Friday 26. August 2016

Wenn Gott die Sicht der Dinge auf den Kopf stellt

Im Jahr des Glaubens präsentiert die Erzdiözese Wien Geschichten "Wie ich zum Glauben kam", so auch Maria Lang.


In ihrer Familie hat der Glaube immer eine große Rolle gespielt, berichtet Maria Lang. Im Teenageralter hat sie sich dann immer weniger dafür interessiert. Nach der Matura arbeitete sie erstmals zwei Jahre im Ausland. "Ich habe mich vom Glauben abgewandt, es einfach genossen in Freiheit zu sagen, nein ich gehe jetzt am Sonntag nicht in die Messe. Ich habe in dieser Zeit auch nicht nach etwas gesucht, sondern einfach drauflos gelebt", berichtet Maria.


Mit 20 habe sie dann wieder begonnen nachzudenken: "Ich hatte das Gefühl, da muss ein wenig mehr sein. Witzigerweise bin ich durch meinen jetzigen Mann wieder zum Nachdenken über den Glauben gekommen. Er hat mir auf eine sehr persönliche Art erzählt, wie er Gott erlebt", so Maria. Sie selbst sei damals in einer Umbruchphase gewesen und habe sich mehr auf ihre geplante Weltreise konzentriert. "Auf dieser Reise habe ich immer wieder Menschen getroffen, die mich im Glauben inspiriert haben. Zum Beispiel einen katholischen Pfarrer in Neuseeland. Bei dem habe ich mir einfach gedacht, okay, ich probier es jetzt. Ich habe eine Lebensbeichte abgelegt, da hatte sich so einiges angesammelt.


Es war befreiender als ich gedacht hatte. Ich wollte es also mit Jesus versuchen und habe mir eine englische Bibel gekauft." Es sei eine neue Erfahrung gewesen, sich mit bereits bekannten Texten in einer anderen Sprache auseinander zu setzen, so Maria. Parallel dazu seien ihr immer wieder Menschen begegnet, die sie inspiriert und am Glaubensweg weiter geführt haben.


"Da waren durchaus sehr verrückte Leute dabei. Eine der prägendsten Begegnungen war Father Kevin, der in Christchurch eine katholische Gemeinde geleitet hat. Der war einfach so cool. Ich habe das Gefühl gehabt, der verurteilt mich nicht, sondern wir fangen neu an, ich lerne Jesus jetzt kennen. Er ist während der Messe einfach barfuß rein spaziert, alles war anders, als ich es gekannt habe. Mir hat das sehr wohl getan. Es hat meine Klischees gesprengt, wie ein Christ sein darf. Das ganze Brave, Angepasste hat mich nie so interessiert", erzählt Maria schmunzelnd.


Sehr prägend war auch eine weitere Begegnung, die sie kurz vor Ostern hatte. "Ich hatte Geburtstag gehabt und habe mich sehr einsam gefühlt. Ostern wollte ich dann nicht alleine feiern, also habe ich zu Gott gesagt, okay, ich stell mich am nächsten Tag an die Straße und trampe, bitte schick mir jemanden, der mich mitnimmt.


Viele Autos sind vorbei gefahren, dann hielt eine wirklich alte Rostlaube, die war rot und verbeult und ich habe mir gedacht, nein, da steig ich nicht ein. Der Typ trug schwarze Lederklamotten, war stark tätowiert und ich hab mir gedacht: 'Ah Hilfe'. Aber er war freundlich. Auf meine Frage, wo er hinfährt, meinte er: Zu einem christlichen Bikertreffen. Und ich dachte mir, das sagt er jetzt nur, damit er mich beruhigt. Ich bin ganz am Rand im Auto gesessen und hab geschaut, ob ich da im Notfall eh raus kann."


Gelandet ist Maria dann wirklich auf einem christlichen Bikertreffen: "Ich hab mir gedacht, ich bin im falschen Film. Lauter tätowierte Typen in langen Fransengewänden. Ich bin drei Tage bei ihnen geblieben und wir haben Ostern gefeiert. Diese Menschen waren so herzlich, so völlig unkonventionell. Die waren alle Christen, auf eine ganz feurige Art und ich hab mir gedacht: Okay Gott, du hast meine Sicht, wie Christen zu sein haben, völlig auf den Kopf gestellt. Okay, man muss nicht in so ein Schema passen, um Jesus nachzufolgen."


Heute ist Maria Lang bei ihren vier Kindern zu Hause. "Auch wenn ich nie brav und angepasst sein wollte, mit vier Kindern bin ich in einem gewissen Schema drinnen. Aber ich merke, es geht mir gut damit."

erstellt von: Katharina Spörk

"Okay Gott, du hast meine Sicht, wie Christen zu sein haben, völlig auf den Kopf gestellt. Man muss nicht in so ein Schema passen, um Jesus nachzufolgen", so Maria Lang.

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