Die Kontaktstelle Trauer möchte das Thema Suizid enttabuisieren, Hinterbliebenen Mut machen und Hilfe zur Selbsthilfe bereitstellen.
Die Kontaktstelle Trauer möchte das Thema Suizid enttabuisieren, Hinterbliebenen Mut machen und Hilfe zur Selbsthilfe bereitstellen.
Am 9. September 2025 wird um 18:00 Uhr in der Ruprechtskirche jener Menschen gedacht, denen das Leben zu schwer geworden ist.
Menschen, die einen Angehörigen durch Suizid verloren haben, sind mit ihrer Trauer oft allein und werden in manchen Fällen sogar von ihrem Umfeld gemieden. Den Fokus auf die Angehörigen nach einem Suizid legt die Kontaktstelle Trauer der PfarrCaritas und Nächstenhilfe der Erzdiözese Wien anlässlich des Welttages der Suizidprävention am 10. September. Sie lädt gemeinsam mit der Telefonseelsorge und der Gesprächsinsel am Dienstag, 9. September, um 18:00 Uhr zu einer Gedenkfeier in die Ruprechtskirche (Ruprechtsplatz 1, 1010 Wien) ein. Damit wollen die Institutionen ein Zeichen setzen, dass das Leid der Hinterbliebenen gesehen, anerkannt und mitgetragen wird. Eine Anmeldung zur Feier ist nicht notwendig.
„Trotz aller Bemühungen von professionellen Einrichtungen und der Zuwendung von Angehörigen gibt es Menschen, denen das Leben zu schwer wird und denen ihr Leben nicht mehr lebenswert erscheint. Diesen Menschen möchten wir bei der Feier gemeinsam gedenken. Sie waren und sind einzigartige Menschen und hinterlassen eine große Lücke. Auch wenn Sie oft viele Fragen hinterlassen und vielleicht das Leben mit ihnen auch nicht immer leicht war“, sagt Kathrin Unterhofer, Leiterin der Kontaktstelle Trauer. „Achtung, Anerkennung und Dankbarkeit für das Leben jedes und jeder Einzelnen möchten wir bei der Gedenkfeier zum Ausdruck bringen“, so Unterhofer weiter.
Trauerwege sind anstrengend, unvorhersehbar und ganz individuell. Menschen setzen sich mit intensiven Gefühlen wie Schmerz, Sehnsucht und Ohnmacht, aber auch Dankbarkeit und Liebe auseinander. Die Kontaktstelle Trauer steht Trauernden nach dem Verlust eines geliebten Menschen bei, so Kathrin Unterhofer: „Trauernden Menschen einen guten Platz in der Gesellschaft zu bieten ist unser Ziel. Wir möchten das Thema Suizid enttabuisieren, Hinterbliebenen Mut machen und Hilfe zur Selbsthilfe bereitstellen.“
Ein Ort, an dem der Trauer Raum gegeben werden kann, sind die offenen Trauergruppen der Kontaktstelle. Die Gespräche werden moderiert, Vertrautheit, respektvoller Umgang und Verschwiegenheit sind Grundlage der Begleitung. In den Gruppentreffen haben auch schöne Sachen ihren Platz, Angehörige machen sich gegenseitig Mut und schenken einander Hoffnung durch das Teilen positiver Erfahrungen. Auch Einzelbegleitung ist möglich. Nähere Informationen: https://www.caritas-wien.at/hilfe-angebote/zusammenleben/pfarrcaritas-und-naechstenhilfe/kontaktstelletrauer/
Wenn Sie sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden oder Suizidgedanken haben, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge unter der Telefonnummer 142 oder an den Sozialpsychiatrischen Notdienst 01 31330 - gratis und rund um die Uhr.