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22.04.2014 · Weltkirche

Johannes Paul II. (1978-2005): Das Leben des ersten polnischen Papstes

Johannes Paul II.

Johannes Paul II.: In den letzten Lebensjahren war er durch Krankheiten gezeichnet. Dennoch mutete er sich bis zuletzt ein enormes Arbeitspensum zu.

Der neue Heilige Polens, Papst Johannes Paul II. (1978-2005), leitete die Weltkirche über 26 Jahre. Es war das zweitlängste Pontifikat der 2.000-jährigen Kirchengeschichte. 104 Auslandsreisen führten ihn in 129 Länder der Welt.

Der Pole Karol Wojtyla war der erste nichtitalienische Papst nach 455 Jahren. Er trug entscheidend zur politischen Wende in Europa von 1989 bei. Zudem setzte er sich mit Nachdruck für die Ökumene, für eine Aussöhnung mit dem Judentum und für einen Dialog mit dem Islam ein. Wegen seiner 104 Auslandsreisen, spektakulärer Initiativen und Gesten sowie seines Einsatzes für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit verschaffte er der katholischen Kirche und dem Papsttum weltweites Ansehen. So galt Johannes Paul II. als einer der schärfsten Kritiker des Irak-Krieges.

 

Geboren im südpolnischen Wadowice

Karol Wojtyla wurde am 18. Mai 1920 im südpolnischen Wadowice als Sohn eines Offiziers geboren. In den Kriegsjahren und während der deutschen Besatzungszeit arbeitete er als Werksstudent in einer Fabrik und studierte im Untergrundseminar in Krakau Theologie. 1946 wurde er zum Priester, 1958 - noch unter Pius XII. - zum Bischof geweiht. 1964 machte Paul VI. ihn zum Erzbischof von Krakau und drei Jahre später zum Kardinal.

 

Am 16. Oktober 1978 wurde Karol Wojtyla als dritter Pontifex des damaligen "Drei-Päpste-Jahres" an die Spitze der Weltkirche gewählt, sechs Tage später trat er sein Amt offiziell an. Wie bereits seine unmittelbaren Vorgänger verzichtete er auf eine Inthronisation oder Krönung. Johannes Paul II. war der 265. Nachfolger des Apostels Petrus. Zu den herausragenden Ereignissen seines Pontifikats zählten die 104 Auslandsreisen in 129 Länder der Welt. Dreimal besuchte Johannes Paul II. auch Österreich: 1983, 1988 und zuletzt 1998.

 

Johannes Paul II. veröffentlichte 14 Enzykliken und zahlreiche andere Lehrschreiben. Große Beachtung fanden seine Dokumente zur katholischen Soziallehre und zur Einheit der Christen. Er berief 15 Bischofssynoden ein; zudem proklamierte er rund 1.800 Heilige und Selige, mehr als all seine Vorgänger zusammen. Zu den Höhepunkten seines Pontifikats zählte das Heilige Jahr 2000, zu dem rund 30 Millionen Pilger nach Rom kamen.

 

1981 schwer verletzt durch Attentat

Bei einem Attentat des Türken Ali Agca wurde Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 durch Schüsse schwer verletzt, überlebte aber dank seiner robusten Konstitution. Nach einem Sturz und einer Hüftoperation 1994 war er zunehmend gehbehindert. Als Spätfolgen des Attentats musste er sich mehreren Darmoperationen unterziehen. Im Alter von 74 Jahren machte sich zudem erstmals die Parkinsonsche Krankheit bemerkbar. Sie sollte später seine Sprechfähigkeit immer stärker einschränken.

 

In seinem Pontifikat führte Johannes Paul II. zahlreiche Neuerungen in der Kirchenleitung und der päpstlichen Amtsführung ein. Er setzte sich auch über das Protokoll und die Normen der römischen Kurie hinweg.

 

Der Papst in der Synagoge

Als erster Papst besuchte er 1986 die jüdische Synagoge in Rom. Als Sensation galten die interreligiösen Friedensgebete, zu denen er 1986, 1993 und 2002 Religionsführer aus aller Welt nach Assisi einlud. 1983 gab er eine neue Fassung des Kirchenrechts heraus. 1992 erschien der Katechismus für die katholische Weltkirche. Nach den Terroranschlägen von 2001 bemühte sich Johannes Paul II. verstärkt um einen Dialog mit dem Islam.

 

Der Besuch Johannes Pauls im Heiligen Land im Jahr 2000 trug neben dem Synagogenbesuch von 1986 stark zur Aussöhnung zwischen der Kirche und dem Judentum bei. Zu seinen wichtigsten Reisen gehörte die Visite 1998 in Kuba. Wichtige Stationen waren auch seine ersten Reisen in mehrheitlich orthodoxe Länder. Seinen Herzenswunsch nach einer Reise nach Moskau konnte er infolge Widerständen des dortigen orthodoxen Patriarchats nicht mehr realisieren. Auch ein Besuch in Peking blieb ihm versagt.

 

Kritik wegen Bischofsernennungen

Kritisiert wurde der Papst insbesondere wegen seiner Haltung in Moralfragen, zur Interkommunion und auch wegen einiger Bischofsernennungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In seine Amtszeit fiel 1988 die Abspaltung der Traditionalisten unter dem früheren Erzbischof Marcel Lefebvre, die die kirchlichen Reformen nach dem Zeiten Vatikanischen Konzil nicht mitvollziehen wollten.

 

Die letzten Worte

Anfang 2005 verschlechterte sich der Gesundheitszustand des 84-Jährigen dramatisch. Am 1. Februar 2005 wurde er mit einer Kehlkopfentzündung und Atemnot in die Gemelli-Klinik in Rom gebracht. Nach seiner Entlassung am 10. Februar musste er am 24. Februar abermals eingeliefert und ein Luftröhrenschnitt vorgenommen werden. Am 13. März 2005 kehrte Johannes Paul II. in den Vatikan zurück. Er zeigte sich am 20. und 23. März am Fenster seines Arbeitszimmers den Gläubigen auf dem Petersplatz und spendete von dort am Ostersonntag (27. März) stumm den Segen Urbi et Orbi. Am 30. März 2005 ließ sich der Papst dort zum letzten Mal sehen. Er wurde bereits durch eine ständige Sonde in der Nase künstlich ernährt.

Am folgenden Tag fieberte er und empfing die Krankensalbung. Am 2. April 2005 gegen 15.30 Uhr sprach er mit sehr schwacher und gebrochener Stimme auf Polnisch seine letzten Worte: "Lasst mich ins Haus des Vaters gehen!". Kurz vor 19 Uhr fiel er ins Koma. Er starb um 21.37 Uhr. Seliggesprochen wurde Johannes Paul durch seinen Nachfolger Benedikt XVI. am 1. Mai 2011.

erstellt von: KAP (22.4.2014)
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Weitere Informationen:

Was ist eine Heiligsprechung

 

Mehr über Papst Johannes Paul II

 

Mehr über Papst Johannes XXIII

 

Schwerpunkt Heilige, Selige und große Christen

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Der Papst traf Mitglieder des Ordentlichen Rates des Generalsekretariates der Bischofssynode. Leo XIV.: "Synodalität ist ein Stil, eine Haltung, die uns hilft, Kirche zu sein und authentische Erfahrungen von Teilhabe und Gemeinschaft zu fördern".

Missio-Österreich-Direktor Begegnung mit Papst Leo XIV

P. Wallner: Weltmission Schlüssel für Aufbruch der Kirche in Europa

Missio-Österreich-Direktor nach Begegnung mit Papst Leo XIV.: Kirche muss selbstbezogene Haltung überwinden. Päpstliche Missionswerke wollen "Brückenfunktion" einnehmen.

Österreichs katholische Kirche dankt für neuen Papst Leo XIV.

Österreichs katholische Kirche dankt für neuen Papst Leo XIV.

Kardinal Schönborn beim "Te Deum" im Stephansdom: Das Bekenntnis zu Christus ist ein Fels, auf den die Kirche gebaut ist. Der 267. Nachfolger Petri in 2000 Jahren zeigt  Kontinuität.

Papst Leo XIV.

"Sich klein machen, damit Christus bleibt" - Erste Papstpredigt im Wortlaut

Wortlaut der Predigt von Papst Leo XIV. bei der Messe mit den Kardinälen am 9. Mai 2025 in der Sixtinischen Kapelle.

Schönborn: Papst kam früher schon gerne nach Österreich

Schönborn: Papst kam früher schon gerne nach Österreich

Kardinal Schönborn bei einer Pressekonferenz in Wien über die Affinität des neuen Papstes zu Österreich, seine künftigen Akzentsetzungen und warum ein Teamplayer an der Spitze der Katholischen Kirche so wichtig ist.

Rauch- und Hoffnungszeichen

Von einem, der ohne große Erwartungen auf den Petersplatz geht und voll Hoffnung davon zurückkommt…

Der neue Papst trägt den Namen Leo - In den Spuren großer Vorgänger

Kardinal Robert Francis Prevost hat sich für den Namen Leo XIV. entschieden. Mit diesem Namen tritt er in eine traditionsreiche Reihe ein - Von Christiane Laudage.

Beten für den neuen Papst und die Kirche

Gebet, Andacht und Fürbitten für den neuen Papst und die Kirche.

Papst Leo XIV.

Papst Leo XIV. setzt zu Beginn klare Signale

Der neue Papst in seiner erstern Ansprache: "Wir wollen gemeinsam unterwegs sein, den Frieden und die Gerechtigkeit ohne Furcht suchen. Wir wollen gemeinsam als Missionare unterwegs sein."

Robert Prevost ist Papst Leo XIV.

Robert Prevost ist Papst Leo XIV.

Der 69-jährige ist der erste US-Amerikaner als Papst. "Habemus Papam" verkündete Kardinal-Protodiakon Mamberti vor mehr als 100.000 jubelnden Gläubigen auf dem Petersplatz.

Weißer Rauch: Neuer Papst im vierten Wahlgang gewählt

Weißer Rauch: Neuer Papst im vierten Wahlgang gewählt

Name des neuen Papstes wird in Kürze von der Mittelloggia des Petersdoms aus der Öffentlichkeit verkündet.

Stille kommunizieren

Mehr als  5000 Medienschaffende ringen zurzeit auf dem Petersplatz in Rom um Worte. Information ist teuer. Vor allem kostet sie enormes Engagement.

Ein Blogbeitrag von Georg Schimmerl aus Rom.

Papstwahl: Donnerstagmittag wieder schwarzer Rauch

Papstwahl: Donnerstagmittag wieder schwarzer Rauch

Nach drei Wahlgängen im Konklave noch kein neuer Papst. Erneut Tausende auf dem Petersplatz.

Konklave: Schwarzer Rauch über der Sixtina

Konklave: Schwarzer Rauch über der Sixtina

Wie erwartet am Mittwochabend noch keine Entscheidung bei Papstwahl. 45.000 Menschen auf dem Petersplatz.

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