Die Ordensgemeinschaften wollen weiterhin am Bankhaus Schelhammer & Schattera Anteile halten und der seit einigen Monaten laufende Sondierungsprozess geht in die Endphase.
Die Ordensgemeinschaften wollen weiterhin am Bankhaus Schelhammer & Schattera Anteile halten und der seit einigen Monaten laufende Sondierungsprozess geht in die Endphase.
Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften prüft als Mehrheitseigentümer Abgabe von Anteilen und will auch in Zukunft Einfluss behalten.
Die Ordensgemeinschaften wollen weiterhin am Bankhaus Schelhammer & Schattera Anteile halten und der seit einigen Monaten laufende Sondierungsprozess geht in die Endphase: Das betonte der Kremsmünsterer Abt Ambros Ebhart als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kirchenbank bei dessen traditionellem Börsenfest am Donnerstagabend, 25. September 2014, in Wien. Die Bank sei "kerngesund" und der Mehrheitseigentümer, die Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften, habe "aus einer Position der Stärke" eine "Sondierung mit offenem Ausgang" angestrebt. Man stehe weiterhin zum Bankhaus und betreibe "keine Kindesweglegung", versicherte der Abt von Kremsmünster.
Als Grund für die laufende Neuorientierung nannte Abt Ebhart den zunehmenden Regulierungsdruck, der zu überproportionalen Belastungen und Kosten bei kleinen Privatbanken führe. Von daher sei man auf der Suche nach einem strategischen Partner, der jedoch drei Kriterien erfüllen müsse: "Wir wollen keine Oligarchen oder Heuschrecken", betonte der Aufsichtsratsvorsitzende, sondern einen "Partner, der mit unserer Wertewelt übereinstimmt". Eine weitere Vorgabe sei die Aufrechterhaltung der Ausrichtung auf ethisch-nachhaltige Veranlagungen. Schließlich wolle die Kirche auch in Zukunft ihren Einfluss durch eine entsprechend hohe Minderheitsbeteiligung an der Bank sichern.
Die künftige Ausrichtung der Bank wird auch personelle Änderungen bei der Leitung nach sich ziehen, weil der Vertag von Michael Martinek als Vorstandsvorsitzender zum Jahresende und mit dem baldigen Erreichen des 65. Lebensjahres ausläuft. Martinek kündigte zugleich an, dass er auch danach für eine Übergangsphase noch zur Verfügung stehe. Die Bank werde das laufende Geschäftsjahr trotz schwieriger Rahmenbedingungen ähnlich positiv abschließen wie im Vorjahr und eine Jahresüberschuss von rund 5 Mio. Euro erwirtschaften, führte Martinek aus.
Auf der Produktseite werde man weiterhin im Bereich der ethisch-nachhaltigen Veranlagungen innovativ sein. Martinek verwies dabei auf die neue Möglichkeit, online ethisch zu sparen oder auf die in dieser Woche präsentierten fix/variablen ethischen Kassenobligationen. Bei einer Laufzeit von fünf Jahren garantiere man dabei eine Mindestverzinsung von 0,75 Prozent bis maximal 2,5 Prozent.
Martinek überreichte im Rahmen der Veranstaltung auch einen Scheck an den steirischen Caritas-Direktor Franz Küberl zweckgebunden für die Caritas-Lerncafes. Küberl, der einen aktuellen Einblick in die Caritas-Aktivitäten im In- und Ausland gab, ist stellvertretender Vorsitzender des neuen Ethikbeirats von Schelhammer & Schattera.
Das Bankhaus Schelhammer & Schattera ist Wiens älteste Privatbank und wurde 1832 gegründet. 15 Prozent der Bank sind in privaten Händen, Mehrheitseigentümer ist die Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften mit 54 Prozent. Die restlichen 31 Prozent halten andere kirchliche Einrichtungen in Österreich. Die Bilanzsumme des Bankhauses beläuft sich per 31.12.2013 auf 712,5 Mio. Euro. Das Bankhaus hält noch immer 5,31 Prozent an den Casinos Austria und will sich laut eigenen Angaben schon seit längerem unter wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen davon trennen.
Als einziger Anbieter in Österreich hat Schelhammer & Schattera eine umfassende Produktpalette an ethisch-nachhaltigen Spar- und Anlageformen auf streng geprüfter Basis: Diese reicht vom Ethik-Sparen (Online bzw. als Ethik-Kapitalsparbuch) über ethische Termineinlagen/Festgeld, ethische Kassenobligationen, nachhaltige Investmentfonds bis hin zu einem komplett ethisch ausgerichteten Portfolio-Management.