Der Südtiroler Bischof Ivo Muser.
Der Südtiroler Bischof Ivo Muser.
Zu Weihnachten wünsche er sich daher für familiäre und persönliche, aber öffentliche, soziale und politischen Beziehungen.
Die fortschreitende Verrohung der Sprache in Politik und Gesellschaft beklagt der Südtiroler katholische Bischof Ivo Muser in seiner Botschaft zum heurigen Weihnachtsfest. "Worte sind nicht Schall und Rauch, sie schaffen Wirklichkeit. Nicht nur Blicke, sondern auch Worte können vernichten und töten", warnte Muser in der am Wochenende, 22./23. Dezember 2018 von der Diözese Bozen-Brixen veröffentlichten Weihnachtsbotschaft u.a. vor "aggressiven und angstschürenden Worten, die kurzfristig den Applaus und die Zustimmung finden, die aber nicht helfen, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen".
Die Neuen Medien würden den Menschen neben guten und verbindenden Möglichkeiten auch Instrumente in die Hand geben, um andere "oft sogar feige und anonym an den Pranger zu stellen, schlecht zu machen und gesellschaftlich auszugrenzen", hielt der Bischof fest. An dieser "gefährlichen Entwicklung" beteiligten sich auch Menschen des öffentlichen, gesellschaftlichen und politischen Lebens, die bewusst falsche Behauptungen als "alternative Wahrheiten" in Umlauf brächten. "Das erzeugt Unsicherheit, Misstrauen, Verdächtigungen. Das vergiftet soziale, politische und persönliche Beziehungen", mahnte Muser.
Zu Weihnachten wünsche er sich daher für familiäre und persönliche, aber öffentliche, soziale und politischen Beziehungen, "dass wir offene, ehrliche und überzeugte Worte füreinander haben, aber keine verletzenden Worte, die Brücken niederreißen", so der Brixener Bischof. Anstatt Neid zu schüren und gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aufbringen brauche es Worte, die "Ängste abbauen und nehmen". "Schon durch unsere Wortwahl muss deutlich werden, dass wir an einer Gesellschaft bauen, in der Menschen ohne Angst verschieden sein können", hob Muser hervor.