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12.01.2016 · Bischof · Papst Franziskus

Bundespräsident und Nuntius loben Engagement für Flüchtlinge

Diplomatischer Corps

Nuntius Zurbriggen würdigte beim Neujahrsempfang in der Wiener Hofburg Heinz Fischers "noble Art, wie Sie in all diesen Jahren dieses hohe Amt zum Wohl aller in Österreich lebenden Menschen ausgeübt haben" und dankte für dessen Wohlwollen gegenüber den Diplomaten.

Nuntius bei Neujahrsempfang des Bundespräsidenten: Suche nach Lösung in den Herkunftsländern und gemeinsame EU-Linie ist "Absage an globalisierte Gleichgültigkeit".

Bundespräsident Heinz Fischer und der Apostolische Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen haben den Kurs Österreichs bei der Flüchtlingsfrage gelobt. Der Standpunkt der Regierung, eine Lösung besonders über die Verbesserung der Lage in den Herkunftsländern und die stärkere Sicherung der EU-Außengrenzen zu sehen und ein rasches gemeinsames Vorgehen der Europäischen Union zu fordern, sei "eine deutliche Absage an die globalisierte Gleichgültigkeit, die Trägheit und Teilnahmslosigkeit", erklärte Erzbischof Zurbriggen am Dienstag, 12. Jänner 2016 beim Neujahrsempfang des Präsidenten in der Wiener Hofburg.

 

„Es darf zu keinem Wettlauf kommen“

600.000 Flüchtlinge betraten Österreichs Boden im Vorjahr, 90.000 davon suchten hier auch um Asyl an, was eine Verdreifachung der Zahl gegenüber dem Vorjahr entspricht, berichtete Bundespräsident Fischer. Dennoch sprach sich das Staatsoberhaupt strikt gegen die Festsetzung von Obergrenzen für Asylwerber aus, die das Grundrecht auf Asyl außer Kraft setzen würden. Zu einem europäischen "Wettlauf um die niedrigsten und wahrscheinlich populärsten Asylobergrenzen" dürfe es nicht kommen.

 

Wer diesen Standpunkt vertrete, müsse gleichzeitig dazu beitragen, dass die Ursachen für Flüchtlingsströme bekämpft und Belastungen durch menschenrechtskonforme Umsetzung des Asylrechts gerecht und fair verteilt würden, so der Bundespräsident. Angesichts der anhaltenden Kriege und der steigenden Opferzahl dürfe die Welt nicht den Mut verlieren, auf eine friedliche Lösung der Konflikte hinzuarbeiten. Schließlich könnten intensive und hartnäckige Bemühungen um Frieden in Einzelfällen durchaus Erfolg haben, wie dies 2015 das iranische Atomabkommen gezeigt habe, das ein "Schritt in die Richtige Richtung" sei.

 

Schelte für Nahost-Konflikt

Deutliche Kritik äußerte Bundespräsident Fischer bezüglich des Nahost-Konflikts: Die israelische Siedlungspolitik gegen Palästina trage weiterhin wesentlich zu Spannungen in der Region bei, wobei Europa "keine andere Wahl hat als weiter auf eine Zweistaatenlösung zu drängen". Als deklarierter Gegner der Todesstrafe äußerte der Bundespräsident zudem seinen Schmerz über die jüngste Vollstreckung von 47 Todesurteilen in Saudi-Arabien, darunter auch an einem religiösen Führer. Er verurteilte jedoch auch den daraufhin erfolgten Anschlag auf die saudische Botschaft in Teheran. Nötig seien in dieser Situation laut dem Präsidenten "Stimmen der Vernunft und Signale der Mäßigung".

 

Gegenüber Russland sprach sich Bundespräsident Fischer für ein "gutes, belastbares Verhältnis" aus, bezeichnete die erfolgte Annexion der Halbinsel Krim jedoch als Verletzung internationalen Rechts; ebenso müsse auch die Ukraine über die eigene Zukunft eigenständig entscheiden können. In Richtung EU appellierte der österreichische Präsident, die Bestrebungen der sechs Westbalkan-Länder für einen EU-Beitritt zu unterstützen, da diese Aussicht in betreffenden Staaten ein "Hauptmotor" für jene Reformen seien, die in Osteuropa zu Stabilität und guter Regierungsführung beitragen würden. Polens Regierung rügte der Bundespräsident hingegen dafür, dass es seine eigene Verfassungsgerichtsbarkeit scheinbar "wie eine Festung, die es zu erstürmen und erobern gilt" betrachte.

 

Werte gegen den Terrorismus

Sowohl Bundespräsident Fischer als auch Nuntius Zurbriggen hofften in ihrem Ausblick für das Jahr 2016 auf einen Rückgang der im Vorjahr stark zugenommenen weltweiten Terrorakte. Es sei "falsch und unrecht", die Flüchtlings- und Terrorismusdebatte zu vermischen, warnte der Bundespräsident. "Fest steht, dass die Idee und Praxis des Terrorismus unsere offene, freie, pluralistische und auf Menschenrechte aufgebaute Gesellschaft nicht erpressen und verändern kann und wird", so der Bundespräsident.

 

Ebenso rief auch der Nuntius dazu auf, gemeinsame Werte wie Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Vielfalt und Toleranz - "auch religiöse und kulturelle" - mutig zu verteidigen und für Gerechtigkeit und Frieden zu arbeiten. Nötig sei dies, da die Kriege, Terrorakte und Verfolgungen von 2015 in vielen Weltregionen Züge eines "Dritten Weltkriegs in Abschnitten" angenommen hätten, zitierte der Doyen des Diplomatischen Corps Papst Franziskus.

 

Als positive Entwicklungen des Vorjahres hob Erzbischof Zurbriggen ebenfalls das Atomabkommen mit dem Iran, die Friedensbemühungen in Syrien oder auch die große Westbalkan-Konferenz hervor, deren Verhandlungen jeweils in Wien stattgefunden hatten. Beiträge zum Frieden seien auch die erzielten Abkommen für die Ukraine und Libyen gewesen, ein Grund zur Freude die Verleihung des Friedensnobelpreises an das Quartett in Tunesien. Anlass für "vorsichtigen, aber durchaus berechtigten Optimismus für die Zukunft in unserem gemeinsamen Haus" sah der Nuntius hinsichtlich der Erfüllung der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals) bis zum Jahre 2030 und des weltweiten Klimaschutzabkommen von Paris.

 

Nuntius Zurbriggen würdigte Heinz Fischers "noble Art, wie Sie in all diesen Jahren dieses hohe Amt zum Wohl aller in Österreich lebenden Menschen ausgeübt haben" und dankte für dessen Wohlwollen gegenüber den Diplomaten. Mit Blick auf das bevorstehende Ende der Amtsperiode des Bundespräsidenten sagte er Fischer nach Wiener Art "mit leiser Wehmut beim Abschied leise 'Servus'".

erstellt von: red/kap
12.01.2016
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Kontakt und Information:

Bundespräsident der Republik Österreich:
www.bundespraesident.at

 

Apostolische Nuntiatur in Österreich:
www.nuntiatur.at

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In großer Dankbarkeit für sein Wirken gedenken wir Papst Franziskus.

Kerze beim Gebet anzünden

Österreichs Bischöfe bitten um Gebet für Papst Franziskus

Gebetsaufrufe auf den Sozialen Medien. Bischofskonferenz-Vorsitzender Erzbischof Lackner wünscht römischem Pontifex angesichts "sehr ernster Diagnose" baldige Genesung. Kardinal Schönborn: Bitte um Gebet ist für Franziskus "keine fromme Floskel".

Die Stationsgottesdienste der Fastenzeit – Eine alte römische Tradition lebt weiter

 

Johannes Freitag neuer Weihbischof der Diözese Graz-Seckau

Johannes Freitag neuer Weihbischof der Diözese Graz-Seckau

Freitag wird künftig Diözesanbischof Krautwaschl bei verschiedensten Aufgaben in der Diözese unterstützen.

Der Petersplatz zu Weihnachten

Papst beginnt Weihnachtsfeiern mit Aufstoßen der Heiligen Pforte

Die Christmette am 24. Dezember ab 19 Uhr findet mit der Eröffnung des Heiligen Jahres und dem Aufstoßen der Heiligen Pforte durch den Papst statt. Traditioneller Segen "Urbi et orbi" am 25. Dezember um 12 Uhr.

Mit Herz und Gnade: Neue Diakone für die Kirche

Mit Herz und Gnade: Neue Diakone für die Kirche

Kardinal Christoph Schönborn betont bei der Weihe der sechs neuen Diakone den Dienst und die spirituelle Verbundenheit mit der Kirche, die Geschenk der Gnade Gottes sind.

Bischöfe: Synodale Kirche, Heiliges Jahr, Landwirtschaft, Heiliges Land

Wortlaut der Presseerklärungen der Österreichischen Bischofskonferenz zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung im Europakloster Gut Aich in St. Gilgen.

Schlussgottesdienst Synode

Papst zum Abschluss der Weltsynode: Kirche muss aufstehen

Franziskus feiert Abschlussgottesdienst der Bischofssynode im Petersdom und beschwört missionarischen Aufbruch einer dienenden Kirche.

Long Exposition Shot of Via della Conciliazione in front of Piazza San pietro in the Centre of Rome at Sunset on Blurred Background

Katholische Kirche macht Weg für Reformen frei

Die größte Beratungsrunde der katholischen Kirche seit Jahrzehnten hat weitreichende Beschlüsse gefasst. Sie votierte für Öffnungen, für Dezentralisierung und für mehr Mitbestimmung der Basis, mit Zustimmung des Papstes.

Papst stellt sich hinter Synodenbeschlüsse

Papst Franziskus gibt die beschlossenen Vorschläge der Bischofssynode direkt frei und verzichtet auf ein nachsynodales Lehrschreiben.

'Er hat uns geliebt' ('Dilexit nos')

Papst Franziskus veröffentlicht sein geistliches Vermächtnis

Zum vierten Mal in seinem bisher fast zwölfjährigen Pontifikat veröffentlicht Franziskus eine Enzyklika. In "Dilexit nos" geht es um die tiefsten Quellen seines Glaubens und des Engagements für eine solidarische Welt.

Ski-Legenden aus Österreich vor Saalbach-WM beim Papst

Ski-Legenden aus Österreich vor Saalbach-WM beim Papst

Von Erzbischof Lackner angeführte ÖSV-Delegation mit Ex-Weltklasse-Rennläufern Moser-Pröll, Meissnitzer und Walchhofer sowie haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der bevorstehenden Ski-WM im Vatikan empfangen. Papst: "Sport schafft Geschwisterlichkeit".

Papst beruft 21 neue Kardinäle

Papst beruft 21 neue Kardinäle vorrangig aus Globalem Süden

Papst Franziskus hat am Sonntag überraschend die Berufung von 21 Männern in sein Kardinalskollegium angekündigt.

Das Volk Gottes auf dem Weg - die Synode geht weiter

Staub und Asche - Aber das ist erst der Anfang

Landkarte des Asien Pazifik Raums

Papst Franziskus besucht vier Länder im Asien-Pazifik-Raum

Mammutreise der Gegensätze führt Kirchenoberhaupt in den ersten beiden September-Wochen nach Indonesien, Papua-Neuguinea, Osttimor und Singapur - Beziehungen zum Islam vor allem in Jakarta im Fokus.

Little preschool girl with earth globe painting with colorful chalks on ground. Positive toddler child. Happy earth day concept. Creation of children for saving world, environment and ecology

September-Gebetsanliegen des Papstes: Den Schrei der Erde hören

Papst Franziskus betont die Pflicht, "für die Welt, in der wir leben, zu sorgen" und mehr Augenmerk auf die Opfer von Naturkatastrophen und Klimawandel zu legen.

Papst an Ministranten: Mit Euch ist der Petersplatz noch schöner

Papst an Ministranten: Mit Euch ist der Petersplatz noch schöner

Papst Franziskus traf Dienstag, 30. Juli 2024, auf dem Petersplatz mit rund 50.000 junge Leute zusammen, darunter ca. 3.200 aus Österreich. Das Kirchenoberhaupt richtete seine Worte auch auf Deutsch an die Ministrantinnen und Ministranten.

Gedenken für die Ukraine

Bischöfe in Österreich verurteilen russischen Angriff auf Kinderspital

Salzburger Erzbischof Lackner prangert "entfesselten Terror in diesem furchtbaren Krieg" an und bekräftigt Ruf nach Frieden als Auftrag für alle politisch Verantwortlichen: "Himmelschreiende Sünde" von Russlands Angriffskrieg "muss enden".

Papst in Triest

Papst in Triest: "Von Triest aus befeuern wir den Traum einer neuen Zivilisation"

in Hauch von Kirchentag wehte durch Triest. In der Adria-Hafenstadt fand die 50. katholische Sozialwoche von Italiens Katholiken statt. Als Höhe- und Schlusspunkt flog am Sonntag der Papst ein. Seine Themen: Migration und Demokratie.

St. Peter’s Square (Piazza San Pietro), designed by Bernini, appears right in front of me. It’s still a mystery for me how 1.5 M people were able to gather here for the beatification of Pope John Paul II. Framed by the colonnades, four columns deep,

Papstleugner Vigano exkommuniziert

Früherer Nuntius in den USA von vatikanischer Glaubensbehörde der Straftat des Schismas für schuldig befunden. Dikasterium stellt von Vigano selbst herbeigeführte Exkommunikation "latae sententiae" fest.

Blick auf den Vatikan

Papst ruft Heiliges Jahr 2025 aus: Erste "Heilige Pforte" in Gefängnis

Symbolkräftiger Ort zum Start des Pilger-Großereignisses zu Weihnachten - Appell zu weiteren "Zeichen der Hoffnung" wie Frieden, Einsatz für Benachteiligte und Schuldenerlass.

Weiße Fahne

Vatikan erläutert Papstwort zur "weißen Flagge" für die Ukraine

Verkürzt wiedergegebene Papstworte in einem Interview sorgen für Aufregung. Vatikan-Sprecher Bruni um Schadensbegrenzung bemüht.

Weltsynode in Rom: Papst setzt Termine fest

Weltsynode in Rom: Papst setzt Termine fest

Die zweite Sitzungsperiode der Weltsynode findet vom 2. bis 27. Oktober 2024 statt. Einkehrtage gibt es vom 30. September bis 1. Oktober.

Papst Franziskus

Papst: "Ich segne zwei Menschen, die sich lieben"

Franziskus in Interview der italienischen Zeitschrift "Credere": "Der Segen sollte niemandem verweigert werden.

Data science and big data technology. Data scientist computing, analysing and visualizing complex data set on computer. Data mining, artificial intelligence, machine learning, business analytics.

Papst Franziskus fordert internationale Regeln für KI

Botschaft zum katholischen Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel 2024: Algorithmen sind nicht neutral. Künstliche Intelligenz müsse anhand ethischer Maßstäbe reguliert werden. Franziskus bricht zudem eine Lanze für den Journalismus.

Welche Religion ist die wahre?

 

Frau betet

Vatikan: Papst wird am Sonntag "Jahr des Gebets" 2024 ausrufen

Offizielle Bekanntgabe des Vorbereitungsjahrs für das Jubiläum 2025 im Rahmen des "Wort-Gottes-Sonntags".

Bischof Turnovszky feierte Neujahrsmesse in Jetzelsdorf

Bischof Turnovszky feierte Neujahrsmesse in Jetzelsdorf

Jedes Jahr am 1. Jänner feiert der Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky eine Neujahrsmesse in einer anderen Kirche eines Dekanates im Vikariat Unter dem Manhartsberg. 

St. Peter's cathedral over bridge and river with flowers in Rome, Italy

Zwei Großereignisse prägen das Jahr 2024 im Vatikan

Es geht um die Zukunft der Kirche und ein weltweites Pilgerevent. Ob der Papst reisen wird, etwa nach Argentinien, ist noch offen.

Turnovszky: TV-Messen sollen Ansporn für Pfarrgottesdienste sein

Wiener Weihbischof: Grundsätzlich ist Mitfeier in Präsenz vorzuziehen.

Ultraschallbild eines Babys

Bischöfe fordern Begleitforschung zur Fristenregelung und mehr Hilfen

Bischofskonferenz zum 50. Jahrestag der Straffreistellung von Abtreibung in Österreich: Ansatzpunkte für effektive Hilfen für Schwangere in Not erfordert Wissen über ihre Situation.

Erde aus dem Weltall

Papst: "Wir reagieren nicht genügend, während die Welt zerbröckelt"

Zentrale Passagen aus dem Papstschreiben "Laudate Deum" über die Klimakrise.

United Nations Climate Change Conference COP28 UAE. Event will be on 6-17 November 2023, in Emirate of Dubai, United Arab Emirates

Franziskus als erster Papst bei einer Weltklimakonferenz

Papst Franziskus reist vom 1. bis 3. Dezember zum Weltklimagipfel COP28. Nicht nur die Sorge um die Umwelt treibt den 86-Jährigen nach Dubai. Dort werden fast alle Länder der Erde vertreten sein. Das bietet Chancen zum Dialog.

Umweltverschmutzung

Papst ruft zu zügigen Maßnahmen gegen die Erderwärmung auf

In seinem nur wenige Wochen vor der Weltklimakonferenz COP28 in Dubai veröffentlichten neuen Schreiben mit dem Titel "Laudate Deum" mahnt Franziskus die Menschheit zum Handeln. Der Papst sieht die Welt angesichts der Klimakrise an einem Wendepunkt.

Panorama of Dubai Business Bay skyline at night after sunset with colorful illuminated buildings and calm Dubai Creek water.

Papst reist zur COP28 nach Dubai: Klima, Krisen, Religionen

Die Bekämpfung der Klimakrise und ihrer Folgen für Mensch und Umwelt sind große Anliegen des 86-jährigen katholischen Kirchenoberhaupts.

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