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19.02.2023 · Kardinal · Gedanken zum Evangelium

Die größte Herausforderung

Jesus Christus wird den Soldaten übergeben. Sie ziehen ihm die Kleider aus, legen ihm einen purpurroten Mantel um und setzen ihm eine Dornenkrone auf. Die Soldaten verhöhnen, bespucken und schlagen Jesus. Nachdem sie ihn verspottet haben, ziehen sie

Jesu Lehre von der Feindesliebe ist alles eher als romantisch. Sie ist nüchtern und realistisch. „Wir haben selbst das größte Interesse daran, dass wir durch den Hass der anderen nicht auch ins Hassen fallen“, sagt der große Bibliker Adolf Schlatter.

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 19. Februar 2023.

Wie du mir, so ich dir! Das ist der übliche Weg unserer Konflikte. Vergeltung nennen wir das. Ich bin gekränkt worden. Man rät mir: Lass dir das nicht gefallen! Du musst dich wehren! Das darfst du nicht auf dir sitzen lassen! Und tatsächlich stehen wir oft vor der Frage: Soll ich, ja muss ich mich verteidigen? Wo kommen wir da hin, wen wir die Weisung Jesu eins zu eins übernehmen? „Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin.“ Würde diese Regel von uns allen wörtlich genommen werden, dann hätten die Gerichte keine Arbeit, dann gäbe es keine Strafen, dann wäre aber auch der Gewalt und dem Unrecht Tür und Tor geöffnet. Kann ein Staat, eine Gemeinschaft, ein Zusammenleben so funktionieren? Ist Jesus ein Romantiker? Oder zeigt er einen echten, gangbaren Weg heraus uns unseren vielen Konflikten?

 

Um Konfliktlösung geht es schon im Gesetz des Mose, im Alten Testament. Darauf bezieht sich Jesus: „Ihr habt gehört, dass (von Mose) gesagt worden ist: Auge für Auge, und Zahn für Zahn.“ Dieser Satz aus der Bibel wird meist missverstanden. Es geht gar nicht um die Erlaubnis, sich rächen zu dürfen. Im Gegenteil soll die Rachgier gezügelt werden. Denn sehr oft ist genau sie es, die die Konflikte eskalieren lässt. Die Vergeltung darf nicht größer sein als der Schaden, den du erlitten hast. Aber das Böse soll auch nicht einfach geduldet werden. Es darf nicht ungestraft bleiben, es muss freilich angemessen bestraft werden. Dafür muss der Richter sorgen, damit die Gerechtigkeit gewahrt wird.

 

Jesus hat das nicht in Frage gestellt. Für ihn gelten die Gebote und damit auch die gerechten Strafen, wenn die Gebote übertreten werden. Doch bleibt er bei der äußeren Gerechtigkeit nicht stehen. Ihm geht es um die innere Einstellung, die Haltung des Herzens. Sie spricht er an, wenn er zum Hinhalten der anderen Wange rät. Du darfst ein Unrecht ertragen, ohne Vergeltung zu suchen. Jemand hat dir weh getan. Du musst darauf nicht mit Wehtun reagieren. Das Übliche ist: Gut sein zu denen, die mir Gutes tun, die lieben, die mich lieben. Wie anders sieht die Welt aus, wenn ich jemandem, der mir unfreundlich kommt, mit Freundlichkeit begegne.

 

Die größte Herausforderung Jesu ist zweifellos sein Wort über die Feindesliebe. „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.“ Wie soll ich das schaffen? Sieht diese Forderung nicht wie ein Widerspruch zur menschlichen Natur aus? Ist es nicht ein Urbedürfnis des Menschen, sich vor dem Feind zu schützen, sich und die Seinen gegen Angriffe zu verteidigen?

 

Ein Missverständnis gilt es auszuräumen. Jesus verlangt nicht, dass ich meinen Feind gefühlsmäßig mögen muss. Lieben heißt zuerst: dem anderen Gutes wünschen. Um Wohlwollen, nicht um Sympathie geht es. Denn auch dein Feind ist ein Mensch. Mich berührt eine Weisung im Alten Testament: „Wenn du siehst, wie der Esel deines Feindes unter seiner Last zusammenbricht, dann lass ihn nicht im Stich, sondern leiste ihm Hilfe“ (Exodus 23,5). Jesu Lehre von der Feindesliebe ist alles eher als romantisch. Sie ist nüchtern und realistisch. „Wir haben selbst das größte Interesse daran, dass wir durch den Hass der anderen nicht auch ins Hassen fallen“, sagt der große Bibliker Adolf Schlatter. Wie anders soll es gelingen, zwischen uns Frieden zu stiften als auf dem Weg, den uns Jesus selber vorgelebt hat?

erstellt von: Kardinal Christoph Schönborn
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Evangelium vom 19.2.23

Matthäus 5,38-48

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin! Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel! Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm! Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab! Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.

Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist!

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Feier im Rahmen der "Gebetswoche für die Einheit der Christen" mit Vertretern verschiedener christlicher Konfessionen

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Im Vatikan sorgt ein ungewöhnliches Detail aus dem Alltag von Papst Leo XIV. für Gesprächsstoff: Offenbar widmet sich das Kirchenoberhaupt mit bemerkenswerter Ausdauer dem Deutschlernen – und das nicht nur zu "christlichen Tageszeiten".

25 Jahre Mittelschule Sacré Coeur Wien: Ein Jubiläum im Zeichen von Dankbarkeit und Aufbruch

Die private Mittelschule Sacré Coeur Wien in der Fasangasse gehört zum traditionsreichen Sacré-Coeur-Campus. Seit 25 Jahren werden hier Schüler unterrichtet. Mit einer Festveranstaltung wurde das Jubiläum am Donnerstag gefeiert.

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Bischofsweihe mitfeiern – in der Pfarre

Die gemeinsamen Feierhefte für das Fest der Weihe und Amtseinführung unseres neuen Erzbischofs können ab Anfang Januar bestellt werden.

Gesprächsgruppe: „Verbindung durch Verantwortung. Eltern-Sein nach der Trennung“

An fünf Abenden werden die Bedürfnisse von Kindern und deren Eltern in den Mittelpunkt gestellt und neben Fach-Inputs einer Expertin auch genügend Raum für eigene Fragen und Austausch in der Gruppe gegeben. 

Gefängnisseelsorge verteilt Teddybären an Kinder von Inhaftierten

Mit den Stofftieren sollen Kinder, die in der Justizanstalt Josefstadt auf ihren inhaftierten Elternteil warten, Trost, Zuwendung und Geborgenheit erfahren. Für die Aktion bittet die Gefängnisseelsorge um Spenden.

Krippenführungen in der Dominikanerkirche S. Maria Rotunda

In der Weihnachtszeit lädt die Dominikanerkirche S. Maria Rotunda zu drei stimmungsvollen Krippenführungen ein, bei denen Pfarrer P. Christoph J. Wekenborg OP die historische Klosterkrippe aus dem Grödnertal näher vorstellt.

Mariazeller-Feier am Stephansplatz

Herzliche Einladung zur Mariazeller-Feier mit Bischofsvikar P. Mag. Erich Bernhard COp am Freitag, dem 19. Dezember, um 18:00 Uhr in der Curhauskapelle am Stephansplatz 3 (1. Stock, Lift).

Podcast Lebenswerk feiert einjähriges Jubiläum mit Live‑Ausgabe vom Gesundheitstag

Die Jubiläumsfolge macht spürbar, wie stark gemeinsame Werte, Kooperation und spirituelle Wurzeln die Arbeit der Ordensspitäler in Österreich prägen.

Türme der Wiener Votivkirche nachts nun mit Lichtkunstwerk

Installation von Billi Thanner auf zweithöchster Wiener Kirche regt zum Nachdenken über die Unendlichkeit an.

Im Vatikan endet ein Jahr der Extreme

Das Eineinhalb-Päpste-Jahr 2025 - Von Kathpress-Rom-Korrespondentin Severina Bartonitschek

Ostkirchen: Tradition und Identität in Diaspora-Situationen bewahren

Wiener Ostkirchen-Experte Németh referierte bei internationaler Ostkirchen-Konferenz in Paris - Nachfolgetagung 2026 zum Thema liturgische Identität in Planung

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