Der designierte Wiener Erzbischof Josef Grünwidl setzt Akzente beim Ökumene-Empfang in St. Pölten.
Ein deutliches Zeichen für die enge Zusammenarbeit zwischen Politik und christlichen Kirchen wurde beim traditionellen Ökumene-Empfang im St. Pöltner Landhaus gesetzt. Gastgeberin Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betonte die Wichtigkeit dieses Miteinanders angesichts aktueller Herausforderungen in Niederösterreich.
Ein besonderer Gast war der designierte Wiener Erzbischof Josef Grünwidl, gebürtiger Niederösterreicher, für den es die erste Begegnung dieser Art war. Er würdigte die gute Kooperation, aber unterstrich auch selbstbewusst die Rolle der Kirche. Mit Blick auf das Evangelium merkte er an: „Manchmal kann und muss Kirche auch die Politik nerven“, etwa wenn es um die Auswirkungen von Budgetkonsolidierungen auf arme Menschen gehe oder wenn man sich für Religionsfreiheit stark mache. Die Kirche müsse sich klar zu den "letzten Fragen" positionieren.
Landeshauptfrau Mikl-Leitner hob hervor, dass nach 80 Jahren Kriegsende, 70 Jahren Staatsvertrag und 30 Jahren EU-Beitritt Friede, Freiheit und Wohlstand nicht selbstverständlich seien. Die Zusammenarbeit mit den Kirchen sei daher unerlässlich, um tragende Werte, das religiös-kulturelle Erbe (Stifte und Klöster als Orte der Orientierung) und den Einsatz für Familien zu stärken. Familien seien das "Herz der Gesellschaft".
Auch der evangelische Superintendent Michael Simmer betonte, dass in einer Zeit vieler Krisen die Kirchen und die Politik gemeinsam das Grundvertrauen in der Gesellschaft stärken müssten.
Die Begegnung, zu der auch Bischöfe wie Alois Schwarz und Äbte der niederösterreichischen Stifte kamen, bekräftigte den gemeinsamen Wunsch, das Wir über das Ich zu stellen und die christlichen Wurzeln der Gesellschaft zu bewahren.