Der Tod von Gerhard Klein erfüllt mich mit tiefer Trauer. Ein herausragender Journalist und ein geschätzter Freund ist heimgegangen. Mein Mitgefühl gilt seiner Familie.
Der Tod von Gerhard Klein erfüllt mich mit tiefer Trauer. Ein herausragender Journalist und ein geschätzter Freund ist heimgegangen. Mein Mitgefühl gilt seiner Familie.
Gerhard Klein ist verstorben. Mit ihm verliert Österreich einen profilierten ORF‑Journalisten und prägenden Leiter der Medienausbildung. Sein Engagement wird weithin spürbar bleiben
Der Tod des früheren ORF-Hauptabteilungsleiters Gerhard Klein hat in Kirche und Medienlandschaft tiefe Betroffenheit ausgelöst. Klein starb am Donnerstagabend, 29. Jänner, nach schwerer Krankheit im Kreis seiner Familie. Er wurde 72 Jahre alt.
Besonders berührend fällt die Reaktion von Kardinal Christoph Schönborn aus, der den Verstorbenen seit vielen Jahren persönlich kannte und schätzte. In einer ersten Stellungnahme würdigte der Wiener Erzbischof Klein als „herausragenden Menschen, kompetenten Journalisten – und Freund“.
„Zwischen uns bestand eine jahrelange, große gegenseitige Wertschätzung“, so Schönborn. „Wir haben uns nicht nur gut verstanden, sondern auch viel miteinander gelacht.“ Der Kardinal unterstrich, dass Klein in einem Umfeld, in dem Glauben keineswegs selbstverständlich sei, „ein Christ im Alltag“ geblieben sei – authentisch, unaufdringlich, überzeugend: „Er hat seinen Glauben nie vor sich hergetragen, aber er hat ihn gelebt.“
Kompetenz, Sachlichkeit und Leidenschaft für Religionsjournalismus
Klein leitete von 1997 bis 2019 die ORF-Religionsabteilung im Fernsehen, ab 2010 zusätzlich die Wissenschaftsabteilung – eine Kombination, die erstmals in dieser Form verwirklicht wurde. Seine Beiträge seien, so Schönborn, „faktenorientiert, sachlich und immer von großer Kompetenz geprägt“ gewesen.
Nach seiner Pensionierung übernahm Klein 2019 die journalistische Leitung der Katholischen Medien Akademie (KMA). Schönborn, selbst langjähriger Medienbischof, sprach von einer „besonderen Freude“ über diesen Schritt und lobte Kleins Wirken: „Er hat die Medienakademie zum Blühen gebracht und jungen Menschen Mut und Freude am Journalismus geschenkt.“
Unter seiner Führung kam es u.a. zu einer bemerkenswerten Kooperation mit dem Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg. Auch diese Öffnung hin zu interreligiösen Partnerschaften sei charakteristisch für Kleins Haltung: dialogorientiert, respektvoll und professionell.
Auch der ORF zeigte sich tief betroffen. Generaldirektion und Redaktionen erinnerten daran, dass Klein jahrzehntelang das Gesicht des Religionsfernsehens geprägt habe und zahlreiche Auszeichnungen erhielt, darunter den Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis, den Erasmus Media Award und den „Romy“-Jurypreis.
Medienbischof Wilhelm Krautwaschl, Protektor der KMA, beschrieb Klein als „leidenschaftlichen Kommunikationsprofi im Spannungsfeld von Glauben und Wissen“, der sowohl in der Kirche als auch im ORF „eine berufliche und geistige Heimat“ gefunden habe. Klein habe stets dafür plädiert, Religionsjournalismus als Balance zwischen Vernunft und Glaube, Spiritualität und gesellschaftlicher Verantwortung zu verstehen.
KMA-Generalsekretär Simon Varga würdigte ihn als „liebenswerten und hochkompetenten Kollegen“, der die Ausbildung der Medienakademie „maßgeblich geprägt und weiterentwickelt“ habe. KMA-Präsident Hubert Philipp Weber bezeichnete Klein als „exzellenten Religionsjournalisten“ und „loyalen Kollegen“, der dem journalistischen Nachwuchs einen reichen Erfahrungsschatz vermittelt habe.
Gerhard Klein wurde 1953 in Kittsee geboren und studierte Theologie, Philosophie und Anglistik. Seine ersten beruflichen Stationen führten ihn ins Pastoralamt der Erzdiözese Wien und ins Katholische Zentrum für Massenkommunikation. Ab 1988 arbeitete er für den ORF, wo er Sendungen wie „Orientierung“, „FeierAbend“ und „kreuz und quer“ prägte.
Besonders wichtig war ihm stets die Vermittlung eines Journalismus „mit Haltung“. 2019 sagte er: „Eine demokratische Gesellschaft braucht unabhängigen Journalismus – aber unabhängigen Journalismus mit Verantwortung.“
Kardinal Schönborn schloss seine Stellungnahme mit sehr persönlichen Worten:
„Meine Gedanken sind bei seiner Familie, bei seinem bereits verstorbenen Bruder Wolfgang und seiner Mutter, die ich gekannt habe. Mein tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen Kindern. An ihrem großen Verlust nehme ich von Herzen Anteil.“
Gerhard Klein hinterlässt seine Frau, vier Töchter und einen Enkelsohn.