Mut zum Leben machen
Mut zum Leben machen
Katholische Erwachsenenbildung bedeutet nicht nur religiöse Bildung, sondern umfasst alle Lebensbereiche der Menschen, erklärt Hubert Petrasch.
Was heißt Katholische Erwachsenenbildung heute?
Mag. Hubert Petrasch: Im Sinne eines ganzheitlichen Verständnisses des Menschen gehören alle Lebensbereiche wie Persönlichkeitsbildung, Elternbildung, SeniorInnenbildung, politische Bildung usw. dazu.
Die religiöse oder theologische Erwachsenenbildung ist sicher einer der großen Säulen, sie macht von den Veranstaltungszahlen her ein gutes Drittel des Angebotes aus.
In welche Richtung wird es gehen?
Mag. Hubert Petrasch: Viel läuft in der katholischen Erwachsenenbildung ehrenamtlich, besonders das ganze pfarrliche Bildungsangebot. Gleichzeitig aber ist in der heutigen Zeit eine Professionalisierung und damit auch ein Trend zur Hauptamtlichkeit notwendig.
Das hauptamtliche Personal ist vor allem im Bereich der katholischen Bildungshäuser und Bildungszentren wie in Großrußbach, Wiener Neustadt und Floridsdorf eingesetzt, aber dient natürlich auch ein Stück zur Begleitung der ehrenamtlichen Strukturen der Erwachsenenbildung.
Wie wichtig ist Bildung im diözesanen Entwicklungsprozess?
Mag. Hubert Petrasch: Wenn wir von Jüngerschaft sprechen, sprechen wir von Lebensorientierung. Es geht darum, sein Leben aus dem Glauben zu gestalten und sich intensiv mit der Bibel zu beschäftigen.
Ein reflektierter Glaube ist langfristig eine gute Basis, auf der ich mein Leben insgesamt und mein Glaubensleben im Besonderen ausrichten kann. Die strukturellen Änderungen, die anstehen, brauchen Begleitung.
Es stellen sich Grundfragen nach der Orientierung einer Pfarre. Einige Einrichtungen der Erwachsenenbildung haben ein begleitendes Angebot geschaffen.
Wie sieht es künftig mit der Bildungsfinanzierung aus?
Mag. Hubert Petrasch: Wir stehen natürlich schon vor dem Problem, dass die Mittel des Trägers Erzdiözese Wien mittel- und langfristig weniger werden.
Wir müssen nun ständig schauen, im Bereich der Projekte oder Subventionen stärker zu werden. Dann können wir hoffentlich das breite Angebot, das wir auch weiterhin anbieten möchten, gut absichern.
Im Subventionsbereich wird es zunehmend schwierig, die öffentliche Hand muss sparen. Wir spüren es derzeit noch nicht, aber die Entwicklung ist auch nicht rosig. Was dann bleibt, ist die TeilnehmerInnen-Finanzierung.
Aber wir wollen, wenn es geht, bei den Preisen niedrig bleiben, um möglichst vielen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Also nur das, was sich halt irgendwie rechnet, anzubieten, das kann sicher nicht der Weg sein.
Mag. Hubert Petrasch
ist Geschäftsführer des Forums Katholische Erwachsenenbildung.
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