Eine Alternative zum Supermarkt: Menschen beziehen selbstorganisiert biologische Produkte direkt von lokalen Bauernhöfen, Gärtnereien oder Imkereien.
Food Coop ist die Abkürzung für Food Cooperative, zu Deutsch Lebensmittelkooperative. In Österreich gibt es mittlerweile eine Reihe dieser Kooperativen. Sie tragen die unterschiedlichsten Namen – Klappertopf, Vorratskammer, Löwenzahn, Naschkastl, Krautkopf, Salzkörndl – und haben alle die gleiche Intention: Sie wollen eine Alternative zum aktuellen Lebensmittelsystem sein, das von Supermärkten und industrieller Landwirtschaft, von langen Transportwegen und Ungleichheiten geprägt ist.

Das Speiselokal im Wienerwald hat mittlerweile zwei Filialen. Eine davon befindet sich am Dreierhof in Maria Anzbach. Die zweite Filiale befindet sich unweit entfernt, in Neulengbach. Das Speiselokal expandiert als Food Coop, begonnen hat man in kleinerem Rahmen, wie sich die Soziologin Juliana Lutz, ein Gründungsmitglied, erinnert: "Es war sehr viel Vorlaufzeit notwendig. Ein Jahr lang haben wir Bauern besucht, um die Kooperative aufzubauen. Heute können die Kunden in einem Webshop vorbestellen. Eine Bestellung ist zwischen Freitag- und Dienstag Früh möglich, am Freitag darauf kann man sich die Waren abholen."
200 Bauern sind zurzeit Lieferanten für das Speiselokal. 100 Kunden kommen pro Woche zur Abholung der bestellten Waren. Kann man den Supermarkt zur Gänze aus seinem Leben streichen, wenn man einen Food Coop wie das Speiselokal in Maria Anzbach in der Nähe hat? "Ja", meint Juliana Lutz: "Unsere Grundidee ist, dass man die Grundnahrungsmittel wirklich lokal beziehen kann. Unser Schwerpunkt sind die Lebensmittel, den großen Einkauf kann man sich bei uns holen und das funktioniert gut. Das ändert auch etwas am Lebensstil."
Eine dieser Bäuerinnen, die im Food Coop Speiselokal ihre Produkte zum Verkauf anbietet, ist Eva Hieret vom Dreierhof in Maria Anzbach. Sie war es auch, die den Speiselokal Betreibern ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat. Sie selbst bezeichnet sich damit als Hebamme dieser Lebensmittelkooperative: "In diesen Foodcoops übernehmen die Konsumenten selbst die Verantwortung. Wir selbst liefern Getreide – Dinkel, Weizen, Roggen. Mais – und die dazugehörigen Mehle und Grieße."
Die Bauern in einem Food Coop Netzwerk haben eine Liefersicherheit. Auch die Preispolitik ist gerechter als im Supermarktnetzwerk. Dieses Konzept wird auch als solidarische Landwirtschaft bezeichnet. Eine Form der Vertragslandwirtschaft, bei der eine Gruppe von Verbrauchern auf lokaler Ebene mit einem Partner-Landwirt kooperiert. Die Konsumenten geben eine Abnahmegarantie für die Produktion des Landwirtes und erhalten im Gegenzug Einblick und Einfluss auf die Produktion. Diese Partnerschaft unterstützt eine lokale Produktion und Ernährung. "Wir müssen wieder die Wertschätzung gegenüber dem bekommen, wo und unter welchen Bedingungen unsere Lebensmittel erzeugt werden", betont Agrarwissenschaftlerin Judith Schachinger.
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