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16.03.2018 · Glaube · Papst Franziskus

Pater Pio - Italiens Volksheiliger Nummer eins

Pater Pio Italiens Volksheiliger Nummer eins

Pater Pio war ein Mann tiefer Frömmigkeit und Einfachheit. Zudem muss Pater Pio - ähnlich dem französischen Priester Jean-Marie Vianney (1786-1859), dem Pfarrer von Ars - ein außergewöhnlicher Beichtvater gewesen sein. Er habe vom "Morgen bis zum Abend" die Beichte gehört, sagte Papst Paul VI. einmal.

Besonders in Süditalien wird der Kapuzinermönch als Seelsorger und Wunderheiliger vielfach wie ein Popstar verehrt.

Papst Franziskus unternimmt eine Pilgerfahrt zum italienischen Volksheiligen Pater Pio (1887-1968). Anlass der Reise in dessen Geburtsort Pietrelcina und das Wallfahrtszentrum San Giovanni Rotondo ist das 50. Todesjahr des Heiligen. Der Besuch ist auch eine Reverenz an Italiens Katholiken sowie an die vom Papst geschätzte und in Süditalien besonders stark ausgeprägte Volksfrömmigkeit.

 

"Padre Pio" der italienischste aller Heiligen

Pater Pio, am 25. Mai 1887 als Francesco Forgione im apulischen Städtchen Pietrelcina geboren, ist Italiens populärster Heiliger. Beliebter - zumindest bildlich präsenter - als der Nationalheilige Franz von Assisi, als Antonius von Padua oder Katharina von Siena. Doch während die drei Letztgenannten auch im übrigen Europa, teils weltweit, hoch angesehen sind, bleibt "Padre Pio" der italienischste aller Heiligen. Überall ist das Bildnis des grauhaarig bärtigen Kapuzinermönchs zu sehen: in Bars, Tankstellen - dort auch schon mal neben Kalendern leicht bekleideter Damen -, in Wohnzimmern, an Autoscheiben und Armaturenbrettern. In Kirchen ist Pater Pio massenhaft in Form von Kunstharzfiguren zu finden.

 

Die Bildnisse des 1999 selig- und 2002 heiliggesprochenen Paters sind Ikonen wie andernorts Popstarporträts. Als sein Sarg von April 2008 bis September 2009 mit dem einbalsamierten Leichnam erstmals in der riesigen neuen Wallfahrtskirche von Star-Architekt Renzo Piano zu besichtigen war, verwandelten 8,6 Millionen Menschen San Giovanni Rotondo in einen der meistbesuchten Wallfahrtsorte der Welt.

 

Was macht Pio so beliebt?

Für ältere Italiener ist Pater Pio noch Zeitgenosse und keine Gestalt des fernen Mittelalters wie Franz von Assisi. Und die Jüngeren kennen ihn als Heiligen des Medienzeitalters. Neben den ungezählten Fotos erzählen Radiomitschnitte und Fernsehaufnahmen seine Heiligenvita, mit "Padre Pio TV" gibt es einen eigenen Fernsehsender. Den betreiben Mitglieder des Kapuzinerordens, dem Pater Pio angehörte.

 

Tiefe Frömmigkeit und Einfachheit

Er war ein Mann tiefer Frömmigkeit und Einfachheit; in einer Gesellschaft mit Hang zur "bella figura" fällt das auf. Zudem muss Pater Pio - ähnlich dem französischen Priester Jean-Marie Vianney (1786-1859), dem Pfarrer von Ars - ein außergewöhnlicher Beichtvater gewesen sein. Er habe vom "Morgen bis zum Abend" die Beichte gehört, sagte Papst Paul VI. einmal. Hunderttausenden hat er Trost, Zuversicht und Hoffnung geschenkt. Zudem hatte Pater Pio offenbar die Gabe, ausweichend Beichtenden ihre nicht klar ausgesprochenen Sünden auf den Kopf zuzusagen. Das hinterlässt bleibenden Eindruck.

 

Mysteriöse Wundmale

Pater Pios Beliebtheit und Aura beruhen aber auch auf den mysteriösen fünf Wundmalen Christi, die er am 20. September 1918 in Ekstase empfangen haben soll. Angeblich waren sie stets offen und blutig, weswegen er an den Händen Stulpen trug, damit die Leute nicht darauf starrten. Andererseits gibt es bis heute Stimmen, die sagen, der Pater habe mit Chemikalien nachgeholfen. Ihre immerwährende Frische verdankten die Wundmale der örtlichen Apotheke.

Der Vatikan kam in den 1930-er Jahren zu dem Untersuchungsergebnis, die Wundmale seien ein Fall von Autosuggestion. In der offiziellen Biografie, die zu seiner Heiligsprechung im Jahr 2002 veröffentlicht wurde, werden die Stigmata nicht ausdrücklich erwähnt.

 

Überhaupt blieben die Kirchenoberen in Rom dem Volksheiligen aus dem Süden gegenüber lange sehr reserviert. Papst Johannes XXIII. (1958-63) soll gesagt haben, der Ordensmann richte eine "enorme Verwüstung der Seelen" an. Schon in den 1930er und noch einmal den 1960er Jahren wurde Pater Pio gemaßregelt. Er sollte seine Auftritte, zu denen Tausende kamen, einschränken. Seiner Popularität tat das keinen Abbruch - im Gegenteil.

 

Johannes Paul II. (1978-2005), der ihn selig- und heiligsprach, verehrte den Kapuziner. Als junger Priester schon hatte Karol Wojtyla Padre Pio besucht, seine Predigten gehört und selbst bei ihm gebeichtet. Und es heißt, der Wunderheilige aus San Giovanni Rotondo habe dem polnischen Priester damals prophezeit, er werde einmal Papst werden.

erstellt von: red/kap
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Das bringt 2026 in der katholischen Kirche

Bischofsweihe in Wien, Kindergroßveranstaltung "Kaleidio", Europa-Bischofstreffen in Salzburg und das erstes eigene Papst-Jahr von Leo XIV.

Katholische Kirche Anno Domini 2025

Heiliges Jahr, Pontifikatswechsel und viele personelle Änderungen in der heimischen Kirche - Ein kursorischer Jahresrückblick von Dr. Paul Wuthe

Bibelwissenschaftler: Weihnachten verbindet Christentum und Judentum

Grazer Neutestamentler Heil empfiehlt, sich zu Weihnachten bewusst zu machen, "dass man als Christ in einer Tradition steht, die weit über das 'Allein-Christliche' hinausgeht und die von jüdischen Wurzeln zehrt"

Krieg als Verrat am Evangelium: Kirchen zwischen Scham, Mut und der Pflicht zum Frieden

Orthodoxe Ordensfrau und katholische Theologin prangern kirchliche Rechtfertigung von Gewalt an: Verrat am Evangelium, fehlende Friedensstrategie – Ruf nach mutiger Umkehr und Kultur des Friedens.

Krippenführungen in der Dominikanerkirche S. Maria Rotunda

In der Weihnachtszeit lädt die Dominikanerkirche S. Maria Rotunda zu drei stimmungsvollen Krippenführungen ein, bei denen Pfarrer P. Christoph J. Wekenborg OP die historische Klosterkrippe aus dem Grödnertal näher vorstellt.

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