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25.04.2014

Nicht zu klein von Gott denken

Kreuzigungsgruppe von Franz Drapela, 1956; unter dem Kreuz stehen Maria, Maria Magdalena und Johannes.     
Berndorf, 22.10.2005

Berndorf: Kreuzigungsgruppe von Franz Drapela, 1956; unter dem Kreuz stehen Maria, Maria Magdalena und Johannes.

Der Neutestamentler Thomas Söding (Uni Bochum) spricht am 16. und 17. Oktober bei den „Theologischen Kursen” über die „andere” Gerechtigkeit Gottes und das Motiv des Gottesknechts im Alten und Neuen Testament.

einander letztlich aus?

Söding: Gegenfrage: Dürfen Menschen Gottes Güte Grenzen setzen? Wer an Gott glaubt, sieht ihn doch als Schöpfer der Welt und als Erlöser! „Alles wird gut”, sagt eine Mutter zu ihrem Kind, um es zu trösten. Wenn nicht alles gut wird, ist gar nichts in Ordnung.

Aber wer kann dieses Versprechen einlösen? Das Hauptproblem der meisten Menschen, ich nehme mich da gar nicht aus, ist es, zu klein von Gott zu denken. Nach menschlichen Maßstäben kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Liebe und Gerechtigkeit. Aber gibt es diesen Widerspruch auch, wenn Gott so ist, wie Jesus ihn verkündet?

„Gott ist Liebe”, sagt der Erste Johannesbrief gleich zwei Mal. In der Liebe wird Gott sich selbst gerecht; und wenn er die Menschen liebt, nimmt er sie als die an, denen er das Leben schenkt: auch in ihrer Not und Schuld, gerade dann. Es gibt kein Heil ohne Gericht; aber das Gericht gibt es um des Heiles willen.  

Wenn Gott das bedingungslose Verzeihen ist, wieso ist dann das Kreuzesopfer Jesu „notwendig”?

Söding: Was heißt bedingungslos? Automatisch handelt Gott nicht. Wenn Jesus recht hat, liebt er uns rückhaltlos, ohne Vorbehalt, immer neu. Aber antworten müssen wir schon selbst. Jesus hat diese Antwort vorgegeben. Er hat sie vorgelebt; er ist für sie in den Tod gegangen.

Das ist der Stein des Anstoßes. Jesus hat den Tod nicht gesucht; er ist umgebracht worden. Es „musste” so kommen, weil Jesus seinem Weg der Gewaltlosigkeit treu geblieben ist. Und Gott ist an seiner Seite geblieben.

Die „Notwendigkeit” des Todes Jesu resultiert nicht aus einem ehernen Gesetz Gottes, so als ob er Blutrache üben wollte, sondern aus seiner Anteilnahme am Leid der Menschen; und das „Opfer” dient nicht der Überredung Gottes, wie viele befürchten, sondern bringt zum Ausdruck, dass Jesus bis zum letzten Atemzug seiner Sendung treu geblieben ist: Gott zu den Menschen und die Menschen zu Gott zu bringen.

 

Was heißt „gerecht gemacht durch Jesu Blut”?

Söding: Die Formulierung stammt aus dem Römerbrief des Apostels Paulus; man  braucht das ganze Schreiben, um sie zu verstehen. Sie ist hart, wie Jesu Tod hart gewesen ist. Wer kein Blut sehen kann, wird die Augen vor dem Kreuz verschließen. Aber Paulus vertuscht den Skandal des Kreuzes nicht, sondern deckt ihn auf und zeigt in dem, was den Menschen als sinnlos erscheint, die Weisheit Gottes: Die Menschen können sich nicht selbst retten – Gott muss sie retten; es gibt aber keine Versöhnung mit dem Rücken zu den Opfern, sondern nur von ihrer Stelle aus.

Jesus ist für Paulus der Sohn Gottes, der zum Opfer menschlicher Gewalt geworden ist, aber stellvertretend für alle die Schuld auf sich genommen hat: Was er nur als echter Mensch tun kann, der ganz zu Gott gehört. Das verändert alles. Aus Sündern können Gerechte werden, aus Feinden Freunde und aus Toten Lebendige. Wer daran glauben kann, hat die Liebe Gottes schon erfahren.

erstellt von: Redaktion der Sonntag/ Stefan Kronthaler
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St. Gabriel: Steyler Missionare sammeln Sachspenden für Geflüchtete auf der Balkanroute

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Eröffnung des Hospiz im Haus der Barmherzigkeit: Für ein Leben in Würde bis zum Schluss

Am Mittwoch eröffnete das Haus der Barmherzigkeit sein erstes Hospiz in Wien. Der ernannte Erzbischof Josef Grünwidl segnete die Menschen, die dort arbeiten und die für kurze Zeit ein Zuhause im Hospiz finden.

Elisabeth Birnbaum: "Wege durch den Bibelwald"

Wer die Bibel neu entdecken möchte, findet in diesem ungewöhnlichen Zugang eine Einladung, vertraute Texte mit frischen Augen zu erkunden.

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Ständige Diakone: Geweihte Brückenbauer zwischen Kirche und Welt

Geweihte Männer mitten in Beruf und Familie: Ständige Diakone dienen als unverzichtbare Vermittler zwischen kirchlichem Auftrag und dem Leben der Menschen.

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