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Bild von Mutter Teresa
MARCIN MAZUR, MAZUR / Bild von Mutter Teresa
19.12.2025
Heilige & Selige

Heilige Mutter Teresa (5. September)

Als Papst Johannes Paul II. am 19. Oktober 2003, dem Weltmissions-Sonntag, Mutter Teresa von Kalkutta in Rom selig sprach, nannte er sie „eine der größten Missionarinnen des 20. Jahrhunderts". Am 4. September 2016 hat Papst Franziskus sie Heilig gesprochen.

 

"Der Mensch ist von Gott nie weiter entfernt als ein Gebet."

Mutter Teresa

Anjezë Gonxhe Bojaxhiu wurde am 26. August 1910 in Skopje in Mazedonien als jüngste Tochter von drei Kindern geboren. Ihre Familie und die von den Jesuiten geleitete Pfarre waren Orte, an denen ihre persönliche Beziehung zu Gott reifte, ganz besonders in der für die Jesuiten übliche Form der Herz-Jesu-Verehrung: "Von Kindheit an war das Herz Jesu meine erste Liebe," sagte Mutter Teresa. Weil die Jesuiten der Pfarre in Westbengalen (Indien) eine Missionsstation hatten, kam sie früh mit der Mission in Berührung.

 

Über die Loreto-Sisters nach Indien

Mit achtzehn Jahren folgte sie ihrer Sehnsucht, "in die Welt zu ziehen und das Leben Christi den Menschen weiter zu geben". Sie trat bei der Ordensgemeinschaft der Loreto-Sisters in Irland ein, um mit ihnen 1929 nach Kalkutta in Indien zu gelangen. Neben ihrer Aufgabe als Lehrerin an der St. Mary’s School besuchte sie in ihrer Freizeit sonntags die Menschen in den Slums. Als Ordensschwester hatte sie nicht mehr zu geben, als sich selbst, doch sie war sehr glücklich, zu sehen, welche Freude ein Besuch den Menschen in den Slums bereitete.

 

Der einfache Weg - Therese von Lisieux als Vorbild

Mit dem Ordenseintritt im Jahr 1928 hatte Mutter Teresa den Namen der Thérèse von Lisieux, der Patronin der Weltmission, angenommen. Mutter Teresa wurde ihr zum glühenden Vorbild in der Mission: Sie wusste sich so sehr von Gott geliebt, dass sie nicht anders konnte als – in einem Privatgelübde 1942 – ihn so sehr zu lieben, dass sie Jesus nichts verweigern wolle. Dies führte, wie bei der kleinen Thérèse, ganz besonders zur "Treue in den kleinen Dingen der Liebe".

 

Berufung in der Berufung – den Ärmsten der Armen zu dienen

Auf der Zugreise zu den jährlichen Exerzitien nach Darjeeling (Indien) am 10. Dezember 1946 empfängt sie "eine Berufung in der Berufung". Jesus bittet sie: "Come, be my light" und gehe zu den Armen, Kranken und Sterbenden. Gerade in den Menschen, die an unerträglicher Armut leiden, den Kranken und Sterbenden in den Slums, den Ausgestoßenen und Straßenkindern, erkennt sie den dürstenden Jesus ("I thirst") wieder. In die Dunkelheit ihrer Schmerzen und Ängste will sie Jesus bringen, sein "Licht" sein. Mit der Erlaubnis des Papstes verlässt sie die Gemeinschaft der Loreto-Sisters und beginnt ihr Apostolat mitten unter den Armen in den Slums als eine von ihnen. "Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben" (Mt 25,35).

 

Missionaries of Charity

Vier Jahre vergingen, ehe am 7. Oktober 1950 die Missionaries of Charity (MC) gegründet wurden. Die neue Gemeinschaft bestand aus Mutter Teresa und den ersten elf Schwestern. Heute sind die Missionaries of Charity eine weltweite Familie, bestehend aus über 750 Niederlassungen der aktiven und kontemplativen Schwestern und Brüdern, sowie den MC-Priestern. Weiters gehören zur Familie eine große Laienbewegung und die Priester der Corpus-Christi-Bewegung. 

 

Genauso schnell wie ihr Orden verbreitete sich auch Mutter Teresas Bekanntheit. Infolge der Hochachtung, die ihr Papst Paul VI. nach einem Kennenlernen beim Eucharistischen Weltkongress in Indien 1964 entgegenbrachte, wurde man auch jenseits der Landesgrenzen Indiens auf sie aufmerksam. Der Vatikan erhob den Orden 1965 in den Rang einer pontifikalen Kongregation und würdigte Mutter Teresa mit dem Friedenspreis. Weitere Auszeichnungen folgten, darunter 1973 der damals erstmals verliehene "Templeton Preis", 1978 der Balzan-Preis, 1979 der Friedensnobelpreis und 1996 die Ehrenbürgerwürde der USA.

 

Sinn des Lebens: Zu lieben und geliebt zu werden.

"Es gibt viele Menschen auf der Welt, die nach einem Stück Brot hungern, aber noch mehr, die nach ein bisschen Liebe verlangen." Darin erkennt sie eine der größten ungestillten Nöte der Gegenwart und verweist darauf, dass "die größte Armut der Menschen ist, Christus nicht zu kennen", weil er die Liebe Gottes ist. Der Sinn des Lebens besteht darin, "zu lieben und geliebt zu werden". So ist sie den Christen ein glühendes Vorbild, unser Leben für Christus hingeben, dem wir in den Armen konkret begegnen.

 

 

Weltweite Trauer

Die starke Selbstbeanspruchung und ständige Reisen gingen stark zu Lasten der Gesundheit Mutter Teresas: 1983 stellten die Ärzte Herzprobleme fest, 1989 wurde der Ordensfrau ein Herzschrittmacher eingepflanzt. Im März 1997 gab sie beim Generalkapitel die Ordensleitung an Schwester Nirmala Joschi ab und reiste im Sommer nochmals in die USA und in den Vatikan, wo sie ein letztes Mal Papst Johannes Paul II. traf. Am 5. September 1997 starb Mutter Teresa 87-jährig in Kalkutta.

 

Die Ordensgründerin, die bereits 1951 indische Staatsbürgerin geworden war, erhielt ein Staatsbegräbnis. Über eine Million Menschen begleiteten den Trauerzug durch Kalkutta, hunderte Staats- und Regierungschefs sowie Spitzenvertreter etlicher Religionen gaben der Ordensfrau die letzte Ehre. Über eine Milliarde Zuseher in 35 Ländern verfolgten das vom vatikanischen Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano geleitete Requiem am 13. September 1997 an den Bildschirmen.

 

Heiligkeit ist nicht ein Luxus für Wenige.

Sie ist ganz einfach eine Pflicht für Dich und für mich!

Mutter Teresa

 

Mehr zu Mutter Teresa

 

Lebenslauf
  • 26. August 1910 Anjezë Gonxhe Bojaxhiu wird in Skopje (Mazedonien) geboren.
  • 1916 Erstkommunion und Firmung
  • 1919 Nikola, der Vater von Mutter Teresa, stirbt.
  • 1922 Erste Anzeichen zur Berufung zum Ordensleben.
  • 26. September 1928 Aufbruch zu den Loreto-Sisters nach Dublin (Irland).
  • 12. Oktober 1928 Postulantin und Annahme des Namens „Teresa“ nach der heiligen Thérèse von Lisieux.
  • 1. Dezember 1928 Aufbruch nach Indien
  • 6. Jänner 1929 Ankunft in Kalkutta (Indien)
  • 23. Mai 1929 Novizin in Darjeeling (Indien)
  • 25. Mai 1931 Zeitliche Profess und Lehrerin für Geografie und Religion in der St. Mary’s School in Kalkutta.
  • 24. Mai 1937 Ewige Profess
  • April 1942 Privatgelübde, „Jesus nichts zu verweigern“.
  • 10. September 1946 Empfang der Berufung in der Berufung auf einer Zugfahrt nach Darjeeling (Inspiration Day).
  • 12. April 1948 Verlassen der Loreto-Sisters, um sich den Ärmsten der Armen zu widmen.
  • 19. März 1949 Die erste Kandidatin kommt dazu.
  • 7. Oktober 1950 Gründung der „Missionaries of Charity“ (Thanksgiving-Day).
  • Oktober 1960 Erste Auslandsreise in die USA.
  • 1. Februar 1965 Missionaries of Charity werden ein Institut päpstlichen Rechts und Mutter Teresa wird die erste Generaloberin.
  • 26. Juli 1965 Erste Gründung außerhalb Indiens in Cocorote (Venezuela).
  • 12. 7. 1972 Drana, die Mutter von Mutter Teresa, stirbt in Tirana (Albanien).
  • 10. Dezember 1979 Überreichung des Friedensnobelpreises in Oslo (Norwegen).
  • 24. Dezember 1985 Eröffnung des ersten Hauses für HIV/AIDS-Patienten in New York (USA).
  • 3. Februar 1986 Besuch von Papst Johannes Paul II. in Nirmal Hriday in Kalkutta.
  • 13. März 1997 Sr. Nirmala folgt Mutter Teresa als Generaloberin nach.
  • 5. September 1997 Mutter Teresa stirbt in Kalkutta.
  • 19. Oktober 2003 Papst Johannes Paul II. spricht Teresa von Kalkutta selig.
  • 4. September 2016, Heiligsprechung durch Papst Franziskus.
Nobelpreisrede von Mutter Teresa im Jahr 1979

Lasst uns alle zusammen Gott danken für die wundervolle Gelegenheit, gemeinsam die Freude ausdrücken zu können, dass wir Frieden verbreiten, die Freude, dass wir einander lieben und dass wir Ihn lieben, dass die Ärmsten der Armen unsere Brüder und Schwestern sind. Wir haben uns hier versammelt, um Gott für dieses Geschenk des Friedens zu danken. Ich habe Ihnen allen das Friedensgebet gegeben, das Franz von Assisi vor vielen Jahren betete, und ich überlege, ob er nicht die gleiche Notwendigkeit, um den Frieden zu beten, fühlte, wie wir sie jetzt empfinden.

Liebe

 

Gott liebte die Welt so sehr, dass er ihr seinen Sohn schenkte; er gab ihn einer Jungfrau, der seligen Jungfrau Maria, und sie ging – in dem Augenblick, in dem er in ihr zum Leben kam – in Eile, um ihn andern zu bringen. Und was machte sie dort? Sie verrichtete die Arbeit einer Dienerin. Sie diente. Sie verbreitete die Freude, andere zu lieben. Und Jesus Christus liebt dich und mich, und er gab sein Leben für uns. Und als ob das für ihn noch nicht genug war, sagte er immer wieder: „Liebt, wie ich Euch geliebt habe, wie ich Euch jetzt liebe.“ Und wie müssen wir lieben? Lieben, indem wir geben, denn er gab uns seinen Sohn. Er gab sein Leben für uns, und er fährt fort zu geben; er gibt hier, überall, in unserem eigenen Leben und im Leben anderer. Es war für ihn nicht genug, für uns zu sterben, er wollte, dass wir einander lieben, dass wir ihn im andern sehen.

 

 

Und um sicher zu sein, dass wir verstehen, was wir brauchen, sagte er, in der Stunde des Todes werden wir danach gerichtet werden, was wir für die Armen, die Hungrigen, Nackten, Heimatlosen gewesen sind. Er machte sich selbst zum Hungrigen, Nackten, Heimatlosen, hungrig nicht nur nach Brot, sondern nach Liebe, nackt nicht nur ohne ein Stück Stoff, sondern nackt ohne menschliche Würde; heimatlos nicht nur, weil er kein Heim hat, sondern heimatlos, weil er vergessen ist, ungeliebt, nicht umsorgt, für niemanden liebenswert. Und er sagte: „Was Ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan.“ Es ist so wundervoll für uns, durch diese Liebe heilig zu werden. Heiligkeit ist nämlich nicht ein Luxus für wenige, sondern eine einfache Pflicht für jeden von uns. Und durch diese Liebe, durch diese Liebe zueinander erreichen wir sie.

 

Armut

 

Heute, da ich diesen großen Preis erhalte – ich persönlich bin äußerst unwürdig – bin ich glücklich wegen unserer Armen, glücklich, dass ich die Armen verstehen kann, genau gesagt die Armut unserer Leute. Ich bin dankbar und sehr glücklich, ihn im Namen der Hungrigen, der Nackten, der Heimatlosen, der Krüppel, der Blinden, der Leprakranken zu erhalten. Im Namen all derer, die sich unerwünscht, ungeliebt, nicht umsorgt fühlen, die aus unserer Gesellschaft ausgestoßen sind. Ich nehme den Preis in ihrem Namen an und bin sicher, dieser Preis wird eine neue verstehende Liebe zwischen den Reichen und den Armen bringen. Hierauf bestand Jesus, darum kam er auf die Welt, diese frohe Botschaft den Armen zu bringen. Vor einigen Wochen kamen einige Arme zusammen. Wir wollten den Armen die frohe Botschaft verkünden: „Gott liebt uns, wir lieben ihn, sie sind jemand für uns, auch sie sind durch die gleiche liebende Hand Gottes erschaffen, um zu lieben und geliebt zu werden.“

 

 

Unsere Armen sind großartige Leute, sie sind liebenswerte Menschen. Sie brauchen nicht unser Mitleid und unsere Sympathie, sie brauchen unsere verstehende Liebe. Sie brauchen unseren Respekt, sie wollen, dass wir sie mit Liebe und Achtung behandeln. Und ich fühle, dass es die größte Armut ist, dass wir dies erfahren, dass wir es erst verstehen lernen müssen, wie der Tod unserer Leute ist. Ich vergesse es nie, wie ich einst einen Mann von der Straße auflas. Er war mit Maden bedeckt. Sein Gesicht war die einzige Stelle, die sauber war. Ich brachte den Mann ins Heim für Sterbende und er sagte nur einen Satz: „Ich habe wie ein Tier auf der Straße gelebt, aber nun werde ich wie ein Engel sterben, geliebt und umsorgt.“ Und er starb wunderschön. Er ging heim zu Gott. Der Tod ist nichts anderes als ein Heimgang zu Gott. Ich spürte, er erfreute sich an dieser Liebe, dass er erwünscht war, geliebt, dass er für jemanden jemand war.

 

Ungeborene Kinder

 

Ich habe eine Überzeugung, die ich Ihnen allen mitteilen möchte: Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes. Wenn eine

Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoß ermorden kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch, als wenn wir uns gegenseitig umbringen? Sogar in der Heiligen Schrift steht: „Selbst wenn die Mutter ihr Kind vergessen könnte, ich vergesse dich nicht.“ Aber heute werden Millionen ungeborener Kinder getötet, und wir sagen nichts. In den Zeitungen lesen wir dieses und jenes, aber niemand spricht von den Millionen von Kleinen, die empfangen wurden mit der gleichen Liebe wie Sie und ich, mit dem Leben Gottes. Und wir sagen nichts, wir sind stumm. Für mich sind die Nationen, die Abtreibung legalisiert haben, die ärmsten Länder. Sie fürchten die Kleinen, sie fürchten das ungeborene Kind. Und das Kind muss sterben, weil sie dies eine Kind nicht mehr haben wollen – nicht ein Kind mehr – und das Kind muss sterben. Und ich bitte Sie hier im Namen der Kleinen: Rettet das ungeborene Kind, erkennt die Gegenwart Jesu in ihm! Als Maria Elisabeth besuchte, hüpfte das Kind vor Freude im Schoß der Mutter in dem Augenblick, als Maria ins Haus kam. Das Ungeborene brachte Freude. Daher versprechen wir hier, jedes ungeborene Kind zu retten. Gebt jedem Kind die Gelegenheit, zu lieben und geliebt zu werden. Wir bekämpfen Abtreibung mit Adoption. Mit Gottes Gnade werden wir es schaffen. Gott segnete unsere Arbeit. Wir haben Tausende von Kindern gerettet, sie haben ein Heim gefunden, in dem sie geliebt werden, wo sie erwünscht sind, wohin sie Freude gebracht haben.

 

 

Deshalb fordere ich Sie heute auf, Majestäten, Exzellenzen, meine Damen und Herren, Sie alle, die aus vielen Ländern der Erde gekommen sind: Beten Sie, dass wir den Mut haben mögen, das ungeborene Leben zu schützen. Hier in Norwegen haben wir nun die Gelegenheit, dafür einzutreten.

 

Teilen

 

Gott segnete Sie mit Wohlstand, aber in vielen Familien hier haben wir vielleicht jemanden, der nicht hungrig ist nach einem Stück Brot, der sich jedoch vergessen oder ungeliebt fühlt, der Liebe braucht. Liebe beginnt zu Hause, dort zuerst.

 

 

Ich vergesse nie ein kleines Kind, einen Hindujungen von vier Jahren. Er hatte irgendwie gehört: „Mutter Teresa hat keinen Zucker für ihre Kinder.“ Er ging nach Hause zu seinen Eltern und sagte: „Ich will drei Tage lang keinen Zucker essen, ich schenke ihn Mutter Teresa.“ Nach drei Tagen mussten seine Eltern ihn zu mir bringen, und er schenkte mir ein kleines Gläschen Zucker. Wie sehr liebte das kleine Kind! Es liebte, bis es weh tat. Vergessen Sie nicht, dass es viele Kinder, viele Frauen, viele Männer auf dieser Welt gibt, die das nicht haben, was Sie haben, und denken Sie daran, dass Sie auch jene lieben, bis es weh tut. Vor einiger Zeit las ich ein Kind von der Straße auf, in dessen Gesicht ich sehen konnte, dass es hungrig war. Ich weiß nicht, wie viele Tage es nichts zu essen hatte. Ich gab ihm ein Stück Brot, und das Kleine aß Krume um Krume. Ich sagte dem Kind: „Nun iss doch das Brot!“ Da sah das Kind mich groß an und sagte: „Ich habe Angst, das Brot zu essen, ich fürchte, wenn es zu Ende ist, werde ich wieder hungrig sein!“

 

 

Die Größe der Armen ist eine Realität. Eines Tages kam ein Herr zu mir und sagte: „Dort lebt eine Hindufamilie mit acht Kindern, die schon lange Zeit hungern.“ Ich nahm Reis und brachte ihn dort hin. Ihre Augen glänzten vor Hunger. Während ich noch dort war, teilte die Mutter den Reis und ging mit einer Hälfte hinaus. Als sie zurückkam, fragte ich sie, was sie getan habe. Sie antwortete: „Sie sind auch hungrig.“ Sie wusste, dass ihre Nachbarn, eine Moslemfamilie, auch hungrig waren. Was mich am meisten erstaunte, war nicht, dass sie den Nachbarn etwas mitgab, sondern dass sie in ihrem Leiden, in ihrem Hunger wusste, dass noch jemand hungrig war. Sie hatte den Mut zu teilen und die Liebe zu teilen.

 

 

Dies ist es, was ich von Ihnen wünsche: Lieben Sie die Armen, und wenden Sie ihnen nicht den Rücken zu, denn wenn Sie den Armen den Rücken zuwenden, so wenden Sie ihn Christus zu. Er hat sich selbst zum Hungrigen gemacht, zum Nackten, zum Heimatlosen, so dass Sie und ich Gelegenheit haben, ihn zu lieben. Wo ist Gott? Wie können wir ihn lieben? Es genügt nicht, zu sagen: „Mein Gott, ich liebe Dich!“ Wir lieben Gott in dieser Welt, indem wir etwas aufgeben, etwas weggeben. Natürlich kann ich den Zucker selbst essen, ich kann ihn aber auch weggeben. Ich kann den Erwachsenen geben, ich kann den Kindern geben. Wenn wir den ganzen Tag gäben, das ganze Leben lang, so würden wir überrascht sein an jenem schönen Tag, an dem die Menschen teilen und sich darüber freuen.

 

So bete ich für Sie, dass Sie das Gebet in Ihre Familien bringen. Die Frucht des Gebetes wird sein, dass wir glauben, dass wir es für Christus tun. Wenn wir wirklich glauben, werden wir anfangen zu lieben, und wir werden dann natürlich einander lieben, zuerst in unserem eigenen Heim, dann unseren nächsten Nachbarn, dann die Menschen in dem Land, in dem wir leben. Lassen Sie uns alle in das Gebet einstimmen: „Gott, gib uns den Mut, jedes ungeborene Kind zu schützen.“ Denn das Kind ist das größte Geschenk Gottes für die Familie, für ein Volk und für die Welt. Gott segne Sie!

 

 

Quelle: www.missio.at und dort von http://www.dadalos.org/deutsch/Vorbilder/vorbilder/theresa/nobelpreis.htm am 27.01.2010 übernommen.

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