Em. Univ.-Prof. Josef Weismayer vor dem „Stephanushaus“.
Em. Univ.-Prof. Josef Weismayer vor dem „Stephanushaus“.
Das „Stephanushaus“ der Erzdiözese Wien feiert einen runden Geburtstag. Für den „Sonntag“ ein Beitrag von Josef Weismayer.
Vor 50 Jahren, am 21. Dezember 1964, hat der damalige Erzbischof von Wien, Kardinal Franz König, das in der Ungargasse 38 im 3. Bezirk gelegene Haus feierlich gesegnet und damit eröffnet, am 23. Dezember hat Erzbischof-Koadjutor Franz Jachym den Altar in der Hauskapelle konsekriert. Das Statut des Hauses umschreibt seine Zielbestimmung: Es soll ein Wohnhaus für Priester der Erzdiözese Wien sein, es soll auch als Gästehaus der Erzdiözese zur Verfügung stehen und auch Zusammenkünfte und Tagungen von kirchlichen Institutionen ermöglichen.
Ende des 17. Jahrhunderts wurde eine Bruderschaft gegründet, für kranke Priester ein Pflegehaus zu schaffen. 1780 wurde ein Verein mit dem Ziel gegründet, für kranke und arbeitsunfähige Priester zu sorgen. Das Haus Ungargasse 38 in der Vorstadt Landstraße wurde 1709 den Elisabethinen zur vorläufigen Wohnung angewiesen, 1758 wurde das Haus den Piaristen überlassen, die von 1759 bis 1783 hier eine „Deutsche Schule“ führten. Das dann leerstehende Gebäude wurde 1789 an den „Priester-Kranken- und Defizientenverein“ verkauft.
Erzbischof Vincenz E. Milde († 1853) stiftete den Bau der Priesterhauskapelle „Zum allerheiligsten Erlöser“, die 1852-1854 von Baumeister Franz Sitte († 1879) errichtet wurde. Die von der Straße aus zugängliche Kapelle wurde von Leopold Kupelwieser († 1862) und Joseph von Führich († 1876) künstlerisch ausgestaltet.
Das alte Gebäude des „Priester-Kranken- und Defizienteninstituts“ wurde wegen Baufälligkeit um 1960 abgebrochen, auch die Kapelle. Die Erzdiözese ließ durch Dombaumeister Architekt Kurt Stögerer († 1992) das Stephanushaus errichten.
Mit dem Neubau des Hauses ist es gelungen, Benediktinerinnen des Unbefleckten Herzens Mariens (Mutterhaus in Steinerkirchen a. d. Traun) für die Führung und Betreuung des Hauses zu gewinnen, die diesen Dienst bis heute versehen. Die Leitung des Hauses obliegt einem Rektor, der seit einigen Jahren von einem Verwalter unterstützt wird.
Für die Priester sind in drei Stockwerken insgesamt 18 Wohneinheiten verschiedener Größe zur Verfügung. Zumeist wohnen im Haus Priester mit einer überpfarrlichen Aufgabe und vor allem Priester im Ruhestand. Dauernd pflegebedürftige Priester können leider nicht im Haus betreut werden. Für Gäste stehen 38 Zimmer zur Verfügung. In der Kapelle im 6. Stock des Hauses feiern wir an Werktagen täglich die hl. Messe um 6.30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen um 7 Uhr. Die Kapelle ist zu den Gottesdienstzeiten auch von außen für Besucher und Mitfeiernde zugänglich.
Webseite: "Der Sonntag"
![]() |
Wöchentliche Kolumne von Chefredakteur Michael Prüller im "Sonntag"
|
![]() |
Der Sonntag TestaboWiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" vier Wochen gratis testen. |
![]() |
Das Team der Redaktion des Sonntags |
![]() |
Der Sonntag SonderaboEin Jahr die Kirchenzeitung abonnieren und einen Pilgerrucksack gratis dazu bekommen. |