Ein lautstarkes Zeichen für Asylwerber setzen am 14. März 2016 die Pfarren des 23. Wiener Gemeindebezirks. Ab 18 Uhr läuten die Glocken aller Liesinger Kirchen für fünf Minuten. Zeitgleich findet eine Kundgebung gegen das Asylquartier in der Ziedlergasse, das künftig bis zu 750 Asylwerber Unterkunft geben soll, statt. Vergangene Woche am Freitag, 4. März bezogen die ersten 51 Asylsuchenden das ehemalige Bürohaus einer Computerfirma.
"Leute, die sich um ihre Kinder sorgen, Frauen, die aus Angst abends nicht mehr alleine auf die Straße gehen": Petra Kollars, organisatorische verantwortlich für das Friedensgebet, kennt die Sorgen der Bevölkerung und räumte "Kathpress" gegenüber ein, "dass die Befürchtungen teilweise auch nachvollziehbar sind". Lautstark gegen die neue Unterkunft zu protestieren sei aber der falsche Weg. Die Pfarren wollen mit ihrer Aktion auf "einen anderen Weg aufmerksam machen".
Will Integration gelingen, "müssen Menschen das Gefühl haben, sie sind hier willkommen. Dazu gehört der positive Kontakt zur Bevölkerung", ist Kollars überzeugt. In den Pfarrgemeinden bemüht man sich deshalb, Flüchtlinge zu unterstützen.
Die Pfarre Rodaun stellt aktuell ein Gelände zur Verfügung, auf dem die Caritas ein Container-Dorf für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreibt. In Gebäuden der Pfarren Liesing, Kalksburg und Mauer sind ein oder zwei Flüchtlingsfamilien untergebracht.
Die Pfarre Rodaun - sie ist die einzige Pfarre des 23. Bezirks, deren Kirche über keine Glocken verfügt - lädt am 14. März um 18 Uhr zu einem Friedensgebet in die Pfarrkirche.