Der deutsche Starregisseur Wim Wenders sieht in Papst Franziskus eine "einzigartige Bezugsperson" mit hoher Glaubwürdigkeit.
Der deutsche Starregisseur Wim Wenders sieht in Papst Franziskus eine "einzigartige Bezugsperson" mit hoher Glaubwürdigkeit.
Zu seiner eigenen Biographie sagte Wenders, er habe wie sein Vater in jungen Jahren selbst erwogen, katholischer Priester zu werden.
Der deutsche Starregisseur Wim Wenders sieht in Papst Franziskus eine "einzigartige Bezugsperson" mit hoher Glaubwürdigkeit. Am meisten haben ihn "die Herzlichkeit und die unmittelbare, ganz selbstverständliche Haltung gegenüber allen Menschen" beeindruckt, sagte Wenders am Freitag, 18. Mai 2018 in einem Interview der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin.
Der Regisseur hatte am Montag seinen Film "Franziskus - Ein Mann seines Wortes" bei den Filmfestspielen in Cannes vorgestellt; in Österreich kommt die Dokumentation am 14. Juni in die Kinos.
Einen solchen Film zu drehen, hätte er sich "in den kühnsten Träumen nicht vorstellen können: weder einen Film über einen Papst zu machen, noch über einen solchen Papst", so Wenders. Für Franziskus hätten alle Menschen die gleiche Würde: "Das spürt jeder, der ihm begegnet. Und das hat mir am meisten imponiert: Er lebt, was er sagt." Der Papst sei jemand, "der keine politischen oder wirtschaftlichen Eigeninteressen vertritt, sondern wirklich nur das Gemeinwohl im Blick hat. Damit ist er ein einzigartiger Kommunikator und eine einzigartige Bezugsperson."
Zu seiner eigenen Biographie sagte Wenders, er habe wie sein Vater in jungen Jahren selbst erwogen, katholischer Priester zu werden. "Ich bin in der katholischen Kirche aufgewachsen und kannte einige sehr beeindruckende Geistliche. Damit war es für mich eine durchaus ernste Option." Er komme aus einem sehr gläubigen Elternhaus, das habe ihn auch künstlerisch geprägt: "Die katholische Liturgie habe ich sozusagen 'in meinem System'." In seiner Kindheit habe ihn auch das Erleben der Solidarität in den schweren Nachkriegsjahren nachdrücklich beeindruckt: "Es gab ein schönes und selbstverständliches Miteinander. Vielleicht habe ich da als kleiner Junge etwas Utopisches kennengelernt, eine Sehnsucht, die mich geprägt hat, so dass meinem Tun eine soziale Relevanz innewohnt".
Über seinen persönlichen Glauben sagte Wenders: "Wenn einem in seinem Leben Gott wichtig, ja eine Realität geworden ist, dann wirkt sich das auf alles aus, was man tut. Und wenn man wirklich felsenfest überzeugt ist, dass man Dunkelheit nicht mit Dunkelheit bekämpfen kann, sondern nur mit Licht, dann hat das Konsequenzen." Die Aufgabe des Künstlers besteht nach Wenders Auffassung darin, "den Menschen zu zeigen, dass hinter dem vordergründigen Schein etwas anderes sein könnte; oder die Wirklichkeit auch mit anderen Augen zu sehen sei." Mit Filmen könne man "nicht groß die Welt verändern, aber die Vorstellung von ihr". Er hoffe, dass dies auch seinem Film über Franziskus gelinge, so der Regisseur.