Dieses Projekt lädt Menschen ein,
über das Wesentliche im Leben nachzudenken ...
... und führt sie dabei behutsam
vom Alltag bis
in die Mitte des christlichen Glaubens.
Inspiriert vom weltbekannten Kunstprojekt „Before I Die" der Künstlerin Candy Chang werden im Pfarrgebiet Kreidetafeln aufgestellt mit der Aufschrift: „Bevor ich sterbe, möchte ich …" Passantinnen und Passanten ergänzen den Satz spontan und frei. Niederschwellig, offen, mitten im Alltag.
An der Kirchenfassade oder im Eingangsbereich begegnen Besuchende den letzten Worten von Heiligen – eingeleitet durch: „Bevor er/sie starb, sagte er/sie …"
Worte von Franziskus, Therese von Lisieux, Don Bosco u.a. zeigen, was Menschen im Glauben am Ende ihres Lebens bewegt hat.
Auf den Kirchenbänken liegen „Bevor Jesus starb, sagte er …“ und die Sieben Letzten Worte Jesu am Kreuz aus – als stiller Weg durch die Passion.
QR-Codes führen zu geistlichen Besinnungen und Ausschnitten aus Haydns „Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze".
Die drei Schritte können einzeln, in Kombination oder als Gesamtprojekt umgesetzt werden – passend zur Fastenzeit, zu Allerheiligen oder als ganzjähriges Angebot.
Das Projekt eignet sich für die Zusammenarbeit mit Gemeinde, Schule und Zivilgesellschaft und wirkt als offene Einladung: einladend, ohne zu drängen, künstlerisch ansprechend und spirituell in die Tiefe gehend.
Dieses Projekt lädt Menschen ein, über das Wesentliche im Leben nachzudenken – über das, was zählt, wenn die Zeit knapp wird.
Es verbindet ein zeitgenössisches Kunstprojekt aus dem öffentlichen Raum mit der Spiritualität der Heiligen und schließlich mit einem Kern des christlichen Glaubens: den letzten Worten Jesu am Kreuz, seinem erlösenden Kreuzestod.
Der Weg führt vom Alltag in der Gemeinde bis in die Stille der Kirchenbank – und wird so zu einem kleinen geistlichen Pilgerweg.
Das Candy-Chang-Projekt im Pfarrgebiet
Ausgangspunkt ist das weltbekannte partizipative Kunstprojekt „Before I Die“ der amerikanischen Künstlerin Candy Chang, das 2011 in New Orleans entstand – nach dem Tod einer ihr nahestehenden Person. Chang verwandelte eine verlassene Hauswand in einen öffentlichen Ort der Begegnung und Reflexion: Mit Tafelfarbe grundiert und mit der Satzvorlage „Before I die I want to …" versehen, lud sie Passantinnen und Passanten ein, den Satz mit Kreide zu vervollständigen. Inzwischen wurden mehr als 5.000 solcher Wände in über 75 Ländern realisiert. Das Konzept ist kostenlos und frei nutzbar.
Im Rahmen dieses Projekts werden im gesamten Pfarrgebiet eine oder mehrere solcher Tafeln aufgestellt – gerne beim Pfarrhof, aber ebenso bei der Gemeinde, der Schule, einer Baustelle oder am Bahnhof. Überall dort, wo Menschen vorbeigehen, innehalten und vielleicht spontan den Stift – hier: die Kreide – in die Hand nehmen.
Die Tafel trägt die Aufschrift:
„Bevor ich sterbe, möchte ich …"
Kreide liegt bereit. Die Antworten kommen von den Menschen selbst – ehrlich, überraschend, berührend, manchmal witzig, oft tief. Wenn die Tafel voll ist, wird sie abgewischt und neu beschrieben. Eine kleine Informationstafel erklärt das Projekt und seine Herkunft.
Diese erste Station des Projekts stellt keine religiöse Frage – und gerade deshalb ist sie so offen und einladend. Sie begegnet den Menschen dort, wo sie sind: mitten im Alltag, mit ihren ganz persönlichen Träumen, Wünschen und unausgesprochenen Sehnsüchten.
Letzte Worte der Heiligen an der Kirchenfassade, im Eingangsbereich oder an den Wänden in der Kirche
Wer vom öffentlichen Raum zur Kirche kommt, begegnet dort einer zweiten Ebene des Projekts: An der Außenfassade der Kirche oder im Eingangsbereich, oder in der Kirche selbst – gut sichtbar, witterungsgeschützt gestaltet – sind letzte Worte von Heiligen angebracht. Jedes Zitat ist mit dem Namen der Person verbunden und trägt die schlichte Einleitung:
„Bevor er starb, sagte er: …" „Bevor sie starb, sagte sie: …"
Diese Worte stammen aus überlieferten Sterbeberichten, Heiligenviten und historischen Zeugnissen – Momente, in denen Menschen am Rand des Lebens das ausgesprochen haben, was ihnen am tiefsten wichtig war: Gottvertrauen, Freude, Vergebung, Dankbarkeit, manchmal auch Humor.
Mögliche Beispiele:
Bevor sie starb, sagte sie: „Mein Gott … ich liebe Dich!“ (Therese v. Lisieux)
Bevor er starb, sagte er: Ich habe meine Aufgabe erfüllt; Christus lehre euch die eure.“ (Franziskus)
Bevor er starb, sagte er: „Ich bin froh; seid auch ihr froh. Weint nicht. Beten wir gemeinsam in Freude. …
Lasst mich heimgehen zum Haus des Vaters.“ Johannes Paul II.
Bevor sie starb, sagte sie: „Endlich, mein Bräutigam! Die ersehnte Stunde ist gekommen.“ Teresa von Avila
Bevor er starb, sagte er: „Sagt meinen Jungen, dass ich sie alle im Himmel erwarte.“ Don Bosco
Bevor sie starb, sagte sie: „Geh in Frieden, denn du hast einen guten Weg zurückgelegt. Der dich erschaffen hat, hat dich geheiligt; er hat dich immer behütet und dich geliebt mit der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind.“ Klara von Assisi
Diese Station schlägt eine Brücke zwischen der persönlichen Frage draußen auf der Straße und dem Glauben, der Menschen durch Jahrhunderte getragen hat. Sie lädt dazu ein zu fragen: Was schreiben die Menschen heute auf die Tafeln draußen – und was haben jene gesagt, die uns im Glauben vorangegangen sind?
Die Sieben Letzten Worte Jesu auf den Kirchenbänken
Wer die Kirche betritt, findet auf den Kirchenbänken – dort, wo sonst die Gotteslöber liegen – schmale Spruchbänder mit den Sieben Letzten Worten Jesu am Kreuz.
Die Bänke im linken Block tragen jeweils die einheitliche Einleitung:
„Bevor Jesus starb, sagte er …"
Die Bänke im rechten Block tragen – von hinten nach vorne, mit einzelnen bewusst leer gelassenen Reihen dazwischen – die sieben Worte selbst, sodass der letzte Ausruf Jesu in einer der vordersten Reihe liegt.
Der Weg durch die Kirchenbänke wird so zu einem stillen Weg durch die Passion – von den ersten Worten der Vergebung bis zum letzten Atemzug.
Ganz beim Mittelgang liegt ein kleiner geistlicher Impuls zu dem betreffenden Wort aus – ein kurzer Text zum Mitnehmen und Nachdenken. Ergänzend ist ein QR-Code angebracht, der zu zwei weiterführenden Inhalten führt:
Die Sieben Letzten Worte Jesu
in der überlieferten Reihenfolge, mit Quellenangabe und einer möglichen deutschen Formulierung für die Spruchbänder:
1. Wort (Lk 23,34) „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun."
2. Wort (Lk 23,43) „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein."
3. Wort (Joh 19,26–27) „Frau, siehe, dein Sohn." – „Siehe, deine Mutter."
4. Wort (Mk 15,34 / Mt 27,46) „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" (Anfang von Psalm 22)
5. Wort (Joh 19,28) „Mich dürstet."
6. Wort (Joh 19,30) „Es ist vollbracht."
7. Wort (Lk 23,46) „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist."
Die geistlichen Impulse, die in den Kirchenbänken ausliegen bzw. über einen QR-Code abgerufen werden können, unterstützen Besuchende dabei, im Kirchenraum bewusst Momente der Stille und Betrachtung zu finden.
Das Angebot ist gut sichtbar aufgelegt und prägt den Raum als Ort des Gebets. Sorgfältig und ansprechend gestaltet, lädt es zudem zum Verweilen und Innehalten ein.
Flexibel kombinierbar – kein Alles-oder-nichts
Das Projekt muss nicht zwingend in allen drei Schritten
und auf einmal umgesetzt werden.
Jede Station kann auch eigenständig stehen
und entfaltet bereits für sich ihre Wirkung.
ist als Konzept von Candy Chang frei verfügbar und kostenlos nutzbar – es lässt sich jederzeit und ohne großen Aufwand als niederschwelliges Kunstprojekt im öffentlichen Raum starten, unabhängig von einem kirchlichen Kontext.
Die Heiligenzitate unter dem Titel „Bevor er/sie starb …" eignen sich besonders gut als punktuelle Einzelintervention rund um Allerheiligen – an der Kirchenfassade, im Eingangsbereich oder im Innenraum, als stille Einladung zur Begegnung mit jenen, die im Glauben vorangegangen sind.
… mit den Sieben Letzten Worten wiederum fügt sich auf natürliche Weise in die Fastenzeit und die Kar- und Osterwoche ein – als geistliche Vertiefung im Kirchenraum, ganz ohne die beiden anderen Stationen.
Ebenso lassen sich je zwei der drei Teile sinnvoll miteinander verbinden: etwa die öffentliche Tafel und die Heiligenworte als gemeinsames Projekt mit der politischen Gemeinde rund um Allerheiligen.
Oder die Heiligenworte und die Passionsbetrachtung in der Kirche als spirituelles Angebot in der Fastenzeit oder rund um Allerseelen.
Und wer das Ich und Jesus unmittelbar miteinander in Beziehung setzt, stößt auf eine besonders kraftvolle Spannung: Was will ich vor meinem Tod noch tun, ... – und was hat Jesus in seinen letzten Stunden für uns getan und hingegeben? Persönliche Sehnsucht auf der Kreidetafel draußen & die 7 letzten Worte vom Kreuz drinnen ...
Das dreiteilige Gesamtprojekt ist ein sehr mächtiger und starker Weg Menschen im Alltag und im Kirchenraum zu berühren – aber auch jede Kombination aus den drei Teilen ist ein hilfreicher Impuls.
Dieses 3-gledrigen Projekt ist niederschwellig, offen für alle, künstlerisch ansprechend und zugleich tief spirituell. Es lädt ein – ohne zu drängen. Es stellt Fragen – ohne Antworten vorzuschreiben. Und es führt, fast unmerklich, vom Alltag der Menschen in die Mitte des christlichen Glaubens.
Es kann mit politischer Gemeinde, Schule, der Zivilgesellschaft, … gemeinsam gestartet werden und führt als eine Einladung zu mehr Tiefe in die (nun) offene Kirche.
Himmlischer Patron
Der Heilige Alfons von Liguori lehrt mit seinem Werk „Vorbereitung zum Tode“, die eigene Endlichkeit als Weg zur bewussten Lebensgestaltung zu begreifen. Wie Jesus am Kreuz, der sein Leben vertrauensvoll in Gottes Hände legte, lädt Alfons ein, den Tod nicht als Ende, sondern als erwartungsvolle Heimkehr zu betrachten. Seine geistlichen Tipps ermutigen dazu, jeden Tag in tiefer Hingabe, Vertrauen und Gelassenheit zu leben – als Vorbereitung auf die Begegnung mit der göttlichen Barmherzigkeit, das macht ihn zueinem guten Patron dieses Projektes.
Das weltbekannte partizipative Kunstprojekt „Before I Die“ der amerikanischen Künstlerin Candy Chang ermöglicht es allen sich an "Bevor ich Sterbe..." zu beteiligen, ohne, dass die Künstlerin dafür ein Honorar verlangen würde. Jedoch soll man die auf ihrer Website angebotenen Tool-Kits verwenden, damit es zu den weltweit über 5000 "Before I Die" dazu passt...
Rückfragen? Interesse? Zusatzideen? Erfahrungen?
Bitte einfach das Projektbüro Offene Kirche,
Niki Haselsteiner | Mob. +43/664/515 52 67
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