Saturday 1. October 2016

KPH teilt Studenten-Bedenken zur neuen Lehrerausbildung

Gemeinsames Lehramtsstudium für Sekundarstufe löst Kritik aus. Der Rektor der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems, Berger, hofft auf Evaluierung im Jahr 2017: "Kommen gravierende Mängel zum Vorschein, soll es entsprechende Optimierungen geben."


Das geplante gemeinsame Lehramtsstudium für die Sekundarstufe der pädagogischen Hochschulen in Wien und Niederösterreich und der Universität Wien löst nicht nur bei Studienvertretern im Osten Österreichs Bedenken aus. Die Sorge um gekürzte Praxiszeiten, ungelöste organisatorische Fragen und das Fehlen aller künstlerischen Fächer im Studienangebot sei verständlich, räumte der Rektor der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien/Krems, Christoph Berger, in einer Stellungsnahme ein.

Berger hofft nun auf die für 2017 geplante Evaluierung des neuen Curriculums, das ein "erster Verhandlungskompromiss" sei. Kommen nächstes Jahr gravierende Mängel zum Vorschein, soll es entsprechende Optimierungen geben.

 

Weniger Praxis in den Klassen

Bisher waren die Studenten der pädagogischen Hochschulen jedes Semester in Klassen, um zuzuhören, oder selbst zu unterrichten. Nach einer gewissen Annäherung an den universitären Studienplan verringert sich diese Zeit nun. Dass dies die Sorge auslöst, Lehrer könnten dadurch weniger gut gerüstet sein für die vielfältigen Herausforderungen des Schulalltags - gerade im Ballungsraum Wien, wo spezielle Vermittlungsstrukturen dringend erforderlich sind - ist für Berger nachvollziehbar.

 

"Unweigerlichen Pendlerproblematik"

Zweiter heikler Punkt ist die operative Umsetzung des Curriculums. Die Studierendenvertreter warnen vor einer "unweigerlichen Pendlerproblematik". Sie besteht vor allem dann, wenn nicht jeder Standort - vier pädagogische Hochschulen und die Uni Wien - alle Kurse anbietet.

KPH-Vizerektorin Notburga Grosser hält dazu fest: "Die KPH Wien/Krems wird sich bemühen, dass sie den Bedürfnissen der Studierenden entgegenkommt und keine Vervielfachung von Fahrtwegen und damit womöglich auch eine Verlängerung der Studiendauer auslöst."

 

 

Künstlerische Fächer fehlen

Sorgen bereitet den Studierenden auch das Fehlen der künstlerischen Fächer. Damit mache das vorliegende Curriculum eine Ausbildung in diesen Fächern unmöglich und führe unweigerlich zu einem Mangel an ausgebildeten Lehrern im Kreativbereich, warnen die Studierendenvertreter. "Dass dies mittelfristig gesellschaftliche Auswirkungen haben wird, scheint absehbar", ist sich auch Institutsleiter Wolfgang Wagerer sicher.

Die Kooperation sei mit dem Anliegen gestartet, "dass sich die beteiligten Institutionen besonders mit ihren jeweiligen Stärken einbringen", heißt es im Statement weiter. Dass das vorliegende Curriculum nicht der Endpunkt dieses Weges sein könne, sei aber allen klar.

 

Vize-Rektorin Schnabl: Kompromiss


Die Vize-Rektorin der Universität Wien, Christa Schnabl, reagierte auf den Studentenprotest am Mittwoch, 9. März 2016, im ORF-Radio. Der neue Lehrplan sei als Kompromiss zwischen den pädagogischen Hochschulen und der Universität Wien zu verstehen. Immerhin bedeute er etwa für die Uni-Studenten, dass sie mehr Zeit in der Klasse verbringen als früher.

Für die nächsten Wochen kündigte Schnabl weitere Gespräche mit den Kunstunis an. "Wir sind sehr daran interessiert, die Kunstunis hier als Kooperationspartner mit ins Boot zu bekommen."

In Wien und Niederösterreich werden an den jeweiligen Hochschulen mehrere hunderte Studenten vom neuen Lehramtsstudium betroffen sein.

erstellt von: red/kathpress
10.03.2016

Bisher waren die Studenten der pädagogischen Hochschulen jedes Semester in Klassen, um zuzuhören, oder selbst zu unterrichten. Nach einer gewissen Annäherung an den universitären Studienplan verringert sich diese Zeit nun. Dass dies die Sorge auslöst, Lehrer könnten dadurch weniger gut gerüstet sein für die vielfältigen Herausforderungen des Schulalltags - gerade im Ballungsraum Wien, wo spezielle Vermittlungsstrukturen dringend erforderlich sind - ist für Rektor Christoph Berger nachvollziehbar.

Link

KPH - Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems

www.kphvie.ac.at

 

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