Die 23 Ordensspitäler Österreichs zählen nicht nur zu den tragenden Säulen der heimischen Gesundheitsversorgung, sondern stellen auch einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Das bestätigt eine aktuelle Studie der Forschungsgesellschaft Johanneum Research, die am Mittwoch in Wien von der Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs präsentiert wurde. Demnach generieren die Einrichtungen jährlich rund vier Milliarden Euro an Wertschöpfung. Umgerechnet bedeutet das: Jeder 111. Euro, der in Österreich erwirtschaftet wird, ist direkt oder indirekt auf die Ordensspitäler zurückzuführen.
„Diese Zahlen sind eine klare Bestätigung unseres täglichen Handelns – medizinisch, sozial und wirtschaftlich“, betonte Peter Ausweger, Gesamtleiter der Barmherzigen Brüder. Gemeinsam mit Studienautor Michael Scholz verwies er auf die große wirtschaftliche Bedeutung der Spitäler: Insgesamt würden über 41.000 Vollzeitarbeitsplätze gesichert oder geschaffen, davon rund 20.000 direkt in den Häusern. Damit stamme jeder 92. Arbeitsplatz in Österreich aus dem Umfeld der Ordensspitäler.
Die größten wirtschaftlichen Effekte verzeichnen Oberösterreich mit 1,76 Milliarden Euro Wertschöpfung und Wien mit 847 Millionen Euro. Doch auch Bundesländer ohne Ordensspital profitieren indirekt – etwa Niederösterreich mit rund 101 Millionen Euro. Zusätzlich leisten die Einrichtungen jährlich einen erheblichen Beitrag zum öffentlichen Budget: Rund 1,5 Milliarden Euro fließen in Form von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen an Staat und Sozialversicherungsträger zurück.
Auffällig ist laut Studie die deutliche Steigerung seit 2018. Die Wertschöpfung habe sich seither verdoppelt, der Anteil an der Bruttowertschöpfung des österreichischen Gesundheitswesens sei um das 1,5‑Fache gestiegen. Ausweger nannte Investitionen, effizientere Abläufe und hochwertige medizinische Leistungen als Gründe für diese Entwicklung.
Die Ordensspitäler betreuen jährlich rund zwei Millionen Patientinnen und Patienten, verfügen über etwa 7.100 Betten und führen über 200.000 Operationen pro Jahr durch. Auch rund 230 Seelsorgerinnen und Seelsorger wirken in den Einrichtungen.