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16.09.2024 · Österreich & Weltkirche

Der nächste Papst? Kardinäle mit Aussicht auf das höchste Kirchenamt

 

Amtsmüde ist Papst Franziskus nicht: Noch immer absolviert er lange Auslandsreisen und Großveranstaltungen - Doch mit fast 88 Jahren ist er einer der ältesten Päpste der Geschichte - Die Nachfolge rückt näher - Um die Kardinäle mit Aussicht auf das höchste Kirchenamt gibt es unter den Vaticanisti viele Spekulationen - Hintergrundbericht von Kathpress-Rom-Korrespondentin Severina Bartonitschek

Im Vorfeld einer Papstwahl gibt es keinen Wahlkampf - und wann die nächste stattfindet, ist nicht bekannt. Umso wichtiger sind große Versammlungen, bei denen führende Kirchenmänner einander kennenlernen. Die zweite Session der Weltbischofssynode über Synodalität im Oktober in Rom ist so ein Anlass, bei dem sich mögliche Nachfolger des bald 88-jährigen Papstes Franziskus profilieren können.


Bereits im Oktober 2023 bespielte ein aussichtsreicher Kandidat diese Bühne. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin (69) bekannte sich nach Aussagen von Teilnehmern klar zur traditionellen Lehre der katholischen Kirche. Eigentlich keine Überraschung für einen Kurienkardinal, doch Parolins Schwachpunkt war bis dahin ausgerechnet seine amtliche Nähe zu Papst Franziskus, dessen "Nummer zwei" er seit bald elf Jahren ist. Parolin ist eine Stütze des Pontifikats, das mit seinen Reformvorstößen manche konservativen Kirchenmänner irritiert.

Großer Diplomat mit zwei Flecken auf der Weste

Hinzu kommt der mitunter als sprunghaft und autoritär empfundene Führungsstil des Papstes. Regelmäßig holt Oberdiplomat Parolin die glühenden Wort-Kohlen seines Chefs aus dem Feuer. Zwei Vorgänge könnten indes gegen Parolin sprechen: Zum einen gilt er als Architekt des umstrittenen Geheimabkommens mit China über Bischofsernennungen, zum anderen erfolgten unter seiner Ägide einige hochspekulative Investitionen in Londoner Immobilien, die den Vatikan rund 150 Millionen Euro kosteten und zu peinlichen Gerichtsprozessen führten.

Dennoch spricht vieles für Parolin. Der als gemäßigt geltende Kirchenmann ist ein Kandidat der Mitte und kennt die Weltkirche und den Vatikan wie seine Westentasche. Er steht für eine Kontinuität des Franziskus-Pontifikats, allerdings unter Vermeidung weiterer Kühnheiten, die Spaltungen in der katholischen Kirche fördern könnten. Das wollte er wohl bei der Synode betonen.

Die Gruppe der "eisernen Bergoglianer"

Wenn Vaticanisti derzeit über "Papabili" sprechen, fallen die Namen einiger "eiserner Bergoglianer", die unter Franziskus eine steile Karriere machten. Doch gerade das könnte dann eher gegen sie sprechen, denn nach dem unberechenbaren Franziskus dürfte es eine Sehnsucht nach Stabilität an der Kirchenspitze geben.

Zu dieser Gruppe zählt Luxemburgs Kardinal Jean-Claude Hollerich (66), der den Papst in einem Sondergremium zu wichtigen Kirchenfragen berät und Teil der Leitung des päpstlichen Lieblingsprojekts Weltsynode ist. Ähnliches gilt für den maltesischen Kardinal Mario Grech (67). Noch näher an der Bergoglio-Linie mit ihren Überraschungseffekten ist sein Landsmann Victor Fernandez (62). Er verantwortete in seiner Zeit als Jugendseelsorger Liebes- und Sexgedichte, und als Leiter der Glaubensbehörde verfasste er das hochumstrittene Papier für die Segnung Homosexueller, das vor allem in Afrika massiven Widerspruch auslöste.

Ein Kandidat mit eigenem Gewicht ist Kardinal Matteo Zuppi (68). Er leitet die Bischofskonferenz Italiens - eine der größten der Welt - und er ist seit Jahrzehnten ein exponiertes Mitglied der international einflussreichen Gemeinschaft Sant'Egidio. Aktuell ist er zudem Sondergesandter des Papstes für Frieden in der Ukraine. Der Kardinal ist politisch versiert und mit Dialog und Konflikten vertraut.

Konservatives Gegengewicht

Konservative Kreise denken bereits über eigene Kandidaten nach. Schon bei der letzten Papstwahl 2013 wurde Ungarns Primas Peter Erdö genannt. Der inzwischen 72-jährige Erzbischof von Esztergom-Budapest tritt in die Fußstapfen der Vorgänger von Papst Franziskus. Strikt hält der Kirchenrechtler an der Lehre der katholischen Kirche fest - und sich selbst raus aus dem politischen Geschehen, aus den Medien und Kontroversen. Das könnte ihm Pluspunkte auch bei gemäßigteren Kardinälen einbringen.

Der langjährige Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) setzt sich für einen Dialog mit orthodoxen Christen ein, von Kritik an der nationalkonservativen Regierung Ungarns hält er sich fern. Zwar trug er die Öffnung von Papst Franziskus im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen mit, doch in manchen Äußerungen zeigt er sich weniger offen. Unlängst überraschte er mit einem Bekenntnis zum Wert der Nationalstaaten und ihrer kulturellen Identität - was ihm nicht nur in Osteuropa Sympathien einbringen dürfte. Der im vergangenen Jahr gestorbene konservative Vordenker, Australiens Kardinal George Pell, wollte Erdö Berichten zufolge gerne an der Spitze der Weltkirche sehen.

Ein Papst aus Afrika?

Als neuen Kandidaten der Konservativen hat sich Kardinal Fridolin Ambongo (64) selbst aufgestellt. Er organisierte den afrikanischen Widerstand gegen die von Kardinal Fernandez erlaubte Segnung gleichgeschlechtlicher Beziehungen und flog persönlich nach Rom. Der Erzbischof von Kinshasa und Vorsitzende des gesamtafrikanischen Bischofsrats setzte den Vatikan so sehr unter Druck, dass der Papst entschied, für Afrika in dieser Frage eine Art Sonderrecht gelten zu lassen. Auch mit der politischen Elite seines Landes legt Ambongo sich an und scheut dabei kein Risiko.

Der Vermittler

Mut hat auch der Italiener Pierbattista Pizzaballa, der erste Patriarch von Jerusalem im Kardinalskollegium. Im Minenfeld Nahost beweist sich der 59-Jährige seit Jahren als geschickter Diplomat und Dialogpartner. Sein Stil ist "franziskanisch" unklerikal, seine Sprache verständlich und fromm zugleich. Er ist mit jüdischen und islamischen Führern ebenso gut bekannt wie mit jenen der Orthodoxie. All das wäre von Vorteil bei einem künftigen Konklave. Doch Pizzaballa möchte nicht der nächste Papst werden und erklärt: "Man müsste verrückt sein, solch einen Job machen zu wollen."

 

erstellt von: kathpress/Severina Bartonitschek
16.09.2024
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Der Innsbrucker Sozialethiker Wolfgang Palaver sprach an der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät über die religiösen Denkfiguren des US-Milliardärs Peter Thiel. Begriffe wie „Antichrist“ und „Katechon“ prägen Thiels politische Vision – und fordern die Theologie heraus, sich in die Debatte einzumischen.

Papst mahnt: Synodaler Weg braucht mehr innerdeutschen Dialog

Papst Leo XIV. sieht den Reformprozess der deutschen Kirche noch nicht am Ziel. Beim Rückflug aus dem Libanon mahnte er mehr innerdeutschen Dialog an – und warnte vor Machtgefällen, die Stimmen vieler Gläubiger zum Verstummen bringen könnten. Vielfalt in der Synodalität sei kein Bruch, sondern Stärke.

Papst Leo XIV. startet erste Auslandsreise – Friedensbotschaft für die Türkei und den Libanon

Papst Leo XIV. startet vom 27. November bis 2. Dezember seine erste Auslandsreise in die Türkei und den Libanon. Der frühere Leiter des Augustinerordens gilt als reisefreudig und bringt weltweite Erfahrung mit.

Gemüse in der Wüste – Hoffnung für Turkana

Landwirtschaft statt Hunger: Ein Projekt verwandelt Kenias Wüste in fruchtbares Land. Am 2. Dezember besucht eine Gruppe von Aktivisten Wien und berichtet von ihrer Arbeit

Tigray hungert trotz Friedensabkommen

Tigray bleibt von Hilfen weitgehend abgeschnitten – Ordensmann warnt vor dramatischer Lage

"Leo from Chicago": Neue Papst-Doku jetzt mit deutschen Untertiteln

Dokufilm beleuchtet familiäre, schulische und religiöse Prägung von Robert Francis Prevost

Belarus: Lukaschenko begnadigt zwei katholische Geistliche nach politisch motivierten Prozessen

Ordensmänner Akalatowitsch und Juchniewicz, gegen die in offensichtlich politisch motivierten Prozessen Lagerhaft verhängt worden war, kommen frei

Friedenslicht aus Oberösterreich für Papst Leo

Florian Mitter, das Friedenslichtkind aus Oberösterreich, übergab im Vatikan das Licht aus Bethlehem an Papst Leo XIV. und zeigte sich zutiefst beeindruckt.

Kinderpalliativzentrum MOMO: Inklusion schwerkranker Kinder sichern

Wiener Einrichtung mahnt Einlösung von UN-Kinderrechtskonvention ein: "Inklusion, Teilhabe, Schutz vor Gewalt, Bildung und Beteiligung müssen für alle Kinder in unserer Gesellschaft selbstverständlich sein"

3.800 Ordensleute als weiter prägende Kraft in Kirche und Gesellschaft

Österreichweit sind die 191 Ordensgemeinschaften in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pflege, Soziales, Kultur, Mission, Spiritualität und Seelsorge eine nicht wegzudenkende Größe.

Propst Sonnleitner: "Musik ist für mich ein Teil von Seelsorge"

Gefragter Organist an Spitze der Augustiner Chorherren von St. Florian ist kurz nach seiner Wahl mit drei unerwarteten Interessenten aus dem Kongo konfrontiert

Neues Buch gibt bislang unbekannte Einblicke in das Konklave 2025

Vatikanjournalisten öffnen in "Das letzte Konklave" den Blick auf Wahlgänge, Pannen und Anekdoten aus der Sixtinischen Kapelle.

Stift Klosterneuburg: René Girards Denken über Neid und Gewalt im Fokus

Das Stift Klosterneuburg präsentiertr das Buches "Neid, Gewalt und Sündenböcke" von Stiftskämmerer Elias Carr.

Katholische Jungschar fordert Partizipation: „Frag mich doch!“

Zum Internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November macht die Katholische Jungschar Österreichs mit ihrer Kinderrechteaktion auf das Recht auf Partizipation aufmerksam.

Kardinal-König-Kunstpreis 2025 geht an Huda Takriti

Der seit 2005 alle zwei Jahre vergebene Preis zeichnet internationale Künstlern aus Österreich aus, die mit ihren Werken Debatten bereichern.

 

Papst Leo XIV. in Rom: Sant'Anselmo als „pulsierendes Herz“ für die Weltkirche

Papst Leo ermunter Benediktiner, Christus in den Mittelpunkt ihres Lebens und ihrer Mission zu stellen

Lackner: Bischöfe "höchst erfreut und dankbar" über Grünwidl

Salzburger Erzbischof erwartet neue Impulse für Österreichs Kirche durch Seelsorge-Schwerpunkt seines designierten Wiener Amtskollegen

Bischöfe fordern einen starken Sozialstaat sowie Hilfe für die Ukraine und Solidarität

Die Österreichische Bischofskonferenz hat zum Abschluss ihrer Herbstvollversammlung eine klare Botschaft formuliert.

Seit einem halben Jahr ist Leo XIV. Papst

Neues Kirchenoberhaupt zwischen großem Erbe und sorgfältiger Abwägung - Kathpress-Hintergrundbericht von Severina Bartonitschek

Bischof Scheuer: "Der Mensch ist dem Menschen von Natur aus Freund"

Linzer Bischof bei Bischofskonferenz-Festgottesdienst im Wiener Stephansdom über gesellschaftliche Verantwortung, Solidarität und Frieden - Fähigkeit zum Kompromiss "weder faul noch feige, sondern Ausdruck des Willens zum Miteinander und zur Versöhnung"

Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz in Wien

Die Vollversammlung der Bischofskonferenz ist in Wien eröffnet worden. Im Zentrum stehen Treffen mit Bundespräsident, Caritas und orthodoxen Kirchen.

Kardinal Dominik Duka OP verstorben

Der Dominikaner Duka war das einzige tschechische Mitglied des Kardinalskollegiums und stand im 82. Lebensjahr.

Abt Bernhard Eckerstorfer für theozentrische Wende in der Kirche

Ordensmann mit Auslandserfahrung: "Klöster bleiben Säulen für die Zukunft der Kirche"

Trump, Gott und die Nation: Religion in den USA ein Jahr nach der Wahl

Christlicher Nationalismus auf dem Vormarsch: Theologen warnen vor Aushöhlung der Verfassung und wachsender Polarisierung - Hintergrundbericht von Benedikt Heider/KNA

Katholisch-Theologische Fakultät Wien präsentiert Sammelband „War in Ukraine“

Das neue Werk beleuchtet theologische, ethische und historische Hintergründe des russischen Angriffskriegs und ist kostenlos als Open Access verfügbar.

Synode: Auf dem Weg zu weltweiten Kirchenversammlung 2028

Das letzte Treffen findet statt, wenn die mehrjährige Umsetzung der Ergebnisse der Weltsynoden von 2023 und 2024 in den Ortskirchen abgeschlossen ist.

Balanceakt in der Sakristei: Warum Österreichs Kirchen-Staat-Modell Zukunft hat

Ein Wiener Experte hält das österreichische Konkordat für ein unterschätztes Meisterstück – es sichere Kontrolle, ohne die Religionsfreiheit zu verdrängen.

Nationalfeiertag: Abtsbenediktion von Ludwig Wenzl in Stift Melk

Niederösterreichs Landeshauptfrau Mikl-Leitner, Innenminister Karner und der designierte Wiener Erzbischof Grünwidl werden unter den Festgästen erwartet.

„Pilger:innen der Hoffnung“: Weltkirche-Konferenz in Wien setzt Zeichen für den Frieden

Friedensarbeit, Trauma und Umweltgerechtigkeit im Globalen Süden – Berichte aus Ecuador, Kenia und den Philippinen.

Oberösterreichs Landeshauptmann Stelzer trifft Papst Leo XIV.

"Es war ein sehr emotionales, wenn auch kurzes Treffen und eine ernsthafte Auseinandersetzung", so der oberösterreichische Landeschef.

"Mit dem Judesein Jesu vertraut werden"

Basisgemeinde Forum 2025 lädt zur Auseinandersetzung mit der jüdischen Verwurzelung Jesu ein.

Job Speed Dating für junge Arbeitssuchende in Wien am 11. November

Junge Menschen, die Starthilfe in die Berufswelt brauchen, können am 11. November 2025 in lockerem Rahmen Bewerbungsgespräche für eine Lehrstelle bei namhaften Unternehmen führen. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Papst Leo XIV. spricht sieben Männer und Frauen heilig

Katholische Kirche feiert sieben neue Heilige: Märtyrer und Wohltäter.

Ein mutiges Herz für den Kongo: Sr. Brigitta Raith kehrt heim

Über drei Jahrzehnten lebte und arbeitete Sr. Brigitta Raith, Missionarin Christi aus der Oststeiermark, in der Demokratischen Republik Kongo.

Caritas: Junge Wohnungslosigkeit ist keine Randerscheinung – Gesamtstrategie gefordert

Junge Wohnungslosigkeit "keine Randerscheinung" - Direktor Schwertner fordert bundesweite Gesamtstrategie 

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