Friday 29. July 2016

Metropolit Arsenios: Beginn des Scheiterns des gemeinsamen Europa

Empörung über Europas "Wegschauen" angesichts einer "doppelten humanitären Krise" in Griechenland, scharfe Kritik an Flüchtlingspolitik Österreichs


Eine große Gefahr für das vereinte Europa sieht Metropolit Arsenios (Kardamakis) im derzeitigen Umgang der europäischen Regierungen mit der Flüchtlingsfrage: Dass jedes Land nur auf sich selbst sehe und Probleme auf andere abwälze, "könnte schon der Beginn des Endes des gemeinsamen Europas sein", mahnte der Wiener griechisch-orthodoxe Kirchenführer am Mittwoch, 9. März 2016, im Interview mit Kathpress. Scharf kritisierte er in diesem Zusammenhang auch die Flüchtlingspolitik Österreichs.

Als "einfach skandalös" bezeichnete Arsenios das "Wegschauen" Europas angesichts der Situation in Griechenland, wo es nun eine "doppelte humanitäre Krise" gebe: Nachdem die Wirtschaftskrise bereits seit fünf Jahren zu Massenarbeitslosigkeit und einer drastischen Lohnsenkung geführt habe, könnten im Land ohnehin viele nur noch durch Hilfen der Kirche oder anderer Organisationen überleben.

 

"Griechenland kann die Flüchtlinge nicht einfach ertrinken lassen."

Dass nun täglich 3.000 bis 4.000 Flüchtlinge in der Ägäis ankommen, spitze die humanitäre Situation dramatisch zu, wobei gar nichts anderes übrig bleibe als den Ankommenden zu helfen. Arsenios: "Griechenland kann die Flüchtlinge nicht einfach ertrinken lassen." Die Griechen seien trotz ihrer schwierigen Lage bereit zu helfen, wie auch das Flüchtlingshilfe-Engagement Tausender Privatpersonen sowie der kirchlichen Einrichtungen deutlich machen würden.

Die Hilfsmöglichkeiten vor Ort könnten dem Ansturm jedoch bei weitem nicht gerecht werden: "Geht es so weiter wie bisher, könnte dies auch in Griechenland zu Instabilität führen", warnte der leitende Orthodoxie-Vertreter in Österreich. Unter den Flüchtlingen, die sich derzeit in Griechenland aufhalten, seien auch Tausende Kinder, die in Regen und Kälte unter freiem Himmel übernachten müssten. "Die Griechen bemühen sich nach Kräften, können aber nicht verstehen, warum Europa wegschaut", so Arsenios empört.

An die anderen christlichen Kirchen appellierte der Metropolit, sich gemeinsam für eine humane Flüchtlingspolitik und eine gesamteuropäische solidarische Lösung einzusetzen.

erstellt von: red/kathpress
09.03.2016

"Geht es so weiter wie bisher, könnte dies auch in Griechenland zu Instabilität führen", warnte der leitende Orthodoxie-Vertreter in Österreich, Metropolit Arsenios. Denn die Hilfsmöglichkeiten vor Ort könnten dem Ansturm jedoch bei weitem nicht gerecht werden.

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