offeneKIRCHE
offeneKIRCHE
in der offenen Kirche
In unseren hektischen Zeiten suchen viele Menschen in Kirchen nicht nur Stille, sondern auch einen Ort, an dem sie ihre persönlichen Sorgen, Ängste und Nöte lassen können.
Inspiriert von der Westmauer in Jerusalem hat die Idee der „Klagemauer“ in den letzten Jahren Einzug in viele offene Kirchen gehalten.
Es handelt sich dabei um ein symbolisches Bauwerk – oft aus Steinen, Holz oder als gestaltete Wand –, das den Besuchern Raum für ihre Klage bietet.
Das Prinzip ist denkbar einfach und doch tiefgreifend: Wer die Kirche besucht, ist eingeladen, das, was ihn belastet, auf einen kleinen Zettel zu schreiben und diesen in die Ritzen oder Zwischenräume der Mauer zu stecken.
Die Umsetzung variiert je nach Dauer und Budget:
Klassisch (Stein): Aufgeschichtete Ziegel, Backsteine oder Hohlziegel
(Löcher dienen direkt als Zettelfach).
Mobil/Temporär (Karton & Holz): Stapel aus Umzugskartons (oft beschriftet), Sperrholzplatten mit gefrästen Schlitzen oder Kartonwände in Stein-Optik (Tapete).
Fest installiert: Architektonisch integrierte Mauerelemente (eventuell in Kombination mit Beichträumen).
Interaktiv: "Steine", die direkt beschriftet werden, statt Zettel in Ritzen zu stecken.
Atmosphärisch: Kombination mit einem „Lichtermeer“ oder einem gestalteten Trauerraum.
Wie rasch kann man starten?
Sofort-Start (1-2 Tage): Eine Mauer aus vorhandenen Schuh- oder Umzugskartons stapeln, Zettelstation (Tisch, Stifte, Papier) aufbauen und Hinweisschild aufstellen.
Kurzfristig (1 Woche): Besorgung von Hohlziegeln im Baumarkt und Vorbereitung einer stabilen Bodenunterlage.
Langfristig: Planung einer festen Holz- oder Steinkonstruktion mit architektonischer & denkmalpflerischer Begleitung.
Tipp für den Start:
Beginnen Sie mit einer einfachen Karton-Mauer in der Fastenzeit. Das Material ist günstig, der Aufbau ein schönes Gemeinschaftsprojekt und die Hemmschwelle für Besucher ist sehr niedrig.
Klagen ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis und hat in der christlichen Tradition, etwa in den Psalmen, einen festen Platz. Die Klagemauer dient als:
Auch wenn die Klage individuell ist, zeigt die Mauer durch die vielen Zettel: „Du bist nicht allein mit deinem Schmerz.“ Sie verbindet die Menschen in ihrer Zerbrechlichkeit und Hoffnung. In vielen Gemeinden werden die Anliegen regelmäßig in das Fürbittgebet aufgenommen oder in besonderen Gottesdiensten (z.B. in der Fastenzeit) symbolisch verbrannt, um das Vertrauen auf Wandlung und Heilung zu stärken.
Sie sagt den Kirchbesuchern:
Unsere Klagemauer steht für Sie bereit. Ganz gleich, ob Sie gläubig sind oder einfach nur einen Ort suchen, um Ihre Sorgen loszuwerden – stecken Sie Ihren Zettel in die Mauer.
Alles, was hier geschrieben steht, bleibt vertraulich und ist an diesem Ort gut aufgehoben.
In vielen Varianten, unterschiedlichen Materialien, temporär oder als fixe Installation.
Viele Kirchen setzen auf die Symbolik von Schwere und Beständigkeit, indem sie echte Steine verwenden.
Besonders für temporäre Aktionen, etwa in der Fastenzeit, werden leichtere Materialien genutzt, die oft von den Gläubigen selbst mit aufgebaut werden.
Oft wird das „Abgeben“ der Klage mit dem Entzünden eines Lichtes kombiniert, um den Übergang von der Dunkelheit zur Hoffnung zu symbolisieren.
Manche Mauern betonen die Verbindung zu anderen Kulturen oder spezifische Anlässe.
Statt Zettel in Ritzen zu stecken, werden manchmal die Steine selbst zum Träger der Botschaft.
ganz klein, oder sogar von Außen sichtbar ...
Diese Variante wirkt sehr authentisch und "schwer", ist aber flexibel rückbaubar.
Dies ist ein baulicher Eingriff und erfordert professionelle Planung.
Die kostengünstige und partizipative Lösung, ideal für die Fastenzeit.
Leichtbauweise, die nach "echtem Stein" aussieht.
Die platzsparende und diskrete Lösung.
... besonders in einem öffentlichen Raum wie einer Kirche,
in dem sich Menschen oft in Gedanken versunken bewegen.
Wenn Sie eine Klagemauer errichten,
sollten Sie die folgenden Warnungen und Hinweise beachten:
(Der wichtigste Punkt)
Da Klagemauern oft mit Kerzen kombiniert werden und aus brennbaren Materialien bestehen, ist hier höchste Vorsicht geboten.
Eine umstürzende Mauer kann schwere Verletzungen verursachen.
Die Kirche bleibt ein öffentlicher Raum mit Durchgangsverkehr.
Klagen sind hochsensible persönliche Informationen.
Risiko & Maßnahme:
Feuer & Abstand zu Kerzen halten; B1-Imprägnierung bei Karton.
Einsturz & Versetzt stapeln; maximale Höhe begrenzen; ggf. fixieren.
Verletzung & Kanten abrunden; Laufwege freihalten.
Datendiebstahl & Geschlossene Boxen/Schlitze verwenden; regelmäßige Leerung.
Bauschäden & Schutzmatte unterlegen; Bauamt bei Festinstallation fragen.
Fragen? Anregungen?
Dann kontaktieren Sie bitte das Projektteam der "offenen Kirche"(ntüren).
Ist seit 1. September 2025 im Bereich Pastorale Strukturentwicklung und Pfarrgemeinderäte des Pastoralamtes angesiedelt.
Niki Haselsteiner
Mail: n.haselsteiner@edw.or.at
Tel. 0664-515 52 67
Psalm 30,12