Bis 2020 könnte die infektiöse Augenkrankheit Trachom, an der durchschnittlich weltweit alle 15 Minuten ein Mensch erblindet, verschwunden sein.
Bis 2020 könnte die infektiöse Augenkrankheit Trachom, an der durchschnittlich weltweit alle 15 Minuten ein Mensch erblindet, verschwunden sein.
Hilfsorganisation will Engagement 2015 weiter ausbauen und fordert von Politik, EZA-Verpflichtungen besser nachzukommen.
Von Fortschritten in der Bekämpfung von vermeidbaren Augenkrankheiten in Entwicklungsländern kann die Hilfsorganisation "Licht für die Welt" berichten. Zugleich müsse die Entwicklungszusammenarbeit noch viel stärker als bisher behinderte Menschen in den Blick nehmen, so Geschäftsführer Rupert Roniger bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.
"Die Zahl der blinden Menschen weltweit geht zurück. Wir sind froh, dazu unseren Beitrag leisten zu können", sagte Roniger. Es sei aber noch viel zu tun, denn "Österreich kommt seinen Verpflichtungen in der Entwicklungszusammenarbeit nur eingeschränkt nach."
In Zukunft müsse in der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) besonders auch den behinderten Menschen ein größerer Platz eingeräumt werden. Denn diese seien von vielen Erfolgen in der Entwicklungszusammenarbeit immer noch ausgeschlossen. So würden beispielsweise in Afrika nur fünf Prozent aller behinderten Kinder Schulen besuchen.
Noch heuer will "Licht für die Welt" eine neue Augenklinik in Mozambik eröffnen, die mehr als zwei Millionen Menschen eine bessere augenmedizinische Versorgung gewährleisten soll. Auch bei der Ausrottung der infektiösen Augenkrankheit Trachom in Afrika sollen weitere Fortschritte erzielt werden, so Roniger. Bis 2020 könnte die Krankheit, an der durchschnittlich weltweit alle 15 Minuten ein Mensch erblindet, verschwunden sein.
Die Wiener Augenärztin Irene Ruhswurm wies darauf hin, dass das Trachom die weltweit häufigste infektiöse Augenerkrankung ist, obwohl die Krankheit eigentlich sehr gut bekämpfbar sei. Schuld daran sind unhygienische Umstände. "Im Laufe der Krankheit drehen sich die Augenlider ein und scheuern an der Hornhaut, und es kommt zu einer schmerzhaften Erblindung", so die Augenärztin. Durch Maßnahmen zugunsten einer besseren Hygiene könnte die Krankheit bereits bis 2020 ausgerottet sein, hofft Ruhswurm.
Klaus Minihuber, Projektreferent für Mozambik, erläuterte die unbefriedigende Situation in dem südostafrikanischen Land: "In Mozambik gibt es nur 25 Augenärzte für 25 Millionen Einwohner", so Minihuber. Mit der neuen Klinik von "Licht für die Welt" soll einerseits die Zahl der Augenoperationen um 70 Prozent gesteigert, andererseits aber auch eine grundlegende augenmedizinische Unterstützung ermöglicht werden, damit die Menschen beispielsweise ihre Sehstärke ermitteln lassen können. "Das ist in Österreich bei jedem Optiker um die Ecke möglich, in Mozambik aber nicht."
Dafür sei die Aus- und Weiterbildung von Augenärzten und Fachkräften besonders wichtig. So wird alle zwei Jahr mit der Ausbildung von zehn neuen Augenkrankenpflegern begonnen. Diese dauert 18 Monate und soll eine Basisversorgung im augenmedizinischen Bereich ermöglichen, so Minihuber.
"Licht für die Welt" versteht sich als christlich-überkonfessioneller Verein und geht auf die Bemühungen des deutschen Pastors Ernst Jakob Christoffel in der Türkei zurück. 1908 gründet er dort das erste Heim für blinde Menschen. Aus diesen Anfängen entstand die Christoffel-Blindenmission. Seit 1988 ist "Licht für die Welt" in Österreich aktiv. Zu den ersten Projekten zählten Augenkliniken und Rehabilitationsprogramme in Äthiopien und Kenia. Heute engagiert sich die Organisation in derzeit 156 Projekten in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa für blinde und anders behinderte Menschen. Im Jahr 2014 konnte "Licht für die Welt" so insgesamt mehr als Millionen Menschen weltweit unterstützen.