Papst Franziskus hat am Gründonnerstag. 2. April 2015, die Chrisammesse im Petersdom mit rund 3.000 Priestern aus der Diözese Rom und der vatikanischen Kurie gefeiert.
Papst Franziskus hat am Gründonnerstag. 2. April 2015, die Chrisammesse im Petersdom mit rund 3.000 Priestern aus der Diözese Rom und der vatikanischen Kurie gefeiert.
Papst zelebrierte am Gründonnerstag Chrisammesse im Petersdom.
Papst Franziskus hat bei der Chrisammesse am Gründonnerstagvormittag, 2. April 2015 im Petersdom Verständnis für die Erschöpfung vieler Priester geäußert.
Er denke oft an die Erschöpfung der Priester und bete oft, dass sie überwunden werde, "besonders wenn auch ich selber müde bin", sagte der Papst bei der Messe mit 3.000 Priestern der Diözese Rom. Die Gemeinden, die manchem Priestern anvertraut seine, lägen oft "an gefährlichen und verlassenen Orten, und eure Erschöpfung, liebe Priester, ist wie der Weihrauch, der still zum Himmel steigt: Unsere Erschöpfung steigt direkt zum Herzen des Vaters."
Diese Müdigkeit habe mit Gott zu tun, und auch das Erholen von dieser Müdigkeit sollte es haben, sagte der Papst. Er warnte aber davor, sich diese Entspannung in der Konsumwelt zu holen. "Denken wir immer daran, dass ein Schlüssel für die priesterliche Fruchtbarkeit darin liegt, wie wir uns erholen und wie wir merken, dass sich der Herr unserer Müdigkeit annimmt. Wie schwer ist es doch, das Erholen zu lernen." Ein Priester müsse sich jedenfalls überlegen, ob der Heilige Geist "auch in der Entspannung da ist - oder wird er nur als der gesehen, der Arbeit schafft".
Die vielfältigen pastoralen Aufgaben verlangten von einem Priester stets die volle innere Anteilnahme bei freudigen Anlässen wie Taufen und Hochzeiten, aber auch die Fähigkeit zum Mitleid bei Krankheit und Tod. "Für uns Priester sind die Erzählungen unserer Leute keine Berichte aus Zeitungen", so der Papst. "Und so schenkt sich unser Priesterleben hin im Dienst, in der Nähe zum gläubigen Volk Gottes, was aber immer müde macht."
Es gelte, die gesunde Form von Müdigkeit anzunehmen, solange dem anderen nicht vermittelt werde, dass er eine Belästigung sei. "Es ist das die Müdigkeit des Priesters, dem der Geruch der Schafe anhaftet, aber mit dem Lächeln eines Vaters, der seine Kinder oder seine Enkeln betrachtet." Vorbild müsse immer der Umgang Jesu mit den Menschen sein, erklärte Franziskus. Dieser habe sich nie von den Bitten der Menschen belästigt gefühlt. "Im Gegenteil: Es schien, als schöpfe er neue Kraft."
Die Erkenntnis der eigenen Fehlbarkeit darf nach Franziskus' Worten nicht zur "Müdigkeit von sich selbst" führen. Sie sei für einen Priester vielleicht am gefährlichsten. "Es ist die Frustration und Enttäuschung über sich selbst, der man aber nicht ins Gesicht sehen will, mit der gelassenen Fröhlichkeit dessen, der entdeckt, dass er ein Sünder ist und der Vergebung bedarf." Wer sich für einen anderen halte als er sei, verfalle einer "spirituellen Weltlichkeit", so der Papst.
Schließlich gibt es aus Franziskus' Sicht eine weitere gefährliche Form der Müdigkeit, die "Müdigkeit von den Feinden des Glaubens und der Kirche". Diese sei besonders beschwerlich: "Der Teufel und seine Anhänger schlafen nicht, und da ihre Ohren das Wort Gottes nicht ertragen, arbeiten sie unermüdlich, um es zu verdrehen oder zum verstummen zu bringen." Das Böse sei schlauer als die Gläubigen. Priester sollten nicht der Illusion erliegen, das Unkraut wie Übermenschen ausreißen zu können, sondern müssten es durch beständige gute Werke neutralisieren.
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