Donnerstag, 8. Jänner 2015, läuteten zu Mittag in zahlreiche Kirchen im Land die Glocken, allen voran in der Pariser Kathedrale Notre Dame.
Mit stillem Gedenken und Glockengeläut hat Frankreich den Opfern des Anschlags auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" gedacht. Um 12 Uhr läuteten in zahlreiche Kirchen im Land die Glocken, allen voran in der Pariser Kathedrale Notre Dame, wie die Französische Bischofskonferenz am Donnerstag in Paris mitteilte. Eine anschließende Messe sei den zwölf Todesopfern des Anschlags und ihren Familien gewidmet. Zudem fänden den ganzen Tag über in zahlreichen Pariser Kirchen Friedensgebete statt. Der Pariser Erzbischof, Kardinal Andre Vingt-Trois, der sich derzeit in Rom aufhält, brachte in einer Botschaft sein "tiefes Mitleid" mit den Familien und Freunden der Opfer zum Ausdruck.
Kardinal Vingt-Trois betonte in der Aussendung, gemeinsam mit allen Pariser Katholiken verurteile er die "barbarische Tat". Zugleich rief er dazu auf, sich in der Gesellschaft "mehr denn je" für gegenseitigen Respekt und Frieden einzusetzen.
Staatspräsident Francois Hollande hatte am Mittwochabend im französischen Staatsfernsehen alle Bürger des Landes aufgerufen, sich am Donnerstagmittag auf öffentlichen Plätzen zu versammeln und der Opfer des Anschlags zu gedenken. Am Mittwochvormittag hatten zwei vermummte Männer mit Schnellfeuerwaffen die Redaktion der Satirezeitung überfallen und zwölf Menschen getötet.
Mehrere Religionsvertreter kündigten für Donnerstag eine gemeinsame Erklärung zu den Anschlägen an. Auch der Präsident des französischen Islamrats (CFCM), Dalil Boubakeur, sagte, er werde gemeinsam mit muslimischen Vertretern Frankreichs eine Erklärung erarbeiten.
Papst Franziskus betet für die Opfer des Anschlags von Paris. Er vereine sich im Gebet mit ihren Familien und der Trauer des gesamten französischen Volkes, heißt es in einem päpstlichen Beileidstelegramm an den Pariser Kardinal Andre Vingt-Trois, das der Vatikan am Donnerstag veröffentlichte.
Franziskus drückt darin sein "tiefes Mitgefühl" für die Verletzten und ihre Angehörigen aus. Zudem verurteilt er den terroristischen Gewaltakt erneut. Unterzeichnet ist das Schreiben von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Bereits am Mittwochabend hatte Franziskus den Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" durch eine Erklärung von Vatikansprecher Federico Lombardi "aufs Schärfste" verurteilt.
Auch in seiner Morgenmesse am Donnerstag rief der Papst zum Gebet für die Opfer des Anschlags in Paris auf: "Beten wir in dieser Messe für die Opfer dieser Grausamkeit", so Franziskus. Zugleich bat der Papst für Menschen, die Grausames ausheckten, dass Gott ihre Herzen ändere. Die Tat führe die Fähigkeit des Menschen zu Grausamkeit und Terror vor Augen, sagte er in seiner Predigt im Gästehaus Santa Marta.