ORF 2 überträgt historische Papstrede live.
Als erster Papst spricht Franziskus heute Donnerstag 24. September 2015 vor dem US-Kongress in Washington. Beobachter erwarten einen Appell des 78-Jährigen an die Verantwortung der Weltmacht für die globalen Entwicklungen. Anschließend isst Franziskus nicht mit den Abgeordneten zu Mittag, sondern mit Obdachlosen in einem kirchlichen Sozialzentrum in der Hauptstadt.
Tausende Besucher können die erste Rede eines Papstes vor dem US-Kongress auf einer überdimensionalen Leinwand auf der Westseite des Kapitols verfolgen. Zudem haben sich bis zu 200.000 Klimaschutz-Aktivisten angekündigt, die dort für die Botschaft der päpstlichen Enzyklika "Laudato si" eintreten wollen.
Während die US-Demokraten hoffen, dass Franziskus die Themen Armut, Einwanderung, Klima und Rassismus ins Zentrum seiner Rede stellt, wünschen sich die Konservativen klare Worte zu Abtreibung, gleichgeschlechtliche Eheschließungen und Religionsfreiheit. ORF 2 wird die Rede des Papstes ab 15.10 Uhr österreichischer Zeit live übertragen.
Am Abend reist Franziskus nach New York weiter, wo am Donnerstag noch eine Messe mit Priestern und Ordensleuten in der St.-Patrick-Kathedrale auf dem Programm steht. Am Freitag sind als weitere Höhepunkte der USA-Reise eine Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen (14.30 Uhr österreichischer Zeit) sowie ein Besuch der "Ground Zero"-Gedenkstätte vorgesehen. Für den Abend ist eine große Messe im Madison Square Garden geplant. In New York werden an diesem Wochenende zudem im Rahmen der UN-Generalversammlung die neuen Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen verabschiedet. Dazu werden rund 150 Staats- und Regierungschefs erwartet. Die Sicherheitsvorkehrungen für diese beiden Großereignisse sind enorm.
Eigentlicher Anlass der insgesamt neuntägigen Reise des Papstes nach Kuba und in die USA ist der Besuch des achten katholischen Weltfamilientreffens in Philadelphia. Die Großveranstaltung geht auf eine Initiative von Papst Johannes Paul II. zurück und findet seit 1994 alle drei Jahre statt. Zum Abschlussgottesdienst mit Franziskus erwarten die Veranstalter für Sonntag mehr als eine Million Teilnehmer.
Mit seinem Besuch in einem Obdachlosen-Asyl in Washington, einer katholischen Schule im sozialen Brennpunkt von Harlem und einem Gefängnis in Philadelphia legt Papst Franziskus zudem den Finger in die Wunden der US-Gesellschaft, die mit Ungleichheit und strukturellem Rassismus zu kämpfen hat.