Derzeit sei aber vor allem schnelle Hilfe vor Ort gefordert, um die aktuelle Lage zu bewältigen, betonte die Caritas.
Derzeit sei aber vor allem schnelle Hilfe vor Ort gefordert, um die aktuelle Lage zu bewältigen, betonte die Caritas.
Caritas-Wien-Generalsekretär Schwertner und Katastrophenhelfer Preindl machen sich ein Bild von der Lage vor Ort. 50.000 Euro aus Caritas-Katastrophenfonds für Akuthilfe, weitere Spenden erbeten.
Zwei Mitarbeiter der Caritas Österreich fliegen am Donnerstag nach Athen, um in der aktuellen Flüchtlingskrise die Unterstützung der Caritas vor Ort zu organisieren. Die Lage an der griechisch-türkischen Grenze und auf den griechischen Inseln habe sich zuletzt stark zugespitzt, beide Nachbarländer seien nicht mehr in der Lage, allein alle Schutzsuchenden zu versorgen, teilte die Caritas am Donnerstag mit. Caritas-Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner und der langjährige Katastrophenhelfer Thomas Preindl reisen nach Griechenland, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen und Maßnahmen zu planen.
"Es macht mich betroffen, dass sich die Lage in Griechenland wieder derart zugespitzt hat", erklärte Preindl vor dem Abflug. Er sei bereits 2015 in Idomeni an der mazedonischen Grenze gewesen und nun "bestürzt, dass bislang keine gemeinsame europäische Linie für schutzsuchende Menschen gefunden werden konnte". Was sich derzeit an der türkisch-griechischen Grenze abspielt, sei "eine Tragödie" und unterstreiche erneut die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Lösung wie humanitäre Aufnahmeprogramme.
Die Caritas Österreich, die sich seit Jahren auf den griechischen Inseln, aber auch in der Balkanregion und in und um Syrien für Bedürftige engagiert, stellt nun zusätzlich 50.000 Euro aus ihrem Katastrophenfonds bereit. Schwertner verwies auf die große Solidarität mit den Flüchtlingen im türkisch-griechischen Grenzgebiet und in den überfüllten Lagern und bekundete Dankbarkeit für die bereits eingegangenen Spenden. Freilich werde noch wesentlich mehr Hilfe gebraucht, um die Betroffenen zumindest mit dem Notwendigsten zu versorgen. "Es fehlt an allem", sagte so Schwertner: an Notunterkünften, Trinkwasser und Lebensmitteln.
Die Caritas hilft aktuell vor allem auf Lesbos und Chios, teilte die katholische Hilfsorganisation mit. Geflüchtete erhalten im Lager Kara Tepe Notfallpakete mit Hygienematerial, Decken und Kleidung und sichert die medizinische Versorgung. Besonders Schutzbedürftige wie Folteropfer, Behinderte und hochschwangere Frauen erhielten psychologische Hilfe, um traumatische Fluchterlebnisse verarbeiten zu können.
Bisher galten die Bemühungen der Caritas, die seit 2015 in Griechenland aktiv ist, vor allem der Integration der Flüchtlinge. 26.000 Menschen hätten durch das nationale Shelter-Programm in Athen und Thessaloniki Schutz und Unterkunft bekommen, Kinder besuchen die Schule besuchen und lernen Griechisch. Eltern werden bei Amtswegen unterstützt und erhalten Sprachkurse.
Derzeit sei aber vor allem schnelle Hilfe vor Ort gefordert, um die aktuelle Lage zu bewältigen, betonte die Caritas. Mittelfristig sei das Instrument des Resettlement sinnvoll, um besonders verletzlichen Personengruppen zu helfen und eine legale Möglichkeit für Asyl zu schaffen. Langfristig ist es aus der Sicht der Caritas unabdingbar, dass weitere Schritte in Richtung einer gemeinsamen europäischen Lösung gesetzt werden. "Letztlich geht es auch darum, die Basis unseres europäischen Rechtssystems, die Menschenrechte, zu schützen und das Asylrecht für die Zukunft abzusichern", sind Preindl und Schwertner überzeugt.
Caritas-Spendenkonto
IBAN: AT92 6000 0000 0770 0004
Kennwort: Flüchtlingshilfe