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13.04.2024 · Kardinal · Gedanken zum Evangelium

Sind Glaube und Zweifel Geschwister?

 

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 14. April 2024

Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen? Diese Frage Jesu trifft nicht nur für damals zu, als Jesus seinen Jüngern erschien. Sie bewegt bis heute viele, die sich fragen, was mit der Auferstehung der Toten eigentlich gemeint ist. Eines ist auffallend: In fast allen Berichten über die Auferstehung Jesu schwanken die Zeugen zwischen Glauben und Zweifel. Im heutigen Evangelium braucht Jesu scheinbar alle seine Überzeugungskraft, um seine Jünger zum Glauben zu bewegen. Sein Erscheinen löst zuerst überhaupt keine Freude aus. Angst und Schrecken erfüllt sie, als Jesus plötzlich mitten unter ihnen steht: „Sie meinten, einen Geist zu sehen.“ Er zeigt ihnen seine Hände und Füße, fordert sie auf, ihn anzufassen. Offensichtlich hat er einen echten Leib mit Fleisch und Knochen, obwohl er nicht durch die Tür in den Raum gekommen ist. Noch immer nicht können sie es glauben, dass er es wirklich ist. Deutlicher geht es nicht: Er isst vor ihren Augen ein Stück Fisch. Das Evangelium sagt nicht, ob damit endgültig alle Zweifel behoben waren. Bis zum Schluss bleibt für sie ein seltsames Nebeneinander von Glaube und Zweifel bestehen. Warum war das wohl so? Und ist das immer noch so? Bei mir? Bei allen, die sich gläubig nennen? Gehören gar Glauben und Zweifeln zusammen?

 

Ich erinnere mich an eine Theologievorlesung, als ich noch Professor in der Schweiz war. Genau über dieses heutige Evangelium kam es zu heftigen Protesten, als ich meine Überzeugung vertrat, dass die Dinge sich damals in etwa so abgespielt haben, wie der Evangelist Lukas sie beschreibt. „Sie glauben das doch nicht wirklich!“ – so lautete der Vorwurf. Auferstehung – echt leiblich, und doch nicht fassbar! Wie soll man das glauben? Man kann es sich nicht vorstellen!

 

Genau das ist der kritische Punkt! Wir sollen etwas glauben, was wir uns nicht vorstellen können. Der Apostel Thomas hat gesagt: Ich glaube nur an etwas, was ich, im wörtlichen Sinn, be-greifen kann. Er durfte dann wirklich die Wundmale Jesu berühren, der zu ihm sagte: „Sei nicht ungläubig, sondern gläubig.“ Für alle Zeiten gültig sagt Jesus: „Selig, die nicht sehen und doch glauben!“ Generationen von Gläubigen haben an die Auferstehung Jesu geglaubt, ohne ihn gesehen zu haben. Wie taten sie das? Wie es heute tun? Einfach alle Zweifel beiseite schieben und blindlings glauben?

 

Die Berichte der Evangelien zeigen etwas, das sich bis heute immer wieder bewahrheitet. Jesus selber überwindet Schritt für Schritt das Zögern und Zweifeln seiner Jünger. Nicht sie bilden sich ein, etwas erlebt zu haben, das sie dann „Auferstehung Jesu“ nennen. Er selber ergreift die Initiative und zeigt sich ihnen. Aber zugleich macht er ihnen deutlich, dass sie ihn nicht festhalten können. Er entzieht sich ihrem Zugriff und damit ihrem Begreifen. Glauben heißt nicht besitzen. Das ist schon so in unseren menschlichen Beziehungen. Vertrauen können wir uns nur gegenseitig schenken, wir besitzen es nicht. Nie werde ich sagen können: Ich habe Gott begriffen! Es wäre nicht Gott, sondern meine eigene Vorstellung. Fanatiker glauben, die Wahrheit zu besitzen. Ideologien lassen keine Zweifel zu. An Gott, an Jesus zu glauben ist eine Antwort auf das Vertrauen, das er mir schenkt, selbst und gerade dann, wenn Zweifel mich plagen.

erstellt von: Kardinal Christoph Schönborn
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Evangelium vom 14.4.24

Lukas 24,35-48


Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren, erzählten den Elf und die mit ihnen versammelt waren, was sie unterwegs erlebt und wie sie Jesus erkannt hatten, als er das Brot brach. Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Als sie es aber vor Freude immer noch nicht glauben konnten und sich verwunderten, sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sagte er zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben steht. Darauf öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften. Er sagte zu ihnen: So steht es geschrieben: Der Christus wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen und in seinem Namen wird man allen Völkern Umkehr verkünden, damit ihre Sünden vergeben werden. Angefangen in Jerusalem, seid ihr Zeugen dafür.

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Elisabeth Birnbaum: "Wege durch den Bibelwald"

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Eine Lichtskulptur der Künstlerin Billi Thanner strahlt ab 16. Dezember zwischen den Türmen der Votivkirche über Wien. Es handelt sich um einen liegenden Achter, das Unendlichkeitssymbol.

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Gaza: Weihnachtslichter inmitten der Zerstörung

Weinachten in Gaza in aller Einafchheit und Schlichtheit, mit dem Wunsch nach Frieden am Weihnachtsbaum.

Feuerfest 2026: Einladung zum großen Firm -Event

Am 21. März 2026 lädt die Katholische Jugend Wien Firmlinge zum Feuerfest mit Workshops und Gottesdienst in der Votivkirche.

Linzer Liturgiker mit Pius-Parsch-Preis geehrt

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Hochfest Maria Empfängnis: Grünwidl klärt Missverständnisse auf

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