Der 1980 ermordete Erzbischof Oscar Arnulfo Romero wird am 23. Mai 2015 in seinem Heimatland El Salvador für seinen unermüdlichen Einsatz gegen Gewalt und Unterdrückung seliggesprochen.
Der 1980 ermordete Erzbischof Oscar Arnulfo Romero wird am 23. Mai 2015 in seinem Heimatland El Salvador für seinen unermüdlichen Einsatz gegen Gewalt und Unterdrückung seliggesprochen.
Treffen der Bischöfe mit dem Papst am Romero-Gedenktag im März mögliches Datum für eine Bekanntgabe.
Die katholische Kirche in El Salvador rechnet mit einer baldigen Heiligsprechung des Märtyrer-Erzbischofs Oscar Arnulfo Romero. Nachdem es schon bisher "eine Vielzahl von positiven Signalen" dafür gegeben habe, könnten der Papst am 24. März - Romeros Todestag - beim Besuch der Bischöfe Details dazu bekanntgeben, stellte der Weihbischof von San Salvador, Gregorio Rosa Chavez, am Montag, 2. Jänner 2017 vor Journalisten in Aussicht. Papst Franziskus sei bestrebt, dass Romeros Heiligsprechungsprozess schnell abgeschlossen werde. Romero wurde 1980 ermordet und 2015 seliggesprochen; am 15. August jährt sich sein Geburtstag zum 100. Mal.
Als Indiz für Fortschritte in der Causa gilt auch, dass der Vatikan im vergangenen Oktober erstmals außerhalb von El Salvador einen Gottesdienst zu Ehren Romeros genehmigt hat. Jeden 24. März darf dies auch in der Londoner Kathedrale Southwark geschehen, geht aus einem von Kardinalpräfekten der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Robert Sarah, unterzeichneten Schreiben hervor.
Ein derartiges Privileg ist üblicherweise den Heiligen vorbehalten, während Selige nur in der Ortskirche ihres Landes verehrt werden dürfen. 2015 hatten die Bischöfe der USA mit einem ähnlichen Ansuchen an den Vatikan noch eine negative Antwort erhalten. Nun wurde auch ein eigenes Tagesgebet genehmigt. In der Kathedrale von Southwark werden seit 2013 Reliquien von Romero aufbewahrt.
Romeros Heiligsprechung kann laut Erzbischof Jose Luis Escobar Alas und Postulator Erzbischof Vincenzo Paglia über drei Wege erfolgen - Wunderanerkennung, Martyriumsanerkennung oder Freie Entscheidung des Papstes. Da bereits medizinisch nicht erklärte Heilungen dokumentiert seien, müsste eigentlich nur noch eine Anerkennung vom Vatikan kommen, hatte San Salvadors Erzbischof Escobar Alas bereits im März des Vorjahres erklärt.
Die Causa Romero hatte zuletzt allerdings auch für Negativ-Schlagzeilen gesorgt: Jesus Delgado, ein enger Mitarbeiter Romeros, der danach Biograf und Vizepostulator im Seligsprechungsprozess wurde, war vom Vatikan kurz vor Weihnachten wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Priesteramt in den Laienstand versetzt worden.
Oscar Arnulfo Romero, seit 1977 Erzbischof von San Salvador, war am 24. März 1980 während eines Gottesdienstes in einer Krankenhauskapelle von Unbekannten erschossen worden. Durch seinen Einsatz für die Rechte der Armen hatte er den Hass reaktionärer Kreise auf sich gezogen. Als Auftraggeber des Mordes stehen Militärs im Verdacht; die Hintergründe der Tat wurden nie ganz aufgeklärt. Im anschließenden Bürgerkrieg zwischen Sicherheitskräften, rechten Todesschwadronen und linksgerichteten Guerillagruppen kamen bis 1992 mindestens 75.000 Menschen ums Leben.
Mit oder ohne baldiger Heiligsprechung wird Oscar Romero in der katholischen Kirche weiterhin im Gespräch bleiben: Papst Franziskus hat ihn zum Schutzpatron des Weltjugendtags 2019 in Panama ernannt. Bereits vor seiner Seligsprechung hatte ihn auch der Weltdachverband der Caritas zum Patron erkoren.