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15.10.2017 · Glaube · Bibel

Gott lädt uns ein. Was tun wir? (Mt 22, 1-14)

Gott hat die Menschen durch seine Boten, die Propheten, immer wieder zum Fest der Freude, zur Gemeinschaft mit ihm aufgerufen.

P. Walter Ludwig OCist schreibt in der Zeitung der Erzdiözese Wien "Der SONNTAG" zum Evangelium zum 28. Sonntag im Jahreskreis (15.10.2017)

 

 

Das Wort zur Schrift

(zum Evangelium zum 27. Sonntag im Jahreskreis, Matthäus 22,1-14)

 

 

Eine absurde Geschichte. Eine Geschichte in zwei Teilen, die uns Jesus heute erzählt:


Da ist erstens ein König, der zu einem ganz besonderen Fest einlädt, zur Hochzeit seines Sohnes. Und völlig unbegreiflich: Die Gäste wollen nicht kommen, sondern haben banale Ausreden: Alltag und Arbeit. Dass der König das als persönlichen Affront versteht, ist ja noch nachvollziehbar, aber dass er dann die Stadt in Schutt und Asche legt, ist eindeutig überzogen.

 

Was soll diese Geschichte über das Himmelreich aussagen, wie es Jesus ankündigt?


Er deutet in diesem Gleichnis die Geschichte des auserwählten Volkes. Gott hat die Menschen durch seine Boten, die Propheten, immer wieder zum Fest der Freude, zur Gemeinschaft mit ihm aufgerufen, sie aber wollten nicht kommen. Der Alltag hält sie gefangen: Arbeit und Vergnügen, Geld und Besitz – und Gott ist oft weit weg.

 

Ja, die Menschen werden sogar - bis heute - ärgerlich, wenn sie von den Boten Gottes auf seine Botschaft angesprochen werden. Jesus und der Evangelist sprechen dann von der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 und erkennen darin die Folge der Zurückweisung Gottes durch das auserwählte Volk.


Im zweiten Teil des Gleichnisses kommen die Jünger Jesu in den Blick: Sie erkennen sich in den Menschen, die als Ersatz zur Hochzeit eingeladen werden: die Guten und Bösen von allen Straßen.

 

Aber auch für sie gibt es in diesem Gleichnis eine Mahnung. Der Mann, der das Festgewand nicht anzieht, zeigt auf diese Weise seine Missachtung für den König und das Fest.

 

Darin liegt eine Frage an uns, die Kirche, das neue Volk Gottes: Tragen wir das Kleid der Gnade, das Gott uns geschenkt hat: das Taufgewand, die Liebe, die uns umhüllt? Ist nicht auch für uns das Fest des Sonntags, der Beziehung zu Gott alltäglich geworden, und wir empfinden es gar nicht mehr als etwas Besonderes, mit Gott an einem Tisch zu sitzen.


Gott lädt durch Jesus uns Menschen zum Fest seiner Liebe ein, und wir wollen oft nicht kommen, und wenn wir da sind, kümmern wir uns nicht um ihn. Eine absurde Geschichte!

 

 

Evangelium

nach Matthäus 22, 1-14

 

In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis:


Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen.


Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!


Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.
 

Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.


Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert, eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein.
 

Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.
 

Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte.


Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.


Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.

 

zurück zum Wort zur Schrift

 

 

erstellt von: Der SONNTAG / P. Walter Ludwig OCist
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Weitere Informationen:

P. Walter Ludwig OCist

ist Prior und Moderator der Stiftspfarre Wiener Neustadt-Neukloster.

 

 

"Das Wort zur Schrift"

 

 

 

Gedanken zum Evangelium


Wir bieten hier den Pfarren die Doppelseite des SONNTAG mit den Schriftstellen und dem Evangeliumskommentar zum Ausdruck als *pdf an.

 


weitere Informationen zu

Der SONNTAG

die Zeitung der Erzdiözese Wien

Stephansplatz 4/VI/DG
1010 Wien
T +43 (1) 512 60 63
F +43 (1) 512 60 63-3970

E-Mail-Adresse: redaktion@dersonntag.at

 

 

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