Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.
Sr. Mag. Christine Rod MC schreibt in der Zeitung der Erzdiözese Wien "Der SONNTAG" zum Evangelium zum 24. Sonntag im Jahreskreis; (16. September 2018)

(zum Evangelium zum 24. Sonntag im Jahreskreis, Markus 8, 27-35
Das Leben ist ein Risiko. Ich konnte das heuer hautnah erfahren, als ich bei unseren Schwestern in Brasilien zu Gast war. Gewalt und Gefahr sind allgegenwärtig, und auch wenn ich persönlich in diesen drei Wochen nie direkt gefährdet war, so wissen meine Mitschwestern ein Lied davon zu singen.
Erst recht eine, die sich als Rechtsanwältin und Gefängnis-Seelsorgerin engagiert. Petra ist eine mutige Frau, aber manchmal ist sie doch müde und mürbe von so viel Ungerechtigkeit und Gewalt.
Was ihr da hilft und was sie weitergehen lässt, ist die immer neue Ausrichtung, der Fokus auf Gott und auf das, was ihr wirklich wichtig ist. Man könnte auch sagen: Wofür sie ihr Leben geben will.
Das heutige Evangelium klingt herb, aber es hilft zu fokussieren. Manchmal können einen die Worte Jesu schon kräftig erschrecken: Sich selber verleugnen, das Kreuz auf sich nehmen, das Leben verlieren. Was sind das für Worte? Sollen diese etwa eine Einladung sein, mit Jesus zu gehen und mit ihm zu leben?
Ja, die Worte Jesu können wirklich erschrecken, und sie sind manchmal so anders als sie einer vordergründigen menschlichen Logik des Lebens entspricht. Zwei Verstehensversuche helfen mir, diesen Worten und damit Jesus selbst näher zu kommen:
Ein erstes: Ich meine, dass Jesus kein Interesse an Drohbotschaften hat, sondern er beschreibt die Dynamiken, mit denen ein Mensch, der sich ganz auf das Leben einlassen und sich auf Gott ausrichten will, zu rechnen hat.
Und da gibt es eben diese merk-würdige Erfahrung, dass im Loslassen für das Leben, für Gott und sein Evangelium neues Leben liegt.
Somit sind es wahrlich keine Drohworte, sondern eine Verheißung, eine Einladung, die eigenen Lebensanstrengungen zu relativieren und ganz auf Jesus zu setzen.
Ein zweites: Jesus ist keine unberührbare, unerreichbare Gottheit, sondern er ist sehr interessiert, was Menschen von ihm halten und von ihm begriffen haben: Für wen haltet ihr mich?
Ich vermute, Jesus wusste nur zu gut, dass seine Botschaft keine leichte Kost war und ist, und gerade deshalb ist er selber so menschlich angewiesen: Für wen haltet ihr mich – damals und heute?
nach Markus 8, 27-35
In jener Zeit
ging Jesus mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Menschen?
Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für sonst einen von den Propheten.
Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Messias! Doch er verbot ihnen, mit jemand über ihn zu sprechen.
Dann begann er, sie darüber zu belehren, der Menschen-sohn müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden;
er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen.
Und er redete ganz offen darüber. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe.
Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.
Er rief die Volksmenge und seine Jünger zu sich und sagte: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.
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Sr. Mag. Christine Rod MC
ist Regionalleiterin der Missionarinnen Christi für Deutschland und Österreich.

Wir bieten hier den Pfarren die Doppelseite des SONNTAG mit den Schriftstellen und dem Evangeliumskommentar zum Ausdruck als *pdf an.
die Zeitung der Erzdiözese Wien
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