Feier im Rahmen der "Gebetswoche für die Einheit der Christen" mit Vertretern verschiedener christlicher Konfessionen
Vom 18. bis 25. Jänner wird auch in Österreich wieder die internationale Gebetswoche für die Einheit der Christen begangen. Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen kommen in diesen Tagen zusammen, um gemeinsam für die Einheit der Christenheit zu beten und ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit zu setzen.
Der zentrale Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) findet am Dienstag, 20. Jänner, um 18 Uhr in der altkatholischen Kirche St. Salvator (Wipplingerstraße 6, 1010 Wien) statt.
An der Feier nehmen zahlreiche leitende Vertreterinnen und Vertreter der in Österreich vertretenen Kirchen teil. Mit den Gläubigen feiern unter anderem der armenisch-apostolische Bischof und ÖRKÖ-Vorsitzende Tiran Petrosyan, der designierte Wiener Erzbischof Josef Grünwidl, die altkatholische Bischöfin Maria Kubin, der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs, die evangelische Oberkirchenrätin Ingrid Bachler, der syrisch-orthodoxe Chorepiskopos Emanuel Aydin sowie der orthodoxe Pfarrer und Theologe Ioan Moga.
Die Predigt hält in Vertretung von Metropolit Arsenios (Kardamakis) Archimandrit Ilias Papadopoulos.
Die geistlichen Impulse und liturgischen Materialien der diesjährigen Gebetswoche wurden von Gläubigen der Armenisch-apostolischen, der Armenisch-katholischen und der Evangelischen Kirche in Armenien erarbeitet. Als Leitwort wählte das Vorbereitungsteam den paulinischen Aufruf aus dem Epheserbrief:
„Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung“ (Eph 4,4).
Inhaltlich greifen die Texte auf jahrhundertealte armenische Gebetstraditionen zurück. Sie beziehen sich auf Hymnen und Bitten, die ihren Ursprung in den frühen Klöstern und Kirchen Armeniens haben und teils bis ins vierte Jahrhundert zurückreichen.
Die Gebetswoche lädt dazu ein, aus diesem gemeinsamen christlichen Erbe zu schöpfen und die Gemeinschaft in Christus zu vertiefen, der Christinnen und Christen weltweit verbindet. Gerade angesichts der Vielfalt kirchlicher Traditionen erinnere der Epheserbrief daran, dass alle Gläubigen Glieder des einen Leibes Christi sind. Einheit bedeute dabei nicht Uniformität, sondern ein gemeinsames Bekenntnis zu den zentralen Wahrheiten des christlichen Glaubens – ein glaubwürdiges Zeugnis für das Wirken des Heiligen Geistes.
Ebenfalls am Dienstag, 20. Jänner, lädt das Stift Klosterneuburg zu einem ökumenischen Gottesdienst im Rahmen der Gebetswoche ein. Die Feier beginnt um 18 Uhr in der Pius-Parsch-Kirche St. Gertrud und wird von Metropolit Arsenios von der griechisch-orthodoxen Kirche geleitet, der auch die Predigt hält.
Neben Propst Anton Höslinger wirken Landesuperintendent Ralf Stoffers (evangelisch‑reformierte Kirche), Pfarrerin Kerstin Fritz (evangelisch‑lutherische Kirche) sowie ein Vertreter der koptisch‑orthodoxen Kirche mit.
Der Gottesdienst würdigt zugleich das ökumenische Engagement des Liturgiepioniers Pius Parsch, der in St. Gertrud bestattet ist. Bereits in den 1920er‑ bis 1940er‑Jahren trat Parsch intensiv für den ökumenischen Dialog ein. Als Hauptreferent der Hermsdorfer Konferenz 1934 – der ersten Zusammenkunft evangelischer und katholischer Theologen unter der Leitung von Romano Guardini – zeigte er in seinem Vortrag über „Gnadentheologie und Liturgie“ Brücken zur lutherischen Rechtfertigungslehre auf.
Ein zentrales Anliegen Parsch’ war die aktive Teilnahme aller Gläubigen am Gottesdienst, inspiriert durch ostkirchliche Erfahrungen während seiner Zeit als Feldkurat in der Ukraine. Der ökumenische Gottesdienst in Klosterneuburg steht unter dem Motto: „Licht vom Licht als Licht – Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung“ (Eph 4,4).
Im Anschluss lädt die Gemeinde zu einer Agape ein, die Raum für Begegnung und Austausch über die aktuelle Situation der Ökumene bietet. Die Pius‑Parsch‑Kirche gilt international als Wiege der volkstümlichen Liturgischen Bewegung und als bedeutender Ort für die Entwicklung eines liturgischen und ökumenischen Bewusstseins in der Weltkirche.