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24.01.2026 · Aus der Diözese

So wird Josef Grünwidl zum Bischof geweiht

 

Die Erzdiözese Wien feiert die Weihe ihres neuen Bischofs und seine Amtseinführung

Dies geschieht in mehreren symbolischen Etappen in einer Feier.

Der neue Erzbischof beginnt seinen Weg beim Erzbischöflichen Palais, seinem täglichen Arbeitsplatz und Ort der Begegnung. Er macht sich nicht allein auf den Weg zum Dom – Jugendliche, die sich kirchlich engagieren, begleiten ihn. Wie es in niederösterreichischen Gemeinden Brauch ist, spielt die Blasmusik auf. Unter dem Klang der Pummerin wird der künftige Erzbischof gemeinsam mit seiner Begleitung vom Domkapitel vor dem Riesentor begrüßt und in seine Kathedrale, der Kirche mit seinem Bischofsitz – der „Kathedra“ – geführt. Vor der Ikone von Maria Pócs betet Josef Grünwidl zunächst still, wie tausende Menschen es täglich hier im Dom tun.

 

Berufen

In der Mitte des Domes, unter dem mächtigen Lettnerkreuz steht das gläserne Taufbecken. Der Gottesdienst  schlägt hier, noch vor dem eigentlichen Beginn, eine Brücke zur Taufe, in der die gemeinsame Berufung aller Getauften grundgelegt ist.

 

Hier, inmitten aller, wird das Ernennungsschreiben von Papst Leo durch eine Seelsorgerin aus dem Weinviertel verlesen. Vertreter:innen der anderssprachigen Gemeinden in Wien und der Vikariatsräte (Vertreter der Pfarrgemeinden) sitzen rund um das Taufbecken als Zeug:innen. Aus der gemeinsamen Berufung der Taufe heraus nimmt Josef Grünwidl seine Ernennung an. Gott wollte ihn „nicht perfekt, sondern verfügbar" – wie uns alle. Daran erinnert das Taufwasser, das nun über alle ausgesprengt wird.

 

Vorbereiten

Während in der Sakristei die Gewänder für den Gottesdienst angelegt werden, bereiten sich alle im Dom auf die Weiheliturgie vor. Der Dom möge mit der Kraft des Heiligen Geistes gefüllt werden. Dann können der zu Weihende gemeinsam nit Haupt- und Mitkonsekratoren feierlich zum Altar ziehen. Dass für die Bischofsweihe zumindest drei Bischöfe nötig sind, hat schon das konzil von Nicäa, das erste der großen Konzilien der Kirche im jahr 326 vorgeschrieben.

 

Erwählen

Der erste Teil der Liturgie ist vom Hören auf das Wort Gottes und seiner Auslegung geprägt.Die Bischofsweihe folgt wie die Diakonen- und Priesterweihe einem einfachen, aber eindrücklichen Rhythmus, der mit der Bitte um das Wirken des Geistes beginnt.

 

Während der Erwählte ausgestreckt auf dem Boden liegt, vereint sich die Kirche der Gegenwart mit der Kirche der Vergangenheit, den Heiligen, und bestürmt „litaneiartig“ den Himmel mit ihren Bitten für die Welt, die Kirche und den Erwählten. Danach legen die Bischöfe allen voran der Hauptkonsekrator, Kardinal Christoph Schönborn OP, die beiden Mit-Konsekratoren, Erzbischof Franz Lacknner ofm und der Leitmeritzer Bischof  Stanislav Přibyl CSsR und danach alle anwesenden Bischöfe dem Erwählten in tiefer Stille die Hände auf, nur die Pummerin erlaubt sich mit ihrer vertrautem Klang, die Bedeutung dieses Augenblicks hervorzuheben. Das Auflegen der Hände ist das biblische Zeichen der Geistbegabung. Indem die anwesenden Bischöfe als Nachfolger der Apostel tun, was schon jene getan haben, schreiben sie die Zukunft der Kirche durch die Generationen fort. Die seit den Aposteln ungebrochene Reihe an Handauflegungen ist das Zeichen der Erwählung von Christus her. ER, der fürsorgliche Hirte seines Volkes, erwählt und ermächtigt zum Hirtendienst für die Seinen.

 

In einem feierlichen Weihegebet wird diese radikale Rückbindung auf Christus ausgedrückt. Während alle Bischöfe für den neuen Bischof beten, kniet er unter dem geöffneten Evangelienbuch, das von einem Priester, einem Diakon, einer Pastoralassistentin und einer Religionslehrerin gehalten wird. Das feierliche Amen aller Anwesenden bestätigt das Gebet der Bischöfe und macht es zum gemeinsamen Gebet der Kirche: „So sei es!“ Der Bischof ist „geweiht“.

 

Deuten

Wie bei der Taufe wird nun mit Zeichen beschrieben, welche Konsequenzen sich aus der Weihe für die Art und Weise der Amts- und Lebensführung ergeben. Das Haupt des Neugeweihten wird mit Chrisam gesalbt, wie bereits auch bei seiner Taufe und Firmung. Das neue Evangeliar, das ihm überreicht wird, passt zum gläsernen Taufbecken des Beginns und enthält neben den Evangelien viele leere Seiten für die Namen jener Menschen, die mit dem Erzbischof das Evangelium lebendig werden lassen möchten. Verkündigung und Mission ist erste Aufgabe des Bischofs, aber keine einsame! Bischofsring und Mitra sind die sichtbaren Zeichen der Würde des bischöflichen Dienstes und erinnern den Träger an seinen Auftrag, zu leben, was er lehren wird.

 

Übergeben – Übernehmen

Jetzt, nach seiner Bischofsweihe, kann Josef Grünwidl das Amt des Erzbischofs von Wien antreten. An der Kathedra mit seinem Wappen erwartet er den Bischofsstab, der von Hand zu Hand in der Mitte des Domes weitergegeben wird, bis sein Vorgänger ihm den Stab übergibt und der neue Erzbischof erstmals auf seiner Kathedra zum Sitzen kommt. Das Sitzen hat eine symbolische Bedeutung und verweist auf den sitzend lehrenden Christus bei der Bergpredigt (Mt 5,1-2). Mit diesem Akt hat die Erzdiözese Wien ihren 33. Bischof. Alle anwesenden Bischöfe reichen dem neuen Mitbruder den Friedensgruß als Zeichen weltumspannender Kollegialität.

 

Der neue Erzbischof bleibt aber nicht lang an seiner Kathedra. Sein erster Weg führt ihn zu seinen Mitarbeiter:innen aus den unterschiedlichen Bereichen. Damit drückt er seine Bitte um Mitarbeit aus und erfährt dankbar Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Im linken Seitenschiff begegnet er den Pastoralassistent:innen, den Diakonen und seinem Presbyterium, den Priestern. Auch die Dommusik und die Domsingschule im rechten Seitenschiff dürfen nicht fehlen.

 

Lobpreisen

Es ist Zeit, Gott zu danken und den großen Lobpreis über Brot und Wein unter der erstmaligen Leitung des neuen Erzbischofs zu feiern. Die Eucharistie beginnt mit der Prozession der Gaben und dem Sammeln für die Notleidenden. Nicht nur der Altar, sondern der ganze Dom wird für die Eucharistie bereitet. 150 Ministrantinnen und Ministranten zeigen zusammen mit den Priesterseminaristen im Altarraum, wie schön Teamwork und wie jung Kirche sein kann.  Viele von ihnen stammen aus den früheren Pfarren, die der neue Erzbischof als Pfarrer geleitet hat. Der eucharistische Lobpreis schließt mit dem gleichen zustimmenden Amen aller wie das Weihegebet.

 

"Weil mir Josef als Mensch wichtig ist

... und das sagen einige Perchtoldsdorfer unter den 150 Ministranten in Hinblick auf die Weihe: 

 

Luca (17)(Sonderdienst: Thurifer) Ich freue mich bei der Bischofsweihe von Josef dabei zu sein, weil ich ihn als Menschen sehr schätze. Er ist ein begnadeter Seelsorger, der herzlich und interessiert auf Menschen zugeht. Darüber hinaus vermittelt Josef die Botschaft des Evangeliums mit verständlichen Worten, die stets auch Bezug auf das Leben der Gläubigen haben.

 

Theo (21), Marlena (19) und Emilia (15): Wir haben alle drei unter Josef als Pfarrer ministriert und mögen ihn sehr gerne. Es ist uns eine große Ehre und wir freuen uns wahnsinnig, dass wir ihn bei seiner Weihe zum Erzbischof als Minis begleiten dürfen.

 

Max (15)  Ich freue mich aufs Dabeisein bei so einem besonderen und einmaligen Fest.

 

Moritz (13)  Ich freue mich auf die Zusammenkunft von so vielen Menschen.
Karli: Ich gehe hin, weil mir Josef als Mensch wichtig ist.

 

Anteilnehmen

Die Hostien zur Kommunion sind alle aus großen Hostien herausgebrochen, wie sie der neue Erzbischof zur Feier heute in Händen hält. Die gebrochenen Stücke verweisen auf die Teilhabe an dem einen Leib Christi, der einen Feier, der einen Kirche. Indem wir Anteil haben am Leib Christi in der Kommunion, haben wir Anteil an der Gemeinschaft. Das ist der inner(lich)e Bauplan der Kirche. Und was hier im Dom gilt, gilt jeden Sonntag für unser Netzwerk der Gemeinden, Pfarren, Klöster und Gemeinschaften unserer Diözese. Daher wird ab heute bei jeder Heiligen Messe der Name des Erzbischofs im Hochgebet genannt.

 

Segnen

Noch bevor der neue Erzbischof erstmals das Wort an die Menschen in unserer Diözese richtet, stimmt er das Lob Gottes an und segnet sie. Das Miteinander von Gesellschaft und Kirche in Österreich findet durch die Grußworte aus Niederösterreich und Wien seinen Ausdruck. Bevor der Erzbischof aber segnet, betet die Gemeinde für ihn: Segnen und gesegnet werden – ein Zeichen wechselseitiger Obsorge und des gemeinsamen Wohlwollens – das gilt auch über die Grenzen der eigenen Konfession hinweg. Dann ist wirklich Zeit zu starten. Gemeinsam mit Bischöfen, Priestern und Diakonen macht sich Erzbischof Grünwidl auf den Weg in die Zukunft. Er freut sich auf eine Begegnung mit jedem Einzelnen, heute bei der Agape am Stephansplatz oder bei nächster Gelegenheit!

 

erstellt von: Martin Sindelar/ Georg Schimmerl
24.01.2026
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Die Lieder zur Feier aus dem Gotteslob

 

 

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir die Feierhefte leider nicht zum Download anbieten. Damit Sie dennoch mitfeiern können, finden Sie hier die Nummern der Lieder aus dem Gotteslob, die im Weihegottesdienst gesungen werden

 

 

Eröffnungsgesang: GL 927

 

Gloria: GL 715/2

 

Kehrvers zum Antwortpsalm: GL 31/1

 

Halleluja: GL 175/3

 

Bitte um den Heiligen Geist: GL 342, 1.+3.+5. Strophe (2.+4.+6. Singt Chor auf Latein)

 

Heiligenlitanei: GL 556

 

Ruf zu den ausdeutenden Riten: GL 56/1

 

Danklied nach der Amtsübernahme: GL 405

 

Sanctus: GL 715/3

 

Te Deum: GL 380

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Josef Grünwidl feierte erste Messe als Erzbischof mit 100 Armutsbetroffenen

Seine erste Messe als Erzbischof feierte Josef Grünwidl am Sonntag, 25. Jänner 2026, mit 100 Armutsbetroffenen. Danach lud er Sie zu einem gemeinsamen Mittagessen ein.

Mikl-Leitner zu Grünwidl: "Mit Herz und Seele eine Stimme des Glaubens"

Die Ansprache der niederösterreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner nach der Bischofsweihe und Amtseinführung von Erzbischof Josef Grünwidl im Wortlaut

Bischofsweihe von Josef Grünwidl: „Für euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ!“

Bischofsweihe von Josef Grünwidl: „Für euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ!“

Rund 3000 Menschen feierten die Bischofsweihe und Amtseinführung von Josef Grünwidl im Stephansdom als ein großes Fest der Freude. Die Pummerin verbreitete die gute Nachricht über den frisch geweihten Bischof der Erzdiözese Wien.

Die Ansprache des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig

Eine bewegende Bibelstelle, ein Blick auf Führung in stürmischen Zeiten und ein Dank an Kardinal Christoph Schönborn – verbunden mit dem herzlichen Willkommen für den neuen Erzbischof Josef Grünwidl. 

Was Sie über Erzbischof Josef Grünwidl vielleicht noch nicht wussten

In der langen Reihe der Wiener Oberhirten setzt Erzbischof Josef Grünwidl bemerkenswerte Akzente. Mehrere kirchengeschichtlich einzigartige Konstellationen prägen seine Biografie – stille, aber eindrucksvolle Premieren.

Josef Grünwidl und unsere Dechanten: Bestärkung, Mahnung, Verheißung

Josef Grünwidl und die Dechanten reflektieren Herausforderungen und Perspektiven kirchlichen Leitens – zwischen Bestärkung, notwendiger Mahnung und einer Verheißung für die Zukunft.

Grünwidl zu bischöflichen Insignien: "Möglichst einfach und schlicht"

Mitra, Ring, Brustkreuz und Hirtenstab verweisen auf Auftrag, Verantwortung und geistliches Amtsverständnis des neuen Erzbischofs und sind wie sein Wahlspruch eng mit seiner persönlichen wie kirchlichen Biografie verbunden

Wiener Erzbischof Grünwidl: "Mit euch Christ, für euch Bischof"

Designierter Erzbischof gab bei Pressegespräch im Vorfeld seiner Bischofsweihe nochmals ausführlich über sein Amtsverständnis Auskunft - "Habe im Juni 2024 erfahren, dass ich auf der Liste stehe" - Aufgabe der kirchlichen Gemeinschaft, "als Zeichen der Hoffnung in der Welt zu leben"

Alles, was man zum Bischof wissen soll

Alles was Sie zu Bischof, Bischofsernennung- insignien aber auch zu Diözese(n) und alles, was dazu gehört immer schon wissen wollten.

Die Erzdiözese Wien im Überblick

Alle sprechen von der Erzdiözese Wien, aber was meinen sie damit?

Wien: Barmherzige Brüder sammeln für Behandlung Nichtversicherter

Ordensspital behandelte im Vorjahr 14.000 Personen ohne Krankenversicherung

KISI Musical Days 2026: Kreative Sommerwoche für Kinder und Jugendliche in Gerasdorf

Die KISI Musical Days Gerasdorf 2026 bieten eine intensive Sommerwoche, in der junge Menschen kreativ tätig sein, Gemeinschaft erleben und ihren Glauben auf lebendige Weise ausdrücken können.

Gebetswoche für die Einheit der Christen: Gemeinsames Zeugnis für gelebte Ökumene

Feier im Rahmen der "Gebetswoche für die Einheit der Christen" mit Vertretern verschiedener christlicher Konfessionen

Wiener Pfarre öffnet Pforten für Ukrainer in unsicheren Zeiten

Ein Festsaal wird zum Zufluchtsort: Die Döblinger Pfarre richtet in kurzer Zeit ein Notquartier ein und fängt neu ankommende Ukrainerinnen und Ukrainer mit engagierter Hilfe auf.

So wird Josef Grünwidl zum Bischof geweiht

Die Erzdiözese Wien feiert die Weihe ihres neuen Bischofs und seine Amtseinführung

Dies geschieht in mehreren symbolischen Etappen in einer Feier.

Wien: Otto-Mauer-Preisträger Nadim Vardag stellt im JesuitenFoyer aus

Ausstellung im Wiener "JesuitenFoyer" ab 12. Februar 2026

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