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Niklaus von Flüe
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06.01.2026
Heilige & Selige

Heiliger Niklaus von Flüe (25. September)

Eine Lebensgeschichte, die irritiert: Der zehnfache Familienvater Niklaus von der Flüe († 1487) wurde Einsiedler. Was Männer auch mitten in der modernen Welt von dem außergewöhnlichen Schweizer lernen können.

Erst 1947 erfolgte die Heiligsprechung des Schweizer Einsiedlers und Mystikers Niklaus von Flüe.

 

460 Jahre waren seit seinem Tod 1487 vergangen. Dafür lassen sich unterschiedliche Gründe anführen. Nicht zuletzt mag darunter auch das Unverständnis sein, mit dem bereits manche seiner Zeitgenossen den Schritt des Familienvaters ins Einsiedlerleben gesehen und missbilligt haben. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert.

 

Einsiedlerleben trotz Familie

Werfen wir einen kurzen Blick auf sein Leben: 1417 wurde er in Sachseln (Schweiz) geboren, um 1444 heiratete er. Der Ehe entsprossen zehn Kinder. Er stellte seinen Mann als Bauer, Ratsherr und Richter, genoss hohes Ansehen in seiner Umgebung.

 

Kurz nach seinem 50. Geburtstag verließ er 1467 Frau und Kinder (das jüngste war erst 16 Monate alt) und begann als Einsiedler zu leben. Der einfache Mann aus dem Volk reifte in den ihm noch beschiedenen zwanzig Jahren zum Ratgeber, Mahner, Versöhner und Friedensstifter für seine Heimat  heran. In dieser Zeit – so wird überliefert – war es die Eucharistie, das Brot des Lebens, das ihm Kraft zum Leben für Gott und die Mitmenschen gab.

 

Leben des Heiligen

Das Leben der Heiligen findet – verallgemeinernd gesehen – weder bei allen Zustimmung, noch fordert es Nachahmung in den Einzelheiten. Es ist ein zeichenhaftes, prophetisches, mahnendes und einladendes: Folge auch du Gottes Ruf, antworte IHM auf deine ganz persönliche Weise!

 

Das Leben der Heiligen ist ein beispielhaftes, prophetisches Zeichen:

 

  • Gott ist nicht ein Gott von gestern
  • Gott ist der lebendige, gegenwärtige
  • Gott lädt "heutige" Menschen ein, sein Angebot, das Leben
  • und damit ihre Zukunft anzunehmen und auf dieses Ziel mit seiner Hilfe zuzugehen.

 

Mit unserem gläubigen Bekenntnis zu Jesus Christus ist die Berufung zum Propheten-Sein untrennbar verbunden. Was hilft uns, dieser Berufung besser zu entsprechen?

 

  • Die Bereitschaft, auf IHN zu hören – dazu braucht es Zeiten und Räume der Stille
  • Vertrauen, das sich im Annehmen und Wegnehmenlassen zeigt
  • Demut, IHM zu gehorchen,
  • Stärke, meinen Weg zu gehen – oft in einer wenig verständnisvollen Umgebung
  • Mut und Treue, zu mir und meinem eigenen Weg zu stehen

 

Eine Haltung, eine Grundeinstellung, die sich mit "für" umschreiben lässt.  Das kann beinhalten: für meine Familie, für meine Gemeinschaft, für meine Kirche, für meine Heimat, für meine Welt, für SEINE Schöpfung, für Gott, also

im Letzten ist es die Haltung der Liebe.

 

Angst vor der Stille

Im Psalm 37,7 finden wir die Einladung: "Sei still vor dem Herrn und harre auf ihn!" Trotz mancher Klagen über den Lärm um uns und das ständige Gefordertwerden gibt es ebenso die Angst vor der Stille. Männer sind von dieser Angst, der Flucht vor der Stille, nicht ausgenommen. Die stille Anbetung des Allerheiligsten, Exerzitien oder Besinnungstage  böten Gelegenheit, das Hinhorchen auf Gott einzuüben.

 

Klaus von der Flüe ist für mich ein prophetisches Zeichen – wenn gleich auch ein "kantiges" – geprägt und geformt von Glaube, Hoffnung und Liebe: Ein Zeichen nicht für einen "gestrigen" Gott, sondern für den lebendigen, der für mich, für uns alle eine Zukunft bereithält, wenn wir unsere Gegenwart darnach gestalten. Braucht nicht auch unsere Zeit Propheten, die auf den Weg zu einem erfüllten Leben verweisen?

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