau
commons wikimedia https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/88/Dachau_Kirche_St_Jakob_St_Simon.JPG / Apostel Simon mit Säge in der Kirche St. Jakob in Dachau
30.01.2026
Heilige & Selige

Apostel Simon (28.Oktober)

Simon der Zelot gehört zu den weniger beleuchteten Gestalten unter den Zwölf, wird in den Evangelien fast ausschließlich in den Apostellisten genannt. Sein Beiname erscheint in zwei Formen: Lukas nennt ihn „den Zeloten“ (zelótēs), während Matthäus und Markus „Kananäer/Kananaios“ überliefern – eine aramäische Ableitung von qanai („eifrig“), nicht ein Herkunftshinweis auf Kana oder Kanaan. Ob er tatsächlich einer Widerstandsgruppe der „Zeloten“ angehörte, bleibt offen; die Bezeichnung kann ebenso seinen religiösen Eifer beschreiben.

Dass Jesus einen „Eiferer“ beruft und mit dem ehemaligen Zöllner Matthäus zusammenstellt, macht die Heterogenität der Zwölf sichtbar: Gegensätze werden in der Jüngergemeinschaft versöhnt und auf gemeinsame Sendung ausgerichtet. Über Simons Wirken während des öffentlichen Auftretens Jesu schweigen die Evangelien; erst die kirchliche Überlieferung setzt nach Ostern ein. Frühe Traditionen berichten, Simon habe zuerst in Ägypten missioniert und sei später mit Judas Thaddäus nach Persien gezogen; beide gelten in manchen Quellen als gemeinsam Märtyrer geworden. Zu seinem Tod kursieren zwei Hauptlinien: populär ist die Märtyrergeschichte, nach der Simon mit einer Säge getötet wurde – daher sein häufiges Attribut in Kunst und Ikonografie; daneben steht die Überlieferung eines friedlichen Todes in Edessa, die u. a. Basilius der Große erwähnt. Trotz der Unterschiede ist die Grundaussage einheitlich: Simon bleibt bis zuletzt ein treuer Zeuge des Evangeliums. Die Liturgie der Westkirche feiert Simon gemeinsam mit Judas Thaddäus am 28. Oktober; der gemeinsame Termin spiegelt die enge Verbindung ihrer Missionsüberlieferung. In der byzantinischen Tradition findet sich sein Gedenktag u. a. im Mai (regional verschieden), was den unterschiedlichen liturgischen Entwicklungen Ost und West entspricht.

 

Sein Name hat bis heute einen weiten Nachhall in Familien‑ und Nachnamen Europas. Ausgangspunkt ist das hebräische Schimʿon (שמעון), vermittelt über das griechische Simōn und die christliche Namengebung seit dem Mittelalter. Dadurch entstanden vielfältige Patronymika und Varianten, z. B. Simons und Simmons im Englischen, Simonis und Simonet im romanischen Raum, Simonsen im Skandinavischen, sowie Szymon/Szymanski im Polnischen. Diese Formen belegen, wie biblische Namen sich in unterschiedlichen Sprachräumen angepasst und verbreitet haben.

 

In der Spiritualität steht Simon für glühende Hingabe, die von Christus geordnet und gesendet wird: Sein möglicher politischer Eifer wird im Dienst des Gottesreiches verwandelt – aus dem Eiferer wird der Gesandte. So erinnert sein Festtag daran, dass die Kirche aus Menschen mit starken Prägungen besteht, die unter Jesu Ruf zu Einheit und Mission finden

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