Designierter Wiener Erzbischof bei "Männerwallfahrt" in Klosterneuburg: Gemeinschaft und gelebter Glaube machen Kirche resilient, authentisch und wirksam
Der ernannte Wiener Erzbischof Josef Grünwidl hat in einer eindringlichen Ansprache dazu aufgerufen, den christlichen Glauben im öffentlichen Raum offen und unerschrocken zu bekennen. Bei der traditionellen Männerwallfahrt der Erzdiözese Wien erteilte er vergangenen Sonntag in Klosterneuburg einer versteckten oder zurückhaltenden Haltung eine klare Absage.
Grünwidl betonte, es gebe keinen Grund für christliche Minderwertigkeitskomplexe oder kirchliche Rückzugsgefechte. Obwohl die Zahl der Mitglieder der Kirche sinkt, sagte er: "Wir werden nicht an Bedeutung verlieren."
Die Grundlage für diese positive Einstellung ist das Evangelium selbst, das er als "die beste Botschaft für die Welt von heute" bezeichnete – eine Botschaft, die Hoffnung, Freude, Liebe, Frieden und die Aussicht auf ein erfülltes Leben bietet. Er ermutigte Christen, ihren Glauben "tapfer und kraftvoll" in sämtliche Bereiche des Lebens – Familie, Job und Gesellschaft – einzubringen, anstatt ihn zu verheimlichen.
Josef Grünwidl wandte sich entschieden gegen die Auffassung, Glaube sei Privatsache und Religion solle aus dem öffentlichen Leben verbannt werden, und setzte sich stattdessen für einen öffentlichen und gelebten Glauben ein. Das Engagement von „Bekennern und Zeugen des Glaubens“ sei unerlässlich. Nur so könne die Kirche auch in Zukunft bei gesellschaftlichen und sozialen Fragen mitreden und christliche Überzeugungen könnten die Basis der Gesellschaft bleiben.
Zudem ermutigte Grünwidl die Anwesenden, sich aktiv für die Kirche einzusetzen. Er konstatierte, die Kirche habe „viel mehr Grund zur Dankbarkeit als zum Jammern oder Schämen“ und sei „besser als ihr Ruf“. Der Erzbischof beschrieb die Kirche als ein "Hoffnungszeichen" und eine Gemeinschaft, die aktiv Nächstenliebe lebe. Diese Glaubens- und Kirchengemeinschaft sorge für Resilienz und mache die Gläubigen widerstandsfähig gegenüber negativen Kräften wie Angst, Frust und Aggression, die auf Spaltung und Polarisierung in der Gesellschaft abzielten, und sei somit ein stabilisierender Faktor in Zeiten des Wandels.
Die "Lichtspur der Kirche" ist seit über 2000 Jahren am Leuchten. Auch heute ist die Kirche in Österreich noch aktiv. Sie ist in den Pfarreien, durch Religionslehrkräfte, Klöster, Stifte und Ordensgemeinschaften, Privatschulen, Spitäler, Heime, Pflegeeinrichtungen und das Wirken der Caritas tätig. Grünwidl hob schließlich auch das das enorme ehrenamtliche Engagement hervor, das keine Selbstverständlichkeit sei.