In seiner ersten Ansprache nach der Wahl am Samstagabend hatte Metropolit Epifanij vom Vorplatz der Sophienkathedrale aus an alle orthodoxen Christen in der Ukraine appelliert, sich um die neue Kirche zusammenzuschließen.
In seiner ersten Ansprache nach der Wahl am Samstagabend hatte Metropolit Epifanij vom Vorplatz der Sophienkathedrale aus an alle orthodoxen Christen in der Ukraine appelliert, sich um die neue Kirche zusammenzuschließen.
Russisch-orthodoxer Außenamtsleiter Metropolitan Hilarion verglich die beiden ukrainisch-orthodoxen Bischöfe des Moskauer Patriarchats, die am Vereinigungskonzil in Kiew teilnahmen, mit Judas.
In seiner ersten Ansprache nach der Wahl am Samstagabend hatte Metropolit Epifanij vom Vorplatz der Sophienkathedrale aus an alle orthodoxen Christen in der Ukraine appelliert, sich um die neue Kirche zusammenzuschließen. Die Tore der neuen Kirche seien "offen für alle": "Wir rufen zur Einheit auf, wir rufen alle auf, sich dieser nun anerkannten ukrainischen orthodoxen Kirche anzuschließen". Das berichtete die Wiener Stiftung "Pro Oriente" am Sonntag.
Er sei überzeugt, dass diese "vereinigte und allgemein anerkannte Kirche" im Glauben und in der Wahrheit dem ukrainischen Volk dienen und es "auf dem Pfad der Erlösung" leiten werde, so der Metropolit Epifanij. Freilich bleibe noch viel zu tun, es gehe darum, die "Vereinigung der ukrainischen Orthodoxie" zu "vervollständigen", die ukrainische theologische Wissenschaft zu pflegen, für die Beendigung des Krieges und für die Herrschaft des gerechten Friedens in der Ukraine zu beten.
Moskau blieb auch am Sonntag zurückhaltend in der Kommentierung der Kiewer Vorgänge. Metropolitan Hilarion (Alfejew), der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, beschränkte sich im Hinblick auf die Teilnahme von zwei Metropoliten der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats am Kiewer "Vereinigungskonzil" - Metropolit Simeon (Schostatskij) von Winnitsa und Metropolit Aleksandar (Drabinko) von Perejaslaw - auf den Vergleich mit Judas.
Im Gespräch mit "RIAS-Nowosti" erinnerte Metropolit Hilarion daran, dass 88 der 90 Bischöfe der kanonischen ukrainisch-orthodoxen Kirche nicht am "Vereinigungskonzil" teilgenommen hätten: "Die Teilnahme von zwei Hierarchen der kanonischen Kirche an einem Ereignis, das zur Zerstörung dieser Kirche bestimmt war, kann nur bedauert werden. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass unter den zwölf Aposteln ein Judas war. Bei 90 Apostel-Nachfolgern hätte man eigentlich sechs bis sieben 'Judasse' erwarten können".
Erzbischof Kliment (Wetscherja), der Leiter der Informationsabteilung der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, sagte im Gespräch mit BBC, dass die beiden "abtrünnigen" Metropoliten keinerlei Verbindung mehr mit der ukrainisch-orthodoxen Kirche haben. Die beiden Metropoliten hätten sich für das Schisma entschlossen, das müsse auch den anderen orthodoxen Kirchen mitgeteilt werden. Beide hätten sich "selbst exkommuniziert", das könne nur "mit Bedauern" festgestellt werden. Der Heilige Synod der ukrainisch-orthodoxen Kirche habe seinen Bischöfen, seinen Priestern und der Laienschaft ausdrücklich untersagt gehabt, an dem "Konzil" am 15. Dezember teilzunehmen.