Ruine der Liebfrauenkirche auf dem Neuen Markt in Dresden
Ruine der Liebfrauenkirche auf dem Neuen Markt in Dresden
Antworten von Kardinal Christoph Schönborn in der Tageszeitung HEUTE am 13.2.2026
Heute schreibe ich aus Dresden. Es war einmal eine der schönsten Städte Deutschlands, malerisch am Ufer der Elbe gelegen. Vieles erinnert noch heute daran. Freilich ist hier alles neu und wiederaufgebaut. Dazwischen liegt der 13. Februar 1945, heute vor 81 Jahren. In der Nacht auf den 14. Februar fand einer der verheerendsten Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs statt. 773 britische Bomber warfen in zwei Angriffswellen gewaltige Mengen an Spreng- und Brandbomben über der Stadt ab.
Zahlreiche Flüchtlinge befanden sich unter den vielen tausenden Opfern. Dresden war eine einzige große Ruine. Mein Geburtsort liegt in Tschechien, etwa 80 km von Dresden entfernt. Ich war damals gerade 3 Wochen alt. Meine Mutter erzählte, man habe bis zu uns den feuerroten Himmel über Dresden gesehen. Nach dem Wiederaufbau von Dresden sah alles so aus, als hätten wir die Lehren gelernt, die der Wahnsinn des Krieges die Welt gelehrt hat. Können wir nicht aus der Geschichte lernen? Ja, sehr viel! Wir müssen es uns nur zu eigen machen! Dresden kann dabei helfen und jede Gedenkstätte an die vielen Kriege der Menschheit. Nie wieder!