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24.01.2019 · Aus der Diözese · APG21

APG 2.1 - Pfarrverband als Mindeststandard?

„Nicht nur ein Miteinander, sondern vor allem auch ein Füreinander ist für uns Christen angesagt – Die Apostelgeschichte ist die Geschichte der Anfänge der Mission der Kirche, sie geht weiter – auch heute!

Bis 2022 sollen 80 Prozent der Entwicklungsräume unserer Erzdiözese verbindlich zusammenwachsen – am besten als Pfarre mit Teilgemeinden, zumindest als Pfarrverband. Vikariatsräte und Dechanten haben dazu beraten.

 

 

Wie  geht es weiter mit dem diözesanen Entwicklungsprozess? Derzeit läuft eine Standortbestimmung, der schon die Diözesanversammlung im September 2018 und in diesen Tagen das Treffen der drei Vikariatsräte (16. Jänner) und die Dechantenwoche (20. bis 25. Jänner) dienten und dienen. (Mitglieder im Vikariatsrat sind gewählte Vertreterinnen und Vertreter ihrer Dekanate.)


Die Diözesanversammlung machte dabei klar: Die Bildung größerer pastoraler Einheiten ist und bleibt unverzichtbar.

 

Sie soll wesentlich dazu beitragen, kirchliches Leben lebendiger zu gestalten und mutige Schritte im Zugehen auf die Menschen (Mission) und in einem Hineinwachsen in die Beziehung mit Jesus Christus (Jüngerschaft) zu setzen.

 

„Das Zielbild bleibt die größere Pfarre mit Teilgemeinden, um Gemeinden vor Ort zu erhalten und auch neue Gemeinden zu gründen“, betonte Kardinal Christoph Schönborn vor den drei Vikariatsräten.


Unser Kardinal berichtete, wie er in jungen Jahren im ersten Pfarrverband des Weinviertels ausgeholfen hat. Er hat den „Pfarrverband“, konkret Zellerndorf, geprägt von Franz Mantler, erlebt. Ein anderes Bild ist für ihn die „Mutterpfarre“. Mit diesen Bildern ist unser Erzbischof die Strukturentwicklung in den letzten Jahren angegangen. 2012 wurde dann die Vision entwickelt: In zehn Jahren sollen 80 Prozent der Pfarren in „Pfarren mit Teilgemeinden“ zusammengefasst sein.

 

Das ist aber „ein mühsamer Weg und nicht so einfach, wie vorerst angenommen“. 45 Prozent sind Ordenspfarren, es gibt viele Patronate, es braucht mehr Zeit und Flexibilität.

 

Andererseits ist die Zusammenfassung der damals 660 Pfarren in 140 Entwicklungsräume gelungen, die vielerorts bereits Schritte in Richtung Mission und Jüngerschaft erleichtert hat. Daher schlägt die Steuerungsgruppe der Diözesanreform (Erzbischof, Vikare, Pastoralamtsleiter, Ordinariatskanzler, Apg-Team) vor, am Prinzip einer immer stärker verpflichtenden Zusammenarbeit der Gemeinden festzuhalten, aber ein neues Etappenziel 2022 auf dem Weg zu größeren Einheiten neu zu fassen.


Ziel bleibt die Pfarre mit Teilgemeinden

Schönborn adaptierte daher die Formel so: „Ich wünsche mir bis 2022 wenigstens 80 Prozent der Entwicklungsräume zumindest in einem Pfarrverband organisiert.“

 

Was bedeutet das? Gemeinsam ist beiden Formen – der Pfarre mit Teilgemeinden („Pfarre Neu“) und dem Pfarrverband –, dass es nur einen Pfarrer gibt, der gemeinsam mit den anderen Priestern des Entwicklungsraums nicht einer einzelnen Gemeinden zugeteilt, sondern für alle Gemeinden da ist.

 

Der große Unterschied ist, dass im Pfarrverband die einzelnen Gemeinden ihre Rechtspersönlichkeit als Pfarre behalten. Das ist etwa dort von Vorteil, wo Ordenspfarren oder Patronate eine rechtliche Zusammenlegung kompliziert machen.

 

Von den 140 Entwicklungsräumen sind bereits 16 Prozent eine Pfarre mit Teilgemeinden, weitere 18 Prozent zumindest in Teilen ein Pfarrverband.

 

Das neue Etappenziel ist zunächst nur eine Arbeitsvorlage. Nach der Beratung mit den Vikariatsräten und den Dechanten will die Steuerungsgruppe in den nächsten Wochen „auf Grund des Gehörten eine gute Entscheidung treffen“, betonte Generalvikar Nikolaus Krasa.

 

Die Errichtung der Pfarrverbände soll zum jeweils frühestmöglichen Termin ab dem 1. September 2019 erfolgen. Die Diözesanleitung wird aber auch weiterhin die Entwicklungsräume ermuntern, eine Pfarre mit Teilgemeinden zu bilden.


„Berührt hat mich, dass Kardinal Schönborn gezeigt hat, dass er auch den Rat der Vikariatsräte sehr stark in seine Überlegungen und schließlich Entscheidungen für die weiteren Schritte in der Strukturentwicklung einbinden möchte“, betont Vikariatsrätin Elisabeth Jägersberger (Dekanat Piesting) gegenüber dem SONNTAG.

 

„Nicht nur ein Miteinander, sondern vor allem auch ein Füreinander ist für uns Christen angesagt – dieses Wort meines Vikariatsratskollegen Gernot Braunstorfer hat mich nach diesem Abend nach Hause begleitet“, sagt sie.

 

„Von diesem Abend habe ich mitgenommen, dass die Vorgaben im Entwicklungsprozess rasch und klar umgesetzt werden sollen“, unterstreicht Vikariatsrätin Mary Wildam (Dekanat Wien 12).

 

„Pfarren oder die sie vertretenden Personen, die sich am Prozess im Entwicklungsraum nicht beteiligen wollen oder ihn bewusst hinauszögern, sind mühsame Steine auf dem Weg dorthin“, meint sie. „In solchen Situationen ist es notwendig, dass von oben ein klarer Auftrag gegeben wird und die nötigen Schritte eingeleitet werden.“


Wohin will Gott seine Kirche führen?

Drei Dechanten unserer Erzdiözese haben ihre Eindrücke vom ersten Tag der Dechantenwoche in Passau dem SONNTAG übermittelt. „Wir blickten auf den aktuellen Stand im diözesanen Entwicklungsprozess.

 

Für Kardinal Schönborn ist dieser Prozess nicht nur wegen der veränderten Gesellschaft notwendig“, erzählt Dechant Clemens Beirer (Pfarrverband Retz). Beirer: „Wir brauchen mehr Zusammenarbeit, weil unser Gottesbild Gemeinschaft von Personen ist.

 

Gott ist Kooperation. Daher braucht es mehr Kooperation, zwischen Gemeinden, in der Leitung. Der Mehrgewinn von Kooperation ist ein mehr von Gemeinschaft. Das entspricht der Jüngerschaft Jesu. Das ist auch missionarisch. Dem sollen die neuen Strukturen dienen.“


„Inzwischen ist uns Dechanten der Entwicklungsprozess in Fleisch und Blut übergegangen. Das merke ich daran, dass es wenig Aggression in den Gesprächen gibt, jedoch ernste Sorge“, erzählt Dechant P. Matthias Felber SVD (Dekanat Wien 10): „Es wird immer klarer, dass ein fruchtbarer Weg nur in möglichst konkreter Zusammenarbeit auf vielen Ebenen gelingt.“

 

Dass die Orden mehr in den Blick kommen, ist für ihn als Ordensmann „erfreulich“: „Weil sie spirituelle Orte sind, die noch viel mehr genützt werden können. Sie sind auch noch viel zu wenig ,angezapft’ in ihrem Reichtum und ihrer Erfahrung in Bezug auf Mission und Jüngerschaft.“

 

„Das Programm der Dechantenwoche ist dicht“, berichtet Dechant Josef Grünwidl (Dekanat Perchtoldsdorf). Grünwidl: „Viele Pfarren unserer Diözese sind (noch?) lebendig, und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit ist gewachsen. Das gilt es zu würdigen.

 

Wir müssen in der Pastoral nicht alles neu erfinden oder ganz anders machen.“ Allerdings dürften wir – wenn der diözesane Prozess ein geistlicher Weg sein soll – nicht nur fragen: „Was wollen wir, und welche Veränderungen können wir uns vorstellen?“

 

Grünwidl: „Es geht zuerst um die Frage: Wohin will Gott seine Kirche führen? Wo lädt er mich ein zum Aufbruch und Neubeginn?“

erstellt von: Der SONNTAG / Stefan Kronthaler
24.01.2019
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Fotos

11 Jahre diözesaner Entwicklungsprozess APG 2.1 auf einen Blick

Weitere Informationen:

Diözesaner Entwicklungsprozess APG 2.1 im Überblick

Hirtenbrief von Kardinal Christoph Schönborn,
Oktober 2008

 

 

Ankündigung des diözesanen Prozesses
„Apostelgeschichte 2010“

Die großen Veränderungen, in den wir gesamtgesellschaftlich stehen und die Herausforderungen an uns als Kirche

 

download des Hirtenbriefes

 

Sieben Punkte des Hirtenbriefs:

  1. ▶ Wie leben wir die Freundschaft mit Christus?
  2. ▶ Wie können wir heute Apostelgeschichte weiterschreiben?
  3. ▶ Die Frage nach Glaube und Vernunft.
  4. ▶ Wie aufmerksam sind wir auf die Nöte unserer Mitmenschen?
  5. ▶ Wie werden unsere Gemeinden zu Orten gelebter Gastfreundschaft?
  6. ▶ Wie erheben wir unsere Stimme in der Gesellschaft?
  7. ▶ Wie helfen wir uns gegen seitig, unsere Lebensberufung zu leben?

1. Diözesanversammlung (22. bis 24. Oktober 2009) 

Filme
Wen verkünden wir?
Entmutigungen & Ermutigungen; Trennendes & Verbindendes; Die Sendung der Kirche; Einblicke in Situationen zu den 7 Themen­bereichen des Hirtenbriefes 2008

 

2. Diözesanversammlung (11. bis 13. März 2010)

Filme
Wie verkünden wir?
Situationen und Erfahrungen; „Kriterien“ für die Verkündigung/Pastoral Austausch über Ideen, Projekte, Missionsvorbereitungen

 

3. Diözesanversammlung (14. bis 16. Oktober 2010)

Filme
„Was wirkt der Herr bei uns?“
Erfahrungen & Perspektiven zu den 7 Themenbereichen (zu allen pastoralen Vollzügen, Loslassen/Trauer und Aufbrechen/Hoffnung)


Hirtenbrief von Kardinal Christoph Schönborn,
Oktober 2011

 

 

Wahrnehmungen und Reaktion auf die drei
Diözesanversammlungen

 

 

download des Hirtenbriefes

 

 

Sieben Punkte des Hirtenbriefs:

  1. ▶ Neu in die Lebensschule Jesu gehen. Jüngerschaftsschulen errichten.
  2. ▶ Neues Miteinander von gemeinsamen Priestertum der Gläubigen und
  3. Weihepriestertum.
  4. ▶ Christliche Gemeinschaften und Gemeinden vor Ort –
  5. aufbauen, stärken und gründen.
  6. ▶ Neue Gemeinden jenseits der territorialen Ordnungen entwickeln und unterstützen.
  7. ▶ Eine neue Pastoral des Rufens – für Dienste in Hingabe und Professionalität.
  8. ▶ Loslassen für Neues. Wagemut ist gefragt.
  9. ▶ Aufbau der Allianzen im „Tun der Gerechten“ stärken.

4. Diözesanversammlung (17. bis 19. Oktober 2013)

Film: Wendepunkt Hoffnung

Film: Impuls

Film: Predigt

Masterplan:

Mission first – Jüngerschaft – Strukturreform. Vergewisserung über Vision und Weg


Hirtenbrief von Kardinal Christoph Schönborn, 2015

 

 

Die Erzdiözese wird in 140 Entwicklungsräume eingeteilt, die als Missionsräume gedacht sind.

 

download des Hirtenbriefs

 

Sieben Punkte des Hirtenbriefs:

  1. ▶ Richten wir unser ganzes Tun an der missionarischen Dimension der Kirche aus.
  2. ▶ Teilt das Wort Gottes regelmäßig in euren Teams, Gruppen und Treffen und handelt gemeinschaftlich danach.
  3. ▶ Nehmt als Engagierte aus den Pfarren bzw. Gemeinden an einem Glaubenskurs im Entwicklungsraum teil.
  4. ▶ Wagt gemeinsam Neues und setzt Schritte, um als Gemeinde in die Breite und in die Tiefe zu wachsen.
  5. ▶ Versammelt euch einmal mit den anderen kirchlichen Orten im Entwicklungsraum.
  6. ▶ Schafft durch Zusammenarbeit Freiraum für Neues.
  7. ▶ Macht Schritte auf dem Weg zu Pfarre Neu.

5. Diözesanversammlung (27.-29. September 2018)

Film: Diözesanversammlungshighlights

 

1.700 Delegierte versammelten sich, erzählten einander, beteten, positionierten sich per Mentimeter und stellten ihren Standpunkt im Dom dar. Es gab Workshops zum Thema „Wachstum“, das Thema „Jüngerschaft“ prägte diese drei Tage.


Jänner 2019:

Treffen der Vikariatsräte mit Kardinal Christoph Schönborn, Dechantenwoche in Passau:


80 Prozent der Entwicklungsräume sollen bis 2022 Pfarrverbände werden. In den nächsten Wochen wird Kardinal Christoph Schönborn mit der Steuerungsgruppe über den weiteren Weg beraten.



weitere Informationen zu

 

Der SONNTAG

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Jeder kann Mission - jeder hat etwas zu geben

"Es gibt so viele Menschen, die sich in dieser Gesellschaft nicht willkommen fühlen. Die Kirche hat die Pflicht sich gerade ihnen zuzuwenden", sagt Otto Neubauer, Leiter der Akademie für Dialog und Evangelisation.

Ein diözesaner Lernprozess, damit unsere Kirche lebendig bleibt

Pastoralamtsleiter Markus Beranek über die aktuelle „Standortbestimmung“ des diözesanen Entwicklungsprozesses APG 2.1.

„Kirche ohne Mission ist wie die Schweiz ohne Käse“

Der 2. Inspirationstag, am 26. April 2019 in Wien, ist ein Tag mit Ideen.

Kirchenmusik im Wandel

22. bis 24. März 2019 „i-Worship-Konferenz“ im Campus Horn.

Es geht um Teamarbeit und um Zusammenarbeit

Was drei Dechanten von der Dechantenwoche in Passau „mitgenommen“ haben.

Gründung neuer Gemeinden: „Der Heilige Geist leitet unsere Arbeit“

Phil Williams, Priester der Anglikanischen Kirche, zur Frage wie Mission gelingen kann ?

Strukturdiskussion: Pfarrverband als Mindeststandard

Die Bildung größerer pastoraler Einheiten "ist und bleibt unverzichtbar"

APG 2.1 - Pfarrverband als Mindeststandard?

Wie  geht es weiter mit dem diözesanen Entwicklungsprozess?

Stephansdom voller Jugendlicher hörte Schönborn-Video zu 1938

Wiener Erzbischof erläuterte in Video zerstochenes Christusbild, das an Sturm aufs Palais 1938 erinnert.

„Niemand ist ohne Wunden“

Kardinal Christoph Schönborn im Interview nach der Diözesanversammlung und zur Synode über die Jugend in Rom.

Kardinal Schönborn zu kirchlicher Erneuerung: Offen sein für die Not der Menschen

Kardinal Schönborn beim Abschluss der 5. Wiener Diözesanversammlung: Gemeinden, die aus einer echten Liebe zu Christus leben und sich mit anderen Gemeinden verbinden, sind stark und lebendig.

Impulsnachmittag mit Kardinal Schönborn und Pete Greig im Stephansdom

Wie man Menschen zu Jüngern macht

Stimmen aus der Diözese zum Stand der Diözesanversammlung und fünf Punkte für eine wachsende Kirche von Pete Greig.

Kardinal Schönborn: "Die rechte Zeit erkennen"

"Ich lade jeden Christen ein, noch heute seine persönliche Begegnung mit Jesus Christus zu erneuern", so Kardinal Christoph Schönborn.

Diözesanversammlung: Womit beschäftigen wir uns? Was wurde umgesetzt?

Via Handy-Abstimmung wurden die Delegierten der 5. Diözesanversammlung zu den großen Themen „Mission, Jüngerschaft und Strukturreform“ befragt.

Diözesanversammlung: Was es heute bedeutet, Christ zu sein

Kardinal Schönborn eröffnete Diözesanversammlung mit 1.700 Delegierten im Stephansdom.

Wiener Generalvikar Krasa: Diözesanreform wird noch länger dauern

Krasa in "Presse"-Interview: Rücksicht auf "kirchliche Realität" erfordert zusätzliche Gespräche.

Bildungsminister Faßmann: Religionsunterricht hat fixen Platz an Schulen

Bildungsminister beim "Tag der Religionslehrer" im Stephansdom: "Religionsunterricht wird es auch in Zukunft geben, mit oder ohne Staatsvertrag".

Kardinal Schönborn: "Religionslehrer sind Gesicht der Kirche"

Mehr als 1.200 Religionslehrer aus der Erzdiözese Wien beim 1. "Tag der ReligionslehrerInnen" im Wiener Stephansdom.

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