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06.08.2021 · Glaube · Orden

Dominikus - Der schweigsame Prediger

Dominikus, Gründer des Predigerordens und "ein Mann des Evangeliums" wie ihn Papst Gregor IX  nannte, starb vor 800 Jahren in Bologna.

Vor 800 Jahren, am 6. August 1221 stirbt Dominikus Guzman in Bologna. Als Gründer des Predigerordens inspiriert er bis heute Ordensleute und Laien.

1220, im Kloster an der Basilika Santa Sabina auf dem römischen Aventinhügel trifft der Gründer des jungen Predigerordens, Dominikus Guzman, Franziskus Bernardone, den „Armen aus Assisi“. Eine Stunde, so die Überlieferung, verbringen die beiden in völligem Schweigen, ehe sie freundschaftlich auseinandergehen. Geschichtlich ist diese Episode schwer fassbar, sagt aber viel über Dominikus aus. Während die Gestalt des Franziskus bis heute zu den populärsten Figuren des Christentums gehört, scheint Dominikus hinter seinem Werk beinahe zu verschwinden. Der erfolgreiche Prediger war offenbar auch ein ausgesprochen schweigsamer Mensch.

 

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800 Jahre nach dem Tod von Dominikus - 3 Dominikaner erzählen: Dominikus Guzman in Bologna. Als Gründer des Predigerordens inspiriert er bis heute Ordensleute und Laien. Frater Gabriel, Frater Tobias und Kardinal Christoph Schönborn erzählen vom Charisma des Heiligen.

 

Gebet und Predigt

„Contemplata aliis tradere“- „Das in der Kontemplation Erfahrene anderen weitergeben“- so fasst man später sein Charisma zusammen. Die wichtigste Frucht der Kontemplation des Dominikus ist die völlig neue Art des Ordenslebens, das er begründet hat. Zu Fuß, nach der Art der Apostel, sollen seine Brüder das Evangelium weitertragen. Die Franziskaner ahmen sie darin übrigens bald nach. Damit treten die katholischen Bettelorden auf, die nicht mehr wie Mönche an einen Ort gebunden waren, sondern in kürzester Zeit zunächst ganz Europa und bald den Rest der damals bekannten Welt erobern.  Noch zu Lebzeiten von Dominikus entsteht etwa das Dominikanerkloster Friesach in Kärnten.

 

Das Leben der Apostel

 

„Zurück zum Leben der Apostel und der ersten Christen“. Unter diesem Blickwinkel ließe sich vermutlich die Geschichte der Kirche insgesamt nachzeichnen. Das gilt auch für das frühe 12. Jahrhundert. Auf der Höhe der weltlichen und religiösen Machtentfaltung von Papst und Hierarchie wird dieser Ruf zu einer gesellschaftlichen Grundbefindlichkeit. Sehr häufig verbindet sich damit offene Kirchenkritik bis hin zu eigenwilligen, oft auch problematischen Interpretationen des Christentums.

 

Dominikus und Franziskus machen sich das Grundanliegen eines Lebens in der Schlichtheit des Evangeliums zu eigen und bleiben konsequent loyal zu Papst und kirchlicher Überlieferung. Franz von Assisi teilt mit seinen Brüdern radikal das Leben der Armen und Ausgegrenzten, Dominikus zieht zu Fuß predigend durch Frankreich sowie Italien und findet den richtigen Ton, egal ob er zu Analphabeten in den Dörfern oder zu Studenten auf den gerade entstehenden Universitäten spricht.

 

In den zunehmend wachsenden europäischen Städten finden die Predigerbrüder gerade unter den Gläubigen zahlreiche Anhänger und nicht zuletzt Unterstützer. Diesem Wohlwollen verdanken die neue Orden ihre, meist direkt an die Stadtmauern grenzenden, kleinen Klöster. So entsteht etwa das Wiener Dominikanerkloster an der der östlichen Stadtmauer bereits vier Jahre nach Dominikus’ Tod.

 

Ein Weg der Nachfolge - offen für alle

Bis heute fasziniert die Grundintuition, ein möglichst ursprüngliches Leben nach der Art des Evangeliums und der ersten Jünger Jesu zu führen. Von Anfang war das Charisma des Dominikus auch offen für Laien. Eine der berühmten Heiligen des Predigerordens, die Kirchenreformatorin Katharina von Siena, gehörte beispielsweise zu einer Laiengruppe im Umkreis der Dominikaner. Bis heute gehören viele Frauen und Männer „mitten in der Welt“ zur weltweiten Familie des Predigerordens.

 

Dominikus: Auf den Spuren der Apostel

erstellt von: red/GeorgSchimmerl
06.08.2021
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