„Zum zehnten Geburtstag feierte die Pfarre Franz von Sales ihr lebendiges Zusammenwachsen und die Vielfalt ihrer drei Teilgemeinden in Wien.“
„Die Pfarre gibt es doch schon viel länger“ – das meinten viele derer, die zum großen Geburtstagsfest am 25.1.2026 eingeladen waren. Und tatsächlich: die drei Teilgemeinden der Pfarre Franz von Sales bestehen schon viele Jahrzehnte. Die Pfarre lebt auch weiterhin im Kaasgraben, in Glanzing und in der Krim, und zwar mit durchaus unterschiedlichen Schwerpunkten. Das ist so gewollt und soll erhalten bleiben! Zusätzlich hält die Pfarre als gemeinsames Dach alle, die sich den Teilgemeinden zugehörig fühlen, zusammen – und diese verbindende Einheit wurde am 1.1.2016 formal ins Leben gerufen.
Beim Geburtstagsfest, das nicht zufällig mit dem Fest des Pfarrpatrons zusammenfiel, stand dieses Gemeinsame im Mittelpunkt. Die beschwingte Festmesse vermittelte auf kreative Weise eine klare und wohltuende Botschaft: Gott sagt „Ich bin da. Ich bin bei dir. Und ich liebe dich.“ Darum ging es Franz von Sales, darum geht es auch der Pfarre, die sich auf ihn beruft.
Anschließend an die Messe gab es im festlich dekorierten Grätzlzentrum Frieda Krim ein buntes Buffet mit köstlichen Speisen und ein umfangreiches Programm, an dem bis in den Nachmittag hinein eine große Zahl fröhlich feiernder Menschen teilnahm. Die Kleineren freuten sich über das Kasperltheater, über ein vielfältiges Spieleprogramm und über Lego-Großmodellen zum Angreifen (darunter als Highlight ein detailreicher Nachbau der Krim-Kirche). Für die Größeren gab es eine Ausstellung aus dem Pfarrarchiv, musikalische Kostproben des Pfarrkindergartens und des Pfarr-Musicals sowie eine „Pfarrer-Talkshow“ mit Erinnerungen und Bonmots. Abgerundet wurde das Fest mit einer großen Geburtstagstorte und einem Lagerfeuer samt den dazugehörigen Liedern.
Aber wie kam es eigentlich zu dieser Pfarre? Bereits 2002 begann der Prozess des Zusammenwachsens. Lange, bevor die Erzdiözese Wien das Projekt „Pfarre neu“ ins Leben rief, stießen die Oblaten des heiligen Franz von Sales“ die „Pfarrpastoral Neu“ an. Es war ein Glücksfall, dass die Ordensgemeinschaft alle drei Teilgemeinden seelsorglich begleitete und im Gebiet auch durch die hier angesiedelte Provinzleitung stark verwurzelt war. Was als zartes Pflänzchen mit niederschwelligem Kennenlernen und einer ersten gemeinsamen Fronleichnamsfeier begann, nahm im Laufe der Jahre massiv an Fahrt auf und mündete schließlich am 1.1.2016 in die Pfarrgründung. Die gute und friktionsarme gemeinsame Entwicklung wurde durch die salesianische Spiritualität gefördert, mit der die Ordenspriester die ganze Pfarre stark prägten. Außerdem fielen die Widerstände wohl auch deshalb sehr gering aus, weil der Prozess „von unten“ gestartet wurde, sodass die drei damaligen Pfarren schließlich in Eigeninitiative die Gründung der gemeinsamen Pfarre beantragten.
Rund um diesen Startpunkt entstand eine starke Dynamik: ein gemeinsames Pfarrbüro, gemeinsame Pfarrmedien, Sakramentenpastoral, Gremien, diverse Feste, das ganz neu erfundene Pfarrleben während der Corona-Lockdowns - und persönliche Freundschaften, die das Bild abrundeten. Gemeinsam konnten viele pastorale und caritative Innovationen umgesetzt sowie Kirchen und Gemeindezentren saniert werden. Projekte wie die EMAS-Umweltzertifizierung, das a+o-Prädikat für eine queersensible Pfarre oder die Lichtinsel drücken das starke Bestreben aus, als Kirche vor Ort für alle Menschen da zu sein. Aufgrund des guten Zusammenspiels war es möglich, den Pfarrkindergarten in Glanzing auszubauen und gleichzeitig jenen in der Krim zu schließen, um auf den freigewordenen Flächen sowie im in die Jahre gekommenen Pfarrheim das „Grätzlzentrum Frieda Krim“ einzurichten. Dieses bietet seit Jänner 2023 ausgezeichnete Möglichkeiten für das klassische Pfarrleben, für vielfältige caritative Tätigkeiten und für zahlreiche neue, niederschwellige Angebote, die stark nachgefragt werden. Dem Namen entsprechend entstand ein wirkliches Zentrum des Grätzls.
Dass in den 10 Jahren nicht alles gelungen ist, dass manche ursprüngliche Pläne nachjustiert oder begraben werden mussten, liegt in der Natur der Sache. In Summe ist das Projekt jedoch mehr als gut gelungen und eine überaus lebendige und innovationsfreudige Pfarre entstanden. Daher konnte aus ganzem Herzen gefeiert werden: ad multos annos!