Noch immer würden Flüchtlingskinder in erster Linie als Flüchtlinge und nicht als Kinder gesehen, bemängelt das "Don Bosco Flüchtlingswerk Austria".
Noch immer würden Flüchtlingskinder in erster Linie als Flüchtlinge und nicht als Kinder gesehen, bemängelt das "Don Bosco Flüchtlingswerk Austria".
"Don Bosco Flüchtlingswerk Austria" übt anlässlich Enquete-Kommission im Parlament zu "25 Jahren UN-Kinderrechtskonvention" scharfe Kritik am Umgang mit jugendlichen Flüchtlingen in Österreich.
Noch immer würden Flüchtlingskinder in erster Linie als Flüchtlinge und nicht als Kinder gesehen, bemängelte das Hilfswerk in einer Aussendung. Bedenklich stimmten auch die "gravierenden Unterschiede", die nach wie vor zwischen "Flüchtlingskindern und österreichischen Kindern" bestünden.
"Minderjährige Flüchtlinge sind Kinder zweiter Klasse", fand Flüchtlingswerk-Generalsekretärin Eva Kern klare Worte. Deutlich werde das etwa an den Tagessätzen in Betreuungseinrichtungen: Während diese in Einrichtungen für junge Flüchtlinge nur "marginal valorisiert" worden sein, würden in "herkömmlichen Einrichtungen der Jugendwohlfahrt drei- bis vierfache Sätze bezahlt".
Völlig an der Realität vorbei gingen auch die fünf Euro Essensgeld, die jugendliche Flüchtlinge für die tägliche Verpflegung erhielten. Der Lebensmittelpreisindex mache deutlich, dass der vor zehn Jahren festgelegte Satz heute nicht mehr der Lebensmittelpreisrealität entspreche. "Jugendliche benötigen 16 Euro am Tag, um sich eine Frühstück, eine Schuljause, ein warmes Mittagessen sowie ein leichtes Abendessen zu leisten", so Kern.
Eine klare Absage erteilte das Flüchtlingswerk auch der zwangsweisen Altersbestimmung jugendlicher Flüchtlinge mittels Röntgen. Die Methode sei nicht nur ungenau, da sich der menschliche Körper im Wachstum nicht immer statistisch korrekt verhalte, sondern auch "eine medizinisch gefährliche ärztliche Maßnahme" und somit "Missachtung des Rechts auf Gesundheit".
Änderungsbedarf sieht das Flüchtlingswerk auch bei der Betreuung "minderjähriger Flüchtlinge im Alter 18 plus". Am Tag ihres 18. Geburtstags endet die Betreuung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge "von heute auf morgen". Dazu Kern: "Den jungen Menschen wird mit dieser Maßnahme der Boden unter den Füßen weggezogen, sie fallen ins Nichts. Zur Betreuung der Altersgruppe '18plus' müssen adäquate Angebot entwickelt werden."
"Don Bosco Flüchtlingswerk Austria":
www.fluechtlingswerk.at