Antworten von Kardinal Christoph Schönborn in der Tageszeitung HEUTE am 20.2.2026
Heuer steht die Fastenzeit unter einem besonderen Vorzeichen: Sie hat für Christen wie für Muslime am selben Tag begonnen – am Aschermittwoch! Der Fastenmonat Ramadan dauert dieses Jahr vom 18. Februar bis zum 20. März. Die vierzigtägige Fastenzeit dauert bis zum Karsamstag, dem 4. April. Sie bereitet auf das Osterfest vor, auf das Fest der Auferstehung Jesu vom Tod. Fasten hat in allen Religionen einen festen Platz. Es wird unterschiedlich praktiziert, hat aber immer den Sinn der Erneuerung an Leib und Seele.
Gesund werden an Leib und Seele, das ist auch das Angebot vieler Fastenkuren. Manche verlangen recht viel dafür, dass man wenig isst! Zum religiösen Fasten gehören immer zwei weitere Elemente: Beten und Gutes tun. Das Fasten soll das Herz öffnen für Gott und den Nächsten. Nur für die eigene Gesundheit zu sorgen, so wichtig das ist, genügt nicht. In der Bibel wird das Fasten ohne Nächstenliebe scharf kritisiert. Brich dem Hungernden dein Brot, sorge für den Obdachlosen, bekleide den Bedürftigen, das ist ein Fasten, wie ich es wünsche, sagt Gott. Ihnen allen eine gute Fastenzeit!